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Noveski, Bungert und Risse (v.l.n.r.) jubeln: Mainz ist Tabellenführer © getty

Mainz sichert sich in Freiburg die Tabellenführung. Tuchel glaubt, dass das Europa-League-Aus positive Auswirkungen haben kann.

Freiburg - Die Euro-Krise von Rumänien als Kapital für die Bundesliga:

Das peinliche Aus in der Europa-League-Qualifikation hat sich für den FSV Mainz 05 als heilsamer Schock erwiesen.

"Dies war im Rückblick ein markantes Erlebnis, das die Mannschaft immer verbinden wird", meinte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel nach dem 2:1 (0:0) (Bericht) der Rheinhessen beim SC Freiburg. Und der 37-Jährige untermauerte seine Vermutung mit einem netten Vergleich:

"An einen Restaurantbesuch, bei dem einem der Kellner Wasser über den Schoß gießt, erinnert man sich auch das ganze Leben. An die anderen 100 Besuche eher nicht", sagte Tuchel und war ob des Traumstarts in die Liga sichtlich erleichtert.

Durch den zweiten Sieg im zweiten Punktspiel 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag) wandelt der FSV nicht nur auf den Spuren der überragenden Vorsaison.

"Das war ein Schock für uns alle"

Auch der Beweis ist erbracht, dass der Fünfte der vergangenen Runde den K.o. gegen den rumänischen Außenseiter Gaz Metan Madias vor rund zwei Wochen für seine Zwecke genutzt hat.

"Das war ein Schock für uns alle. Aber er hat uns mehr zusammengeschweißt. Danach haben wir uns gesagt: "Jetzt erst recht'", erklärte Torschütze Marcel Risse, der aber nicht in Euphorie verfallen wollte. Besser geht es schließlich immer.

"Immerhin haben wir schon ein Gegentor kassiert", witzelte der Mittelfeldspieler. Man fange außerdem jetzt nicht an zu zählen, sagte Risse in Anspielung auf die zurückliegende Spielzeit. Damals hatten die Mainzer nach sieben Siegen zum Auftakt erst am achten Bundesliga-Spieltag die erste Niederlage kassiert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das zu wiederholen, ist aber nicht unser vorgegebenes Ziel", fügte Tuchel rasch an. Der umtriebige Coach legte dank einer Systemänderung und einer deutlichen Ansprache in der Kabine nach einer torlosen ersten Hälfte den Grundstein zum Sieg.

Mit mehr Durchsetzungsvermögen der Offensivspieler und dem Gang durch die Mitte kam der Erfolg, den Risse (64.) und Eric Choupo-Moting (79.) mit ihren Treffern besiegelten.

Anknüpfen an alte Leistungen

Eine Woche nach dem beeindruckenden 2:0 gegen Bayer Leverkusen machten die Mainzer deutlich, dass sie auch ohne die abgewanderten Andre Schürrle (Leverkusen), Christian Fuchs und Lewis Holtby (beide Schalke) an alte Leistungen anknüpfen können.

"Es wird schwieriger als letzte Saison. Aber als Mannschaft können wir das auffangen. In Mainz kommt alles mit der Team- und Laufarbeit", meinte Risse über den Schlüssel zum Erfolg. Der FSV erwies sich vor 20.600 Zuschauern aber auch als Spielverderber - und bescherte Freiburgs neuem Coach Marcus Sorg bei seinem Heimdebüt eine Niederlage.

Die Breisgauer, die seit dem 9. April 2011 nicht mehr zu Hause gewonnen haben, warten nach zwei Bundesligapartien mit nur einem Punkt und dem Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals noch immer auf den ersten Pflichtspielsieg der Saison.

Freiburg trotz Fehlstart mit gutem Gefühl

Angesichts der ansprechenden Leistung gegen Mainz ist Kapitän Heiko Butscher trotz des suboptimalen Starts nicht bange. "Ich habe ein gutes Gefühl. Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte der Verteidiger.

Wieder einmal zeigte sich aber die Abhängigkeit der Freiburger von Toptorjäger Papiss Demba Cisse. Der von mehreren englischen Vereinen und dem VfL Wolfsburg umworbene Senegalese erzielte zwar den Anschlusstreffer (90.+1), vergab aber viele Chancen.

"Wir haben dennoch gute Ansätze gezeigt. Wenn wir diese fortführen, kommen auch die Punkte", beteuerte Coach Sorg.

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