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Raul (l.) ist mit 71 Toren der erfolgreichste Torschütze der Champions League © getty

Nach dem verpatzten Start brodelt es auf Schalke. Rangnick fordert gegen Lieblingsgegner Köln mehr. Die Youngster sollen wirbeln.

Von Eric Böhm

München - Es steht gerade erst der 2. Bundesligaspieltag auf dem Programm, doch bei Schalke 04 brennt schon wieder der Baum.

Nach dem ernüchternden 0:3-Auftakt in Stuttgart (Nachbericht: Schalkes Angst vor dem Deja-Vu) geht bei den Königsblauen die Angst vor einem erneuten Fehlstart um.

Gegen den am letzten Wochenende ebenfalls indisponierten 1. FC Köln (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) steht die Truppe von Ralf Rangnick bereits gewaltig unter Druck.

"Beim Auftakt in Stuttgart haben wir noch nicht den Fußball gespielt, den ich mir vorstelle. Wir müssen gegen Köln gewinnen", so der Trainer, der saisonübergreifend fünf Ligaspiele in Folge verloren hat.

Rangnick fordert mehr

Dabei bemängelte der "Professor" gegen die Schwaben vor allem die mangelnde Laufbereitschaft seiner Spieler.

"Wenn man sieht, dass der Gegner insgesamt acht Kilometer mehr absolviert hat als wir, haben wir nicht genug investiert. Das muss besser werden", bilanzierte Rangnick.

Die Schalker kamen gegen Stuttgart lediglich auf 107,5 Kilometer. Meister Dortmund spulte beim Liga-Auftakt gegen den HSV fast 125 Kilometer ab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

So kann Rangnicks auf Pressing und Tempo ausgelegtes Spielsystem nicht funktionieren. Zudem offenbarte die neuformierte Abwehr nach ordentlicher Vorbereitung deutliche Schwächen.

Youngster-Duo soll wirbeln

Im ersten Bundesligaheimspiel wird es daher personelle Konsequenzen geben.

Die Hoffnung ruhen vor allem auf dem Offensiv-Duo Julian Draxler und Lewis Holtby, die im EM-Qualifikationsspiel der U 21 gegen Zypern gemeinsam wirbelten.

"Beide waren auffällig torgefährlich", meint Rangnick und kehrt wohl zu einer durchaus erfolgreichen Variante aus der Vorbereitung zurück.

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"Müssen besser in Zweikämpfe gehen"

Holtby könnte demnach den linken Part der Doppel-Sechs neben Joel Matip übernehmen und Youngster Draxler über den Flügel kommen.

So wurde der BVB im Supercup (4:3 nach Elfmeterschießen) geschlagen, speziell in der zweiten Hälfte zeigten die "Knappen" damals eine ansprechende Vorstellung.

Draxler weiß, dass die taktische Formation aber nur ein Baustein zum Erfolg ist: "Wir müssen besser in die Zweikämpfe gehen."

Jones muss weichen

Seinen Platz räumen muss höchstwahrscheinlich Jermaine Jones. Der 29-Jährige wirkte bei Jürgen Klinsmanns Debüt als US-Nationaltrainer mit und kehrt erst am Freitag aus Philadelphia zurück.

"Es wird schwierig, ihn am Samstag einzusetzen", gibt Rangnick einen deutlichen Hinweis auf seine Formation.

Langfristig plant S04 ohnehin nicht mit dem defensiven Mittelfeldspieler und möchte den Großverdiener - ca. vier Millionen Euro Jahresgehalt - lieber heute als morgen verkaufen.

Jurado und Marica im Kader?

Der Schuh drückt ohnehin eher im Angriff. Gegen die Rheinländer könnten zwei Offensivkräfte zumindest im Kader auftauchen.

Sowohl Jose Manuel Jurado als auch Neuzugang Ciprian Marica (beide Aufbautraining) machen deutliche Fortschritte. Mehr Torgefahr und Kreativität würde dem Schalker Spiel gut tun.

"Wenn sie weiter so mittrainieren können, sind sie eine Option für den Kader", betont Rangnick.

Raul gibt Rätsel auf

Für Jefferson Farfan (nach Muskelfaserriss) kommt das "Kellerduell" dagegen noch zu früh.

Um den pfeilschnellen Peruaner und Klass-Jan Huntelaar waren zuletzt Wechselspekulationen aufgetaucht, wurden aber umgehend dementiert.

Der niederländische Mittelstürmer hat hohe Ziele, blieb aber in Stuttgart im Zusammenspiel mit Raul erneut einen Beweis seiner Klasse schuldig und muss sich gewaltig steigern.

Auch Superstar Raul steht nach den Diskussionen über seine Position, den verweigerten Posten im Mannschaftsrat und seine Zukunft in der Bringschuld. Äußern will sich der seltsam teilnahmslos wirkende Spanier zu seiner Situation nicht.(Höwedes: "Raul stellt sich in den Dienst der Mannschaft")

Köln als Aufbaugegner?

Vielleicht sind die angeschlagenen Kölner aber auch der ideale Aufbaugegner für den 34-Jährigen und das gesamte Team.

Im Hinspiel der vergangenen Saison gelang ihm gegen den FC ein Hattrick. Auf Schalke konnten die Kölner keinen der letzten elf Auftritte gewinnen. Der letzte Sieg (2:1) datiert aus der Saison 1993/1994.

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