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Hans Meyer © imago

Bei den "Fohlen" herrscht nach der Pleite gegen Dortmund Angst und Schrecken. Entwarnung gibt es beim verletzten Jantschke.

Dortmund - Nur elf Punkte, aber 35 Gegentore, zwölf Niederlagen und nach 17 Spieltagen Tabellenschlusslicht - eine Abstiegsbilanz.

Die schlechteste Hinrundenausbeute seit dem Bundesliga-Abstieg 1998/98 (zehn Punkte) verbreitet bei Borussia Mönchengladbach Angst und Schrecken (Ergebnisse und Tabelle).

Dass die Mannschaft von Trainer Hans Meyer beim 1:2 (0:1) bei Borussia Dortmund selbst in 52 Minuten in Überzahl fast ohne Chance war, machte den Fans nur wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt (der Spielbericht).

Meyer, der wie gewohnt kritische Fragen der Journalisten zunächst mit einer Gegenfrage beantwortete, um nach einigen zynischen Anmerkungen doch noch sachlich zu analysieren, wirkte nach neun Spielen mit nur zwei Siegen in seiner Amtszeit angeschlagen.

"Für einen Abgesang ist es noch zu zeitig. Zum Glück hat uns bisher die Konkurrenz den Gefallen getan, an uns dran zu bleiben. Am Ende werden es vermutlich vier Mannschaften sein, die eine Meisterschaft unter sich ausspielen werden", meinte der 66-Jährige.

Hoffnung auf Verstärkungen

Seine Hoffnungen ruhen auf der Rückrunde, die auswärts ausgerechnet in Stuttgart und mit einem Heimspiel gegen Hoffenheim beginnt.

Mit intensiver Arbeit in der Vorbereitung und "zwei oder drei Verstärkungen" will der eigenwillige Coach eine Situation schaffen, bei der "Fußball-Gladbach wieder hoffen kann".

Als mögliche Zugänge in der Winterpause werden Verteidiger Oguchi Onyewo (Lüttich), Torhüter Logan Bailly (Genk) und als Stürmer der ehemalige Bremer Ivan Klasnic (Nantes) gehandelt.

Einigung mit zwei Spielern

Dazu Sportdirektor Max Eberl: "Wir haben mit zwei Spielern bereits Einigung erzielt, jetzt müssen wir noch mit den Vereinen klar werden."

Meyer hofft, dass die Verantwortlichen "so viel Geld zur Vefügung stellen, um das tun zu können, was uns weiterhilft". Denn in Dortmund wurden wieder einmal die Schwachstellen offensichtlich.

Individuelle und taktische Fehler wechselten sich ab, am Ende reichte dem BVB nach der Gelb-Roten Karte gegen Tamas Hajnal (38.) wegen wiederholten Foulspiels eine durchschnittliche Vorstellung zum dritten Heimsieg.

Meyer sieht gute Ansätze

"Aber ich sehe nicht nur das Miese. Wenn man die letzten drei Spiele betrachtet, hatten wie auch gute Ansätze", meinte Meyer, dessen Mannschaft vor 79.700 Zuschauern durch einen Sonntagsschuss von Mohamed Zidan (35.) und einen Treffer von Nuri Sahin (56.) mit 0:2 in Rückstand geraten war, bevor der eingewechselte Johannes van den Bergh (80.) für das Anschlusstor und damit für den ersten Gegentreffer des BVB nach 498 Minuten sorgte.

Doch auch in Dortmund blieb es nur bei guten Ansätzen, aber wenig zwingenden Aktionen.

Es passte ins Bild eines Teams im Abstiegssog, dass Youngster Tony Jantschke nach einem Zweikampf mit Jakub Blaszczykowski kurze Zeit bewusstlos war und mit dem Verdacht auf einen Jochbeinbruch ausgewechselt werden musste.

Kein Jochbeinbruch

Die Diagnose bestätigte sich aber nicht. Der 18-Jährige konnte das Krankenhaus am Samstag bereits wieder verlassen. Er kam mit einer Gehirnerschütterung und einer Schädelprellung davon.

Während die Gladbacher am Samstag auf ihrer Reise als Botschafter des deutschen Fußballs in Richtung Israel ihre Wunden leckten, zogen die im heimischen Stadion weiterhin ungeschlagenen Dortmunder Borussen auf ihrer Weihnachtsfeier eine positive Zwischenbilanz.

"29 Punkte sind mehr als wir es uns erträumt haben", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Freude in Dortmund

"Das ist eine gute Basis für die Rückrunde. Die Hinrunde hat allen Spaß gemacht. Was die Mannschaft bisher geleistet hat - Hut ab", ergänzte Trainer Jürgen Klopp nach seinen ersten sechs Monaten mit nur zwei Punktspielniederlagen in Dortmund und machte seinem Amtskollegen und Freund Meyer Mut.

"Ich war mit Mainz selbst in der Situation, dass wir bei Halbzeit nur elf Punkte hatten. Aber da war die Konkurrenz weiter weg, und wir hätten es trotzdem fast geschafft."

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