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Cacau (M.) erzielte bisher in 205 Spielen 70 Tore für den VfB Stuttgart © getty

Vergangene Saison war es Abstiegskampf pur. Am Samstag treffen mit Gladbach und Stuttgart zwei Überraschungsteams aufeinander.

Von Reinhard Franke und Thorsten Mesch

München/Stuttgart - Das hätten die wenigsten Fans und Experten erwartet.

Letzte Saison spielten Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart noch bis zum Schluss ums nackte Überleben in der Bundesliga.

Stuttgart schaffte am 33. Spieltag den Klassenerhalt, Gladbach konnte in der Relegation auf den letzten Drücker den Abstieg vermeiden.

Am Samstag ist das Duell der beiden (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) nun das Aufeinandertreffen der Überraschungsteams des ersten Spieltags. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bobic: "Das hätte keiner gedacht"

Die Euphorie ist groß im Lager beider Vereine. Dementsprechend gut gelaunt ist VfB-Sportdirektor Fredi Bobic im Vorfeld der Partie.

Er freut sich auf das Spiel und schickt erst mal ein Kompliment in Richtung Gegner: "Taktisch ist Lucien Favre ein Großmeister", sagte Bobic im Gespräch mit SPORT1.

"Es wird ein interessantes Spiel. Es ist am Samstag um 18.30 Uhr und vorher hätte wohl keiner gedacht, dass es ein besonderes Spiel werden könnte. Und das schon am zweiten Spieltag. Beide Mannschaften sind gut gestartet und in Gladbach wird eine große Euphorie herrschen", erklärte der Sportdirektor weiter.

Die Leiden der vergangenen Saison hat Bobic bei aller Vorfreude nicht vergessen. "Gladbach hatte in der letzten Saison eine noch schlimmere Situation als wir. Sie haben sich dann mit einem furiosen Endspurt über die Relegation gerettet. Davor muss man Respekt haben", erklärte er und warnt:

"Sie haben eine gute Mannschaft und natürlich ein breites Kreuz nach dem Sieg in München. Es wird sicher ein ganz hartes Spiel für uns."

Cacau blickt zuversichtlich in die Zukunft

Einer, der beim VfB nur so vor Spielfreude und Selbstvertrauen strotzt, dürfte Stürmer Cacau sein. Klar, nach dem Highlight mit der Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Brasilien. Cacau kam in der 88. Minute für den Held des Spiels, Mario Götze ins Spiel.

"Es hat mich gefreut, dass ich nach meiner langen Verletzung ein paar Minuten spielen durfte. Die Unterstützung der Fans war sehr schön. Wir haben ein super Spiel gemacht und verdient gewonnen", sagte der Stürmer SPORT1.

Auch die Perspektiven des VfB sieht er positiv. "Wir sind eine Mannschaft und wir haben bessere Ordnung im Spiel. Wir haben das Potenzial, am Ende dieser Saison besser da zu stehen als in der vergangenen."

Bobic lässt Lenos Zukunft offen

Nicht mehr mithelfen wird dabei zumindest bis Hinrunden-Ende VfB-Keeper Bernd Leno. Er wechselt bis Jahresende auf Leihbasis zu Bayer Leverkusen.

"Der Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2011 und es gibt keine Option von Leverkusener Seite. Der hätten wir auch nie zugestimmt. Bernd kommt am 1. Januar wieder zurück", versicherte Bobic SPORT1.

Die Zukunft von Leno lässt Bobic offen: "Wir mussten ihn nicht abgeben, aber der Bernd wollte diese Chance natürlich nutzen. Alle Seiten können von dieser Situation profitieren. Wir können sehen, wie er sich auf höchstem Niveau bewährt."

VfB will keine Luftschlösser bauen

Obwohl der VfB als Spitzenreiter nach Mönchengladbach reist, sei es viel zu früh, die Saisonziele zu korrigieren, meint Bobic.

"Wir denken von Spiel zu Spiel und Ende. Nach dem, was letztes Jahr passiert ist, tut es uns gut, keine Luftschlösser zu bauen", erklärte er.

"Wir müssen weiter arbeiten und versuchen, das zu bestätigen, was wir am ersten Spieltag gezeigt haben", sagte der 39-Jährige:

"Wir geben uns keine großen Ziele vor. Die Vergangenheit hat das gezeigt: Wenn man einmal ganz unten war und schon fast klinisch tot, dann muss man sich zusammenraufen und sehen, dass man so schnell wie möglich wieder Stabilität bekommt."

de Camargo fehlt bei Galdbach

Auch in Gladbach will man verfrühte Euphorie um jeden Preis vermeiden, schließlich gewann man Anfang der vergangenen Saison auch 6:3 in Leverkusen - und stieg dann beinahe ab.

Eine erste Ernüchterung lieferte ohnehin schon die medizinische Abteilung. "Bayern-Held" Igor de Camargo, der beim 1:0-Coup zum Saisonauftakt in München das Siegtor erzielt hatte, erlitt nach Klub-Angaben in der Partie beim Rekordmeister einen Abriss des Dornfortsatzes am dritten Brustwirbel und erhielt eine Woche Trainingsverbot.

Zudem müssen die Borussen auf Innenverteidiger Martin Stranzl (muskuläre Probleme in der Wade) verzichten.

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