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Stale Solbakken (r.) absolvierte als Spieler 58 Länderspiele für Norwegen © getty

Kölns Trainer will sich nach dem Fehlstart nicht beirren lassen. SPORT1-Experte Mario Basler fällt ein vernichtendes Urteil.

Köln - In der Kölner "Hölle" regnete es Hunde und Katzen.

Stale Solbakken stand am Sonntagmorgen nach dem 1:5 (1:1) bei Schalke 04 (Bericht) lange wie eingefroren auf dem pitschnassen Rasen, dann schnappte er sich einen Block und ging in die Offensive.

Der neue Trainer des 1. FC Köln sah sich schon nach drei Pflichtspielen genötigt, der kritischen Presse sein Konzept für den Erfolg aufzuzeichnen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein Kringel hier, ein Strich dort, Innenverteidigung, danach das "schnelle Umschalten", quasi eine Trainingseinheit für die Journalisten.

Vernichtendes Urteil

"Im Inneren ist es für mich die Hölle", hatte Solbakken nach dem Debakel gesagt. Der in Köln besonders aufgeregte Boulevard hat ihm bereits den wenig netten Beinamen "der nette Norweger" verpasst.

Der Druck von allen Seiten sei hoch, aber er werde das Konzept definitiv durchziehen, betonte er auch am Sonntag - die Frage ist aber, wie lange er es versuchen darf. "Ich brauche noch Zeit", sagt er (Bericht: Solbakken schon in der "Hölle").

SPORT1-Experte Mario Basler fällte im Doppelpass ein vernichtendes Urteil: "Nach diesen beiden Spieltagen besteht die Gefahr, dass in Köln der erste Trainer entlassen wird."

Solbakken erwartet großen Druck

Zeit ist in Köln traditionell knapp bemessen, der Spießrutenlauf hat schon begonnen. Denn Solbakkens Entwurf einer kompakten, organisierten Einheit war in der zweiten Halbzeit in sich zusammengefallen.

Der Norweger sprach von "großen und einfachen Fehlern", er bezeichnete die Leistung seiner Mannschaft nach der Pause als Katastrophe. 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Sehr großer Druck "durch Presse und Fans" sei nun zu erwarten - vor allem vor dem "großen großen Spiel" Spiel gegen Kaiserslautern am Samstag.

"Situation mehr als ärgerlich"

Noch kommt der Druck nicht explizit von Volker Finke. Vielleicht, weil der Sportdirektor selbst es war, der Solbakken vom FC Kopenhagen an den Rhein geholt hatte.

Das überrascht nicht nur Hannovers Erfolgstrainer Mirko Slomka.

"Ich hätte eher gedacht, dass Volker Finke da eingreift. Er hat den Trainer ja auch verpflichtet. Lukas Podolski die Kapitänsbinde wegzunehmen, finde ich eher unpassend. Ich bin da allerdings auch nicht drin. Da sind jetzt Männergespräche gefordert", meinte Slomka im Doppelpass auf SPORT1.

Dennoch klang es nach einem Hauch von Ultimatum, als Finke sagte: "Für die ganz globalen Fragen ist es noch etwas zu früh. Die Situation ist mehr als ärgerlich."

Einzelgespräch mit Podolski

Am Sonntagmorgen führte Solbakken beim Auslaufen viele Einzelgespräche - auch mit Lukas Podolski, der den obligatorischen Gang zu den Fans nach dem Abpfiff auf Schalke verweigert hatte.

Der Nationalspieler stand nach der Pleite erst mit hängenden Schultern im Mittelkreis, kehrte den wüst schimpfenden Anhängern den Rücken zu und trottete dann in die Kabine.

"Poldi" bleibt im Fokus

Auch über "Prinz Poldi" wird bei den Rheinländern also weiter diskutiert, der nach seiner Ausbootung als Kapitän - trotz des Führungstreffers - erneut schwach spielte und keine Anstalten machte, in der Defensive mitzuarbeiten.

"Wenn man so eine zweite Halbzeit spielt, dann muss sich nicht nur der Trainer, sondern auch die Spieler hinterfragen. Das Abwehrverhalten der Mannschaft, da brauchen wir nicht zu diskutieren ? da muss man die ganze Mannschaft auswechseln", fand Basler klare Worte.

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