Neuer Trainer, alte Probleme - es ändert sich offenbar nichts. Schon die nächste Partie wird für Solbakken zum ersten "Endspiel".

Zwei Spieltage ist die neue Saison erst alt und schon brennt es in Köln lichterloh:

Nach zwei desaströsen Vorstellungen stehen die "Geißböcke" mit 0 Punkten und 1:8 Toren auf dem letzten Tabellenplatz.

"Das wirkt so, als ob sich ein paar Fremde auf dem Platz treffen und versuchen, Fußball zu spielen", lautete das vernichtende Urteil von LIGA total!-Experte Thomas Berthold nach dem 1:5 bei Schalke 04:

"So ist Köln für mich der erste Absteiger."

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FC-Abwehrspieler Kevin McKenna gab offen zu: "Ich bin vier Jahre in Köln. Es ändert sich nichts."

In Köln droht die Krise offenbar zum Dauer-Zustand zu werden.

Alle Maßnahmen des glücklosen Vereinspräsidenten Wolfgang Overath sind erfolglos verpufft.

Er hat es auf der Trainerbank mit dem großen Zampano Christoph Daum versucht, danach mit dem eher introvertierten Zvonimir Soldo, zuletzt mit dem "kölschen Jung" Frank Schaefer - alle gingen vorzeitig.

Deshalb sollte der einstige Freiburger Alleinherrscher Volker Finke für Kontinuität im Karnevalsverein sorgen, doch seine Bilanz nach neun Monaten im Amt ist äußerst mäßig.

Denn es war Finkes Idee, Stale Solbakken als neuen Coach zu installieren. Scheitert der Norweger, dürfte die ohnehin im Umfeld schon deutlich vernehmbare Kritik an Finke sehr laut werden.

Und ein baldiges Aus des Trainers ist nach dem Fehlstart keineswegs ausgeschlossen, das nächste Spiel gegen Kaiserslautern wird schon zum ersten Endspiel für ihn.

Bisher ist nämlich von einem Konzept beim als Konzept-Trainer vorgestellten Solbakken wenig bis nichts zu sehen.

Die Spieler haben selbst zugegeben, dass sie das System ihres Coaches nicht genau verstehen.

Doch wenn Solbakken dafür mehr Zeit benötigt, warum fuhr er dann erst in den Urlaub und trat erst vier Tage nach Trainingsbeginn seinen Dienst in Köln an?

Auch der Verzicht auf klassische Konditionsarbeit in der Vorbereitung wurde so dargestellt, als sei sie im modernen Fußball gar nicht mehr nötig.

Merkwürdig nur, dass die Kölner sowohl beim 0:3 zum Auftakt gegen Wolfsburg als auch auf Schalke nach der Pause völlig einbrachen.

Und auch der Machtkampf mit Publikumsliebling Lukas Podolski um die Kapitänsbinde hat bislang nur Schaden und keinen sichtbaren Nutzen gebracht, zumal der stattdessen beförderte Geromel alles andere als eine Stütze der schwächelnden Mannschaft ist.

Es erscheint höchst unwahrscheinlich, dass man ausgerechnet in der notorisch unruhigen Medienstadt Köln viel Geduld mit Solbakken hat.

Im Moment hilft Solbakken kein Konzept, sondern nur ein schnelles Erfolsgerlebnis. Es ändert sich offenbar tatsächlich nichts in Köln.

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