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Heiko Westermann wechselte 2010 vom FC Schalke 04 zum Hamburger SV © getty

Nach dem Remis gegen Aufsteiger Berlin gibt sich HSV-Coach Oenning ernüchtert und verweist auf eine "längere Findungsphase".

Hamburg - Vor Wochenfrist vom Meister gedemütigt, diesmal vom Aufsteiger im eigenen Stadion beherrscht - der Weg des Hamburger SV in den kommenden Wochen wird kein leichter sein.

"Unsere Phase des Findens wird wohl noch länger dauern. Vieles muss noch eingeschliffen werden", sagte Trainer Michael Oenning nach dem 2:2 (1:1) gegen Hertha BSC Berlin (Spielbericht) - und irgendwie klang seine Stimme dabei ernüchtert.

Denn mit einer solchen Leistung werden die Hanseaten am kommenden Wochenende beim Rekordmeister Bayern München auf verlorenem Posten stehen.

Ein gemeinsames Essen mit den HSV-Helden der 80er-Jahre am Vorabend des Spiels hatte den neuen jungen HSV motivieren sollen.

"Das darf nicht sein"

Doch 52.100 enttäuschte Zuschauer sahen einen übereifrigen und vor allem wenig abgezockten Gastgeber, der zweimal in Führung ging und diesen Vorteil durch Gegentreffer kurz vor der Halbzeitpause von Tunay Torun (43.) und kurz vor Schluss durch Andre Mijatovic (88.) noch leichtfertig aus der Hand gab.

Marcell Jansen brachte das ohne Umschweife auf den Punkt: "Ein Aufsteiger hat bei uns das Spiel gemacht, das darf nicht sein."

Die Tore für den Gastgeber fielen durch Mladen Petric (25., Foulelfmeter) und Heung Min Son (61.) quasi aus dem Nichts.

Hertha-Manko Chancenverwertung

Die Berliner beherrschten dagegen meist das Geschehen, nur effektiv war die Mannschaft von Coach Markus Babbel in der Hansestadt nicht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Drei Aluminiumtreffer, mehrere weitere Großchancen nicht genutzt - Babbel fehlte das i-Tüpfelchen:

"Wir haben ein fast perfektes Spiel hingelegt. Wäre es perfekt gewesen, hätten wir es gewonnen."

Tabellenplatz 17

Bein den Norddeutschen, die seit Mitte März kein Ligaspiel mehr gewinnen konnten, muss man sich hingegen fragen, ob die Frischzellenkur des neuen Sportchefs Frank Arnesen nicht eher eine Rosskur ist, die dem HSV nicht guttut.

Arnesen brachte von seinem alten Arbeitgeber FC Chelsea vier Nachwuchsspieler mit, eine wirkliche Verstärkung zeichnet sich noch nicht ab.

"Man muss den jungen Leuten Zeit geben", sagte der dänische Ex-Nationalspieler beinahe beschwörend, doch Geduld ist beim HSV schon lange keine liebevoll gepflegte Tugend mehr.

Nach zwei Spieltagen steht in der Tabelle nur der 1. FC Köln schlechter da - ein guter Saisonstart sieht anders aus.

Berliner zufrieden

Die Hertha hat zwar auch nur einen Punkt auf dem Konto, die Spielweise stimmte die Verantwortlichen aber mit Blick auf die kommenden Begegnungen durchaus positiv. 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Sportchef Michael Preetz: "Das war ein wirklich starker Auftritt unserer Mannschaft. Nur schade, dass sie zu Beginn der zweiten Halbzeit den Sack nicht zumachen konnte."

Der Torschütze und Ex-Hamburger Torun formulierte noch direkter. "Das war Super-Fußball, den wir da gespielt haben", meinte der Türke.

Den 21-Jährigen ließ man beim HSV im Sommer weitgehend widerstandslos an die Spree ziehen, doch Arnesens junge Wilde aus England senken bisher nur den Altersdurchschnitt, aber heben nicht das Niveau.

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