vergrößernverkleinern
Der Norweger Mohammed Abdellaoue (l.) hat in der vergangenen Saison zehn Treffer erzielt © getty

Hannover präsentiert sich in erstaunlicher Frühform. Das 2:1 in Nürnberg zeigt, dass 96 erneut eine gute Rolle spielen kann.

Nürnberg - Eiskalt und effizient: Hannover 96 macht genau dort weiter, wo die Mannschaft in der letzten Saison aufgehört hat.

Eine stabile Defensive, gute Paraden von Torwart Ron-Robert Zieler und in Mohammed Abdellaoue ein klassischer Torjäger reichten zum 2:1 (2:0) beim 1. FC Nürnberg (Bericht). 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Der in der Vereinsgeschichte einmalige Start mit drei Pflichtspielsiegen in Folge ist perfekt.

"Wir hatten Glück, Qualität und Zieler", sagte Trainer Mirko Slomka nach dem zweiten Sieg im zweiten Ligaspiel.

Dabei bezog sich der Coach vor allem auf die zweite Halbzeit, in der Hannover um den Dreier zittern musste und der 96-Torwart mehrfach gefordert war. Entlastung fehlte weitgehend, doch in dieser Phase hielt Hannover mit Kampfkraft den knappen Vorsprung.

Schon wieder im Spitzenfeld eingenistet

"Wir haben mit aller Macht dagegengehalten", sagte Slomka. Die Niedersachsen haben sich damit schon wieder im Spitzenfeld der Fußball-Bundesliga eingenistet, und es spricht einiges dafür, dass dies so bleibt.

Die Mannschaft ist eingespielt, harmoniert und kann damit auch knifflige Phasen überstehen. "Etliche heikle Situationen" hatte Kapitän Christian Schulz in der zweiten Halbzeit gesehen.

"Wir haben uns zu tief fallen lassen und die Konterstärke dadurch nicht gezeigt", sagte er.Diesen wohl größten Trumpf spielten sie jedoch vor der Pause hinreichend aus und zehrten später davon.

"Wir waren außerordentlich effektiv in der ersten Halbzeit, in der Chancenauswertung und in der Verteidigung", sagte Slomka. Da schien Nürnberg zunächst besser im Spiel zu sein, doch mit dem ersten Tor nahm 96 dem Club allen Schwung.

Zur Stelle war da erneut Stürmer Mohammed Abdellaoue. Der Norweger ist ein Glücksfall für die Slomka-Elf und er befindet sich in Topform. Schon gegen Hoffenheim hatte er das entscheidende Tor erzielt und auch in Nürnberg stand er im Mittelpunkt. "Moa hat enorme Qualitäten, er lauert auf jedes Tor und ist immer da. Er ist sehr, sehr wertvoll", sagte Mittelfeldspieler Konstantin Rausch.

Gerüstet für Sevilla

Nach Abdellaoues 1:0 in der 16. Minute hatte Rausch per Foulelfmeter das 2:0 (27.) erzielt. Gefoult worden war natürlich Abdellaoue. Auch seine Qualität ist es, die Slomka meinte, und auf die 96 am Donnerstag im Europa-League-Duell mit dem FC Sevilla baut.

Eine Schrecksekunde gab es freilich, als der Stürmer in der ersten Halbzeit mit Nürnbergs Timothy Chandler zusammenprallte und auf den Rücken fiel. Slomka nahm seinen Torjäger nach gut einer Stunde vom Platz.

Sorgen müsse man sich um seinen Einsatz aber nicht machen. "Kein Problem für Sevilla", sagte Abdellaoue selbst. Vor ausverkauftem Haus sind seine Großtaten wieder erwünscht. "Ich hoffe immer auf ein Tor von mir", sagte er.

"Wir haben Gesicht und Charakter gezeigt"

Beim Club war ein gewisse Enttäuschung natürlich da, schließlich hatten die Franken ihre Heimpremiere in den Sand gesetzt. Nach der schwachen ersten Halbzeit und dem 0:2-Rückstand sah aber Dieter Hecking durchaus Positives.

"Wir haben Gesicht und Charakter gezeigt", kommentierte der Trainer. Gegen Heckings Ex-Verein hatte der FCN nach dem 1:2 von Tomas Pekhart (56.) mehrfach den Ausgleich auf dem Fuß.

"Drei, vier klasse Chancen" hatte der Coach nach der Pause notiert und doch Anschauungsunterricht gesehen. "Hannover hat uns ein Lehrbeispiel für Effizienz vorgeführt", sagte Hecking.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel