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Hasan Salihamidzic (l.) absolvierte für den FC Bayern München 226 Bundesligaspiele © imago

Hasan Salihamidzic ist zurück. Bei SPORT1 spricht er vor dem Duell mit den Bayern über seinen Ex-Klub, Magath und die Serie A.

Von Reinhard Franke

München - Hasan Salihamidzic ist wieder zurück in der Bundesliga.

Nach vier Jahren im "Exil" bei Juventus Turin heuerte er in Wolfsburg und bei seinem Entdecker Felix Magath an.

Gleich am zweiten Spieltag trifft er auf seine alte Liebe, den FC Bayern München (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER). Mit dem Rekordmeister gewann er in neun Jahren sechs Meistertitel, die Champions League und den Weltpokal.

"Ich habe sehr lange bei Bayern gespielt, hatte dort eine schöne Zeit und konnte so viele Erfolge dort feiern. Ich freue mich riesig auf das Wiedersehen", so der inzwischen 34-Jährige. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im Gespräch mit SPORT1 blickt "Brazzo" vor dem Duell zurück, erklärt sein Verhältnis zu Magath und vergleicht die Bundesliga mit der Serie A.

SPORT1: Herr Salihamidzic, nach vier Jahren bei Juventus Turin sind Sie zurück in der Bundesliga. Am Samstag kommt es für Sie zum Wiedersehen mit dem FC Bayern. Sie haben von 1998 bis 2007 beim Rekordmeister gespielt. Das ist schon ein ganz besonderes Spiel für Sie, oder?

Hasan Salihamidzic: Absolut! Wenn ich sagen würde dass es das nicht ist, dann müsste ich lügen.

SPORT1: Kribbelt es schon?

Salihamidzic: Ja. Ich habe sehr lange bei Bayern gespielt, hatte dort eine schöne Zeit und konnte so viele Erfolge dort feiern. Ich freue mich riesig auf das Wiedersehen. Es ist immer schön alte Freunde zu sehen.

SPORT1: Sie haben für ein Jahr beim VfL Wolfsburg unterschrieben. Wie waren die ersten Wochen in der neuen Umgebung?

Salihamidzic: Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. Es bleibt hoffentlich auch sportlich so. Es ist immer schön, wenn man die Spiele gewinnt wie in Köln zum Auftakt. Das ist das, warum ich Fußball spiele.

SPORT1: Gab es noch andere Angebote?

Salihamidzic: Ja, aus dem Ausland, aber das mit Wolfsburg, Magath und mir war das, wo man eine gute Geschichte erzählen kann. Er war mein erster Trainer, wo alles begann und vielleicht ist er auch der letzte. Es ist wirklich eine gute Geschichte mit uns beiden.

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SPORT1: Hamburg, München, Turin waren die Stationen in Ihrer Karriere. Städte mit Weltruf und Glanz. Da passt Wolfsburg nicht so recht rein. Wie leben Sie in der Autostadt?

Salihamidzic: Ich habe leider noch kein Haus gefunden, aber wir sind auf der Suche eine Bleibe zu finden. Das ist nicht so einfach. Wir wohnen noch im Hotel. Ich lebe eigentlich wie jeder andere nur dass ich noch kein Haus habe. (lacht) Ich habe mich riesig gefreut, dass ich in die Bundesliga zurückkommen darf. Fußball ist mein Leben und auch wenn Wolfsburg jetzt keine Weltstadt ist, kann man sich auch hier wohl fühlen.

SPORT1: Was ist für Sie immer noch das Besondere an der Bundesliga?

Salihamidzic: Gerade zum Auftakt in Köln (3:0, Anm. d. Red.) habe ich den Reiz der Bundesliga gespürt. Das ganze Stadion hat gejubelt, alle haben gesungen und diese positive Stimmung ausgestrahlt. Das war einmalig. Das ist einfach geil und das ist der Grund, warum ich so gerne in der Bundesliga spiele. Das ist nicht überall so.

SPORT1: Aber in Italien herrscht doch auch eine tolle Stimmung in den Stadien.

Salihamidzic: Schon, aber die Stadien sind dort eine Katastrophe. Die sind alle 30 Jahre alt und dort gehen andere Leute ins Stadion. In der Bundesliga ist ein Spiel ein Familienfest, wo man hingeht, eine Bratwurst isst und sich einen schönen Nachmittag macht. Das ist in Italien anders.

SPORT1: Sie haben jetzt zum dritten Mal in Ihrer Karriere Ihren "Ziehvater" Felix Magath als Trainer. Es gibt keinen Profi in der Bundesliga, der öfter mit ihm zusammengearbeitet hat. Was verbindet Sie?

Salihamidzic: Es gibt an Felix Magath nichts zu meckern. Man muss einfach arbeiten und seinen Job machen, dann hat man mit ihm keine Probleme. Er will Erfolg haben, genau wie ich.

SPORT1: Und wie ist es menschlich zwischen Ihnen?

Salihamidzic: In erster Linie ist es ein "Spieler/Trainer-Verhältnis". Darüber hinaus versteht man sich gut. Wir wollen in erster Linie Erfolg mit dem VfL haben. Das ist das wichtigste. Felix Magath verlangt viel, aber auf der anderen Seite ist er auch ein ganz normaler Familienmensch. Da sind wir uns sehr ähnlich. Ich habe drei Kinder, er hat ein bisschen mehr (sechs, , Anm. d. Red.). Magath hat auch außerhalb des Fußballplatzes immer ein offenes Ohr für jeden Spieler. Und er hat ein größeres Herz als manche vermuten.

SPORT1: Wie hat er sich seit Ihrer ersten gemeinsamen Zeit beim HSV verändert?

Salihamidzic: Er ist einfach ein Vollprofi, was seinen Job betrifft. Was er alles erledigen muss, das ist nicht so einfach. Im Umgang mit der Presse ist er wahnsinnig professionell und managt alles zu 100 Prozent. Er redet viel mehr mit den Spielern als früher und ist wirklich für jeden da. Aber Magath bleibt Magath. Das wird auch so bleiben und das ist gut so.

SPORT1: Ist er Ihr bester Trainer in Ihrer Karriere?

Salihamidzic: Man darf so etwas nicht sagen, sonst würde man anderen Trainern unrecht tun. Ich habe auch mit Ottmar Hitzfeld viele Titel gewonnen, aber bei Magath habe ich angefangen und er hat mir überhaupt die Chance gegeben in der Bundesliga zu spielen. Magath hat auf jeden Fall meine Fußballkarriere geprägt.

SPORT1: Haben Sie eigentlich verfolgt, was beim FC Bayern nach Ihrem Weggang los war?

Salihamidzic: Ich habe die ganze Bundesliga verfolgt und war natürlich im Bilde, was bei Bayern abläuft. Wenn man neun Jahre in einem Verein gespielt hat, dann verfolgt man das noch intensiver, telefoniert mit vielen Leuten. Da ich ein Haus in München habe, war ich oft dort.

SPORT1: Nach Ihrer Karriere planen Sie auch wieder nach München zurück zukommen, oder?

Salihamidzic: Ja. Wir werden alles gut organisieren. Momentan wird das Haus umgebaut und wir hoffen, dass wir daraus ein gemütliches Heim für später machen können.

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