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Erleichterung bei Bayern, Frust bei Dejagah: Der FCB besiegt Wolfsburg mit 1:0 © getty

Der Brasilianer trifft in der Nachspielzeit gegen Wolfsburg. Mit Dusel habe der Sieg aber nichts zu tun. Magath fordert Videobeweis.

Von Björn Seitner und Jürgen Blöhs

Wolfsburg/München - In München wird man jetzt erst einmal tief durchatmen.

Dank des Treffers von Luiz Gustavo in der Nachspielzeit beim VfL Wolfsburg (Spielbericht) hat der FC Bayern den Kopf gerade nochmal aus der Schlinge gezogen und den schlechtesten Saisonstart seit zwölf Jahren verhindert.

"Diese drei Punkte waren für den Kopf sehr wichtig", stellte FCB-Linksaußen Franck Ribery bei "Sky" fest - auch im Hinblick auf die kommenden Entscheidungs-Wochen.

Doch auch der Franzose musste sich eingestehen: "Wir haben natürlich ein bisschen Glück gehabt in den letzten zwei Minuten." 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

FCB für Siegeswillen belohnt worden

Glück hin oder her, die Erleichterung war riesengroß beim Rekordmeister.

Selbst FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger sprintete nach dem goldenen Tor aufs Feld, um mit der Mannschaft zu feiern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich hatte mich mit dem Remis schon abgefunden, das Team ist dann aber für seinen unbedingten Siegeswillen belohnt worden", erklärte der 38-Jährige.

Mit Dusel habe die Leistung der Bayern jedoch nichts zu tun, einen Sieg müsse man sich auch erarbeiten, so Nerlinger.

Dem stimmte auch der brasilianische Torschütze bei LIGA total! zu:

"Man muss immer bis zur letzt Minute an den Sieg glauben", sagte Gustavo, der zuletzt am 26. Februar gegen den BVB für die Münchner getroffen hatte.

"Wie unter Louis van Gaal"

Der Rekordmeister tat sich gegen die "Wölfe" am Anfang zwar schwer, bestimmte dann aber die Partie in der kompletten zweiten Halbzeit - inklusive der mittlerweile schon üblichen 60 Prozent Ballbesitz.

Dies trieb Philipp Lahm zu der Aussage: "Wir spielen immer noch ein bisschen wie unter Louis van Gaal."

Der Bayern-Kapitän gab sich zudem selbstkritisch: "Wir haben nicht gut gespielt. Gerade vorne fehlte uns die Durchschlagskraft."

In der Offensive hakt es noch

Sinnbildlich dafür Bundesliga-Torschützenkönig Mario Gomez, der gerade mal einen mageren Torschuss abgab.

Insgesamt zehn Mal versuchten es die Münchner - nicht gerade ein Zeugnis von überschäumender Inspiration und Kreativität, wie es zuletzt noch gefordert wurde. Zu statisch agierten die Bayern über weite Teile des Spiels.

"Offensiv müssen wir zu unserer alten Gefährlichkeit zurückfinden", forderte daher Holger Badstuber.

Heynckes sauer über Wolfsburger Rasen

Für Coach Jupp Heynckes lag das aber auch an den schlechten Bedingungen: "Gerade für eine spielerisch starke Mannschaft wie uns, ist es bei so einem stumpfen Rasen nicht einfach."

Die Schuld dafür suchte er beim Gegner: "Das ist mit Sicherheit auch absichtlich so gehandhabt worden."

Felix Magath, Trainer der "Wölfe", brachte dagegen eine andere Szene auf die Palme, die die Münchner gar nicht erst kommentierten.

Magath fordert Fernsehbeweis

In der 39. Minute erzielte VfL-Stürmer Patrick Helmes den Führungstreffer, das Tor wurde wegen vermeintlicher Abseitsstellung aber vom Schiedsrichtergespann um Knut Kircher nicht gegeben.

Eine Fehlentscheidung, weil Luiz Gustavo das Abseits aufgehoben hatte.

Magath fand später klare Worte:

"In so einer Szene wäre ein Fernsehbeweis sicher nicht schlecht. Nun ist es leider so, dass eine Mannschaft benachteiligt und eine andere bevorteilt wird. Ich habe von der Bank aus gesehen, was vier Schiedsrichter nicht erkannt haben."

Für Hasan Salihamidzic, der insgesamt neun Jahre (1998 bis 2007) beim FC Bayern spielte, wäre "ein Unentschieden gerecht gewesen".

Dennoch sieht er die "Wölfe" auf "dem richtigen Weg".

Schlechte Stimmung war also auch beim Verlierer nicht angesagt.

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