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Simon Rolfes (l.) wechselte 2005 von Alemannia Aachen zu Bayer Leverkusen © imago

Wer spielt gegen Werder: Rolfes oder Ballack? Robin Dutt geht dem Konflikt nicht aus dem Weg. Leno steht vor der Premiere.

Von Matthias Becker und Mathias Frohnapfel

München - Eines muss man Robin Dutt nach dem Fehlstart mit Bayer Leverkusen zugute halten: Konfliktscheu ist der neue Coach der Werkself nicht.

Andere Trainer hätten nach dem Pokal-Aus bei Zweitligist Dynamo Dresden und der Liga-Auftaktpleite in Mainz alles dafür getan, dass im nervösen Umfeld Ruhe einkehrt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dutt fachte stattdessen mit offenem Visier das weiter an, was schon die vergangene Saison bei Bayer überschattet hat: Die Ballack-Diskussion.

Für Simon Rolfes und Michael Ballack sei kein Platz in der Startelf, erklärte Dutt erstaunlich offen. (Bericht)

Vor dem Duell mit Werder Bremen (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) bestätigt er diese Aussage: "Dem Klub ist alles unterzuordnen - und das zu 100 Prozent. Generell gibt es doch heute doch in keiner Spitzenmannschaft mehr elf Stammspieler", stellte Dutt in der "Bild am Sonntag" fest.

"...dann hätte Bayer den Falschen geholt"

Welche seiner beiden Leitfiguren gegen Werder auf die Bank muss, lässt der frühere Freiburger Trainer allerdings offen. "Mal ist es Rolfes, in der nächsten Woche Ballack", sagte er lediglich: "Die Spieler müssen es akzeptieren, wenn sie mal nicht spielen." 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Auch die aufkeimende Kritik nach den schwachen Vorstellungen zu Saisonbeginn lassen Dutt einigermaßen kalt. "Der Start ist natürlich anders gelaufen als erhofft. Aber ich mache die Qualität unserer Mannschaft nicht von zwei verlorenen Spielen abhängig", erklärte er.

Wenn er nach zwei Pleiten schon die beunruhigt wäre, "dann hätte Bayer den Falschen geholt".

Premiere für Leno

Das will sich in Leverkusen weder bei Dutt, noch beim neuen Keeper jemand nachsagen lassen.

Bernd Leno, während der Woche auf Leihbasis aus Stuttgart gekommen, steht trotz seiner erst 19 Jahre gegen Werder aller Voraussicht nach im Tor. Dabei hat der Keeper gerade einmal ein paar Tage mit den neuen Teamkollegen trainiert.

"Für mich ist das jetzt der nächste Schritt, um mich auf einem sehr hohen Niveau weiterzuentwickeln", erklärte Leno im Gespräch mit SPORT1.

"Ich werde mit meiner Leistung versuchen, einen Teil zum Erreichen der gesteckten Ziele des Vereins beizutragen."

Völler: "Wir müssen die Kurve kriegen"

Das liegt erstmal in der Vermeidung des kompletten Fehlstarts. "Das ist eine sehr starke Bremer Mannschaft, wir brauchen eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive, dürfen uns nicht nur auf unser Offensivspektakel verlassen", weiß Dutt.

Von seinem Team erwartet er daher "eine gute Leidenschaft und Mentalität" - Merkmale, die bei den beiden bisherigen Pleiten noch fehlten.

Die Forderung von Rudi Völler ist daher eindeutig. "Wir müssen die Kurve kriegen", stellt der Bayer-Sportdirektor fest und hofft, dass dabei auch die Abwehr endlich sicherer agiert.

Werder mal wieder mit Sorgen

Werder will indes den Schwung aus dem Auftaktsieg gegen Kaiserslautern mitnehmen, allerdings fallen Philipp Bargfrede und Andreas Wolf aus.

In Leverkusen muss Bremen auch ohne den serbischen Neuzugang Aleksandr Ignjovski auskommen, weil dessen Spielberechtigung noch nicht vorliegt. "Das dauert eben alles", kommentierte Werder-Coach Thomas Schaaf.

Auf angeknockte Leverkusener spekuliert Schaaf aber nicht und sagt: "Wir gehen nicht davon aus, dass Leverkusen sich hängen lässt."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Leverkusen: Leno - Schwaab, Toprak, Reinartz, Kadlec - Lars Bender, Castro - Renato Augusto, Ballack (Rolfes), Schürrle - Derdiyok

Bremen: Wiese - Papastathopoulos, Mertesacker, Prödl, Schmitz - Wesley - Fritz, Hunt - Ekici - Rosenberg, Thy

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