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Michael Ballack (l.) spielte bereits von 1999 bis 2002 bei Bayer © getty

Leverkusens Trainer Dutt wird am Sonntag im Duell mit Bremen auf einen Star verzichten. Lautern muss gegen Augsburg punkten.

München - Es war ein Satz wie eine Ohrfeige.

"Wer für einen Champions-League-Klub spielt, für den ist es eine Ehre, auf der Bank sitzen zu dürfen", sagte Bayer Leverkusens Trainer Robin Dutt am Freitag.

Und es dauerte nicht lange, bis klar war, wer die Adressaten waren.

"Simon Rolfes und Michael Ballack wird es in unserem Dreier-Mittelfeld nicht gleichzeitig geben. Sie sind beide Strategen, zu ähnliche Spielertypen", sagte Dutt vor dem 2. Spieltag. (BERICHT: Dutt bremst Ballack)

Einer also wird am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Werder Bremen wieder die Bank drücken müssen, entweder der sowieso schon angezählte Ballack oder Nationalspieler Rolfes.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass einer von beiden spielt, ist groß, die, dass beide spielen, nicht", sagte Dutt, der anscheinend nicht zu den konfliktscheuen Persönlichkeiten zu zählen ist. (GAMES: Der SPORT1-Tipp-König)

Ein Zeichen setzen

Er muss aber auch ein Zeichen setzen, denn bei der Pokalpleite in Dresden und dem 0:2 beim FSV Mainz 05 am ersten Liga-Spieltag spielte Bayer wie unter Valium. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das hatte sich der neue Trainer anders vorgestellt, er benötigt schon jetzt dringend einen Erfolg, irgendetwas, das die Gemüter beruhigt.

Und da ist eine klare Ansage an Ballack wohl besser als die Joachim-Löw-Taktik des (fast) ewigen Aussitzens.

Bezug auf die Nationalmannschaft nahm Robin Dutt am Freitag während der Pressekonferenz auch - aber nur, um darauf hinzuweisen, dass "diese Zeiten definitiv vorbei sind."

[kaltura id="0_hftfb66f" class="full_size" title="Mit Leno aus der Krise"]

Duo Ballack-Rolfes hat schon funktioniert

Er meinte die Zeiten, in denen Michael Ballack und Simon Rolfes nebeneinander spielten, was eigentlich damals passabel klappte.

Zum Beispiel beim enorm wichtigen 1:0 in der WM-Qualifikation im Oktober 2009 in Russland.

Ballack, 98 Länderspiele, 249 Bundesliga-Spiele, bekommt von Dutt derzeit wenig Unterstützung.

Er werde "in diesem Jahr schon noch" die 250 vollmachen, sagte Dutt, es war wohl ein Scherz, aber ein unglücklicher.

Schwierige Entscheidung für Dutt

Und Simon Rolfes, 173 Bundesliga-Spiele, 23 Einsätze im Nationaltrikot?

Es wird eine schwierige Entscheidung für Dutt, den "Wunschtrainer, von dessen Qualitäten wir zutiefst überzeugt sind", wie Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser noch einmal betonte.

Dass er überhaupt etwas betonen musste, sagt schon viel aus.

Fingerzeig für die Saison

Von Beschaulichkeit wird im Romantik-Hotel, das Bayer am Spieltag bezieht, jedenfalls nichts zu spüren sein.

Fachwerk, Blumenkästen und süße Fensterläden sind nett, helfen aber auch nicht, wenn man einem Spieler mitteilen muss, dass er draußen bleibt - zumal es ein Fingerzeig für den Rest der Saison sein wird.

Zumindest das Torhüterproblem scheint gelöst:

Nach der Verletzung von Rene Adler sowie den Patzern der Vertreter David Yelldell und Fabian Giefer hat Bayer Bernd Leno vom VfB Stuttgart ausgeliehen. (BERICHT: Lenomenal: Vom VfB II zum Adler-Erbe)

Ein Brandherd ist genug

Mit Bedacht, denn der 19-Jährige soll besser sein als Giefer und Yelldell, aber auch nicht gut genug, Adlers Stellung zu gefährden; kurz: ein Brandherd ist genug.

Heiß war es auch bei Werder Bremen, Diskussionen über Geldsorgen und Fehleinkäufe ließen Schlimmes befürchten.

Doch dann kam der Saisonstart, ein 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern, der am Sonntag gegen den FC Augsburg (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) schon ein wenig unter Druck steht.

Für den FCA geht es um den ersten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

1. FC Kaiserslautern - FC Augsburg

Kaiserslautern: Trapp - Dick, Abel, Rodnei, Jessen - Sahan, Tiffert, Petsos - Shechter, Kouemaha, IlicevicAugsburg: Jentzsch - Verhaegh, de Roeck, Möhrle, de Jong - Callsen-Bracker, Davids - Ndjeng, Baier, Bellinghausen - Mölders

Bayer Leverkusen - Werder Bremen

Leverkusen: Leno - Schwaab, Toprak, Reinartz, Kadlec - Lars Bender, Castro - Renato Augusto, Ballack (Rolfes), Schürrle - Derdiyok. - Trainer: DuttBremen: Wiese - Papastathopoulos, Mertesacker, Prödl, Schmitz - Wesley - Fritz, Hunt - Ekici - Rosenberg, Thy

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