vergrößernverkleinern
Sehen so Sieger aus? Franck Ribery (2.v.r.) erzielte seit 2007 für den FC Bayern 31 Tore © getty

Die Bayern freuen sich über ihren ersten Dreier in der neuen Saison. Doch Günter Netzer und Mario Basler mäkeln.

Von Reinhard Franke

München - Hauptsache gewonnen! Bayern reiste mit mächtig Bauchschmerzen zum Auswährtsspiel nach Wolfsburg.

Eine weitere Pleite nach der Auftaktniederlage gegen Mönchengladbach (0:1) wollte man unbedingt vermeiden.

Bayern-Coach Jupp Heynckes sagte noch vor dem Spiel: "Wir müssen und werden eine Reaktion zeigen." Gut, die Reaktion sieht ganz zufriedenstellend aus. Zumindest auf dem Papier.

Was zählt der Arbeitssieg?

Das 1:0 war ein Arbeitssieg oder wie die Kritiker des Rekordmeisters sagen ? es war ein typischer bayerischer "Dusel-Sieg" (NACHBERICHT: Mit Glück und Gustavo: Bayern atmet auf ) . Zumal den Wolfsburgern ein klares Tor aberkannt wurde. Ein Fehlstart konnte also gerade nochmal vermieden werden.

Aber wie stark ist der neue FC Bayern nach dem ersten Saisonsieg wirklich? Die Experten sind sich einig. Dieser Sieg war ein Last-Minute-Sieg, der die (taktischen) Probleme der Bayern fürs erste nur verdeckt, mehr nicht. 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Bayern vermeidet Fehlstart

Dass die Bayern sich steigern müssen, ist klar.

In der "Bild am Sonntag" sagt Günter Netzer: "Mit dem späten 1:0-Sieg in Wolfsburg hat der FC Bayern einen Fehlstart in der Bundesliga vermieden. Eine Niederlage hätte den weiteren Verlauf negativ beeinflusst und zusätzliche Fragen aufgeworfen."

Die Fragen kommen nun aber auch trotz des Dreiers in der Autostadt. Netzer wundert sich über die viel zu harmlos auftretenden Bayern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das Spiel in Wolfsburg war sicherlich kein Glanzstück." Netzer macht sich Sorgen im Hinblick auf das nächste Spiel. "Das erste Spiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Zürich wird am Mittwoch von der Bedeutung her wichtiger sein als ein Bundesligaspiel."

"Sie haben in ihrem Spiel keine Überraschungsmomente"

Einer, der wie immer kein Blatt vor den Mund nimmt, ist Mario Basler.

Im SPORT1-Doppelpass fand der frühere Nationalspieler deutlich Worte nach dem glücklichen Sieg der Münchner: "Sie haben in ihrem Spiel keine großen Überraschungsmomente.

Schweinsteiger spielt immer wieder über fünf Meter quer und zurück." Gerade Schweinsteiger, Toni Kroos und auch Kapitän Philipp Lahm geben Rätsel auf.

Waren sie doch am Mittwoch mit der Nationalmannschaft gegen Brasilien noch positiv aufgefallen mit ihrem gradlinigem Spiel nach vorne, mit schönen offensiven Aktionen, spielten sie in Wolfsburg zu oft behäbig und quer hin und her.

[kaltura id="0_ffs8zbti" class="full_size" title="Doppelpass Der FC Bayern in der Analyse"]

Basler kritisiert Bayern

Basler kritisiert auch einen Neuzugang: "Rafinha darf offensichtlich nicht die Mittellinie überqueren. Damit beraubt man den Spieler seiner Stärke."

Basler ermahnt die Bayern und lobt die Konkurrenz: Dortmund und Hannover zeige, wie es anders geht.

"Die wollen mit vier, fünf Ballkontakten nach vorne. Das ist der große Unterschied, wie schon letzte Saison."

Aus Sicht von Basler mangelt es dem Bayern-Spiel an Tempo. "Dann ist es für den Gegner kein Problem, sich rechtzeitig zurückzuziehen. Dann können auch Ribéry und Robben problemlos gedoppelt werden."

Lahm gibt auf diese Mäkeleien einstweilen nicht viel: "Am Ende haben wir den Siegverdient. Ich spüre wie es aufwärts geht. Die Handschrift von Heynckes wird klarer und klarer."

Nerlinger ist zuversichtlich

Und auch Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger kann die aufkommende Kritik trotz des ersten Saisonsiegs in der Liga nicht so recht nachvollziehen.

Er sagt: "Wir glauben immer bis zum Schluss daran ein Spiel zu gewinnen."

Nerlinger macht sich noch keine Sorgen: "Ein Saisonstart ist für mich ein Zeitraum. Wenn wir gegen den HSV und Zürich gewinnen, dann war der Saisonstart absolut in Ordnung."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel