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Michael Ballack lieg gegen Bremen zum 250. Mal in der Bundesliga auf © dpa Picture Alliance

Der Routinier zeigt beim Sieg gegen Bremen eine durchwachsene Leistung, Dutt ist aber zufrieden. Leno mache einen "coolen Eindruck".

Von Björn Seitner

Leverkusen/München - Er war so etwas wie die tragische Figur des Abends.

Nur 120 Sekunden nach Michael Ballacks Auswechslung in der 83. Minute erzielte Bayer Leverkusen durch Michal Kadlec den Siegtreffer gegen Werder Bremen (Spielbericht).

Vorbereiter des Tores: Simon Rolfes, der für den Ex-Nationalspieler aufs Feld kam, und "auf den Punkt da ist", wie Bayer-Trainer Robin Dutt bei LIGA total! lobend feststellte. 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

Ballack gelang zuvor wenig. 50 Ballkontakte, 35 Prozent gewonnene Zweikämpfe - er habe selbst um seine Auswechslung gebeten, erklärte Dutt.

Dutt mit Ballack zufrieden

Doch das rechnete der 46-Jährige dem Jubilar - es war Ballacks 250. Bundesliga-Partie - positiv an:

"Michael hat heute gut gearbeitet, dass er selbst ausgewechselt werden wollte, spricht für ihn", so Dutt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Er spielte damit vor allem auf Ballacks Laufleistung von gut elf Kilometern an, denn Akzente konnte der Routinier, der überraschenderweise auch Kapitän war, nur wenige setzen.

Tor erst durch einen Standard

Überhaupt tat sich der Vorjahreszweite gegen die Norddeutschen lange schwer.

"Dass wir viele Standards herausgeholt haben und zum Schluss nochmal Druck machen konnten spricht für die Mannschaft", sagte Dutt erleichtert nach dem ersten Sieg.

Ein Eckball war es auch, den Rolfes kurz nach seiner Einwechslung vor dem Toraus rettete und mustergültig für Kadlec auflegte.

Eine erneute Niederlage nach der Pleite in Mainz hätte den schlechtesten Saisonstart seit dem Aufstieg 1979 bedeutet.

Jeder muss auf der Bank sitzen können

Ob nun Rolfes oder Ballack den Vorzug erhalten würden, sorgte im Vorfeld des Spiels für viele Diskussionen, die auch Dutt selbst anstachelte.

Und auch nach der Partie wiederholte er: "Wir sind Bayer 04 Leverkusen, ein Champions-League-Verein. Wer nicht damit umgehen kann, auf der Bank zu sitzen, der hat hier nichts verloren."

Explizit mit Ballack habe die Aussage jedoch nichts zu tun, so Dutt.

Leno macht "coolen Eindruck"

"Wir haben in Leverkusen natürlich einen erstklassig besetzten Kader. Da kommt es eben auch mal vor, dass man auf der Bank sitzt", erklärte auch Rolfes.

Erweitert hat diesen Kader Torhüter Bernd Leno, der bis Jahresende vom VfB Stuttgart verpflichtet wurde.

"Leno hat einen sehr coolen Eindruck gemacht in den letzten Tagen", sagte Dutt zu dem 19-Jährigen, der bei seinem Bundesliga-Debüt kaum geprüft wurde.

"Ich weiß gar nicht ob Bernd Leno überhaupt einen Ball halten musste", sagte auch SVW-Keeper Tim Wiese: "Aber trotzdem wünsche ich dem Jungen viel Glück."

Comeback von Pizarro

Dass es sich mit einem Sieg einfacher lebt, ging Rolfes nach dem "Dreier" leicht von den Lippen.

Und auch Ballack wird hauptsächlich an den Sieg gedacht haben, als er nach dem Abpfiff kurz mit Dutt plauderte und anschließend mit Claudio Pizarro das Trikot tauschte.

Auf Werder-Seite gab der Peruaner nach gut zweimonatiger Verletzungspause aufgrund eines Innenbandrisses im Knie sein Comeback für Werder. Doch gefährlich wurde es auch durch Pizarro nicht.

"Haben nicht an den Sieg geglaubt"

"Wir haben nicht an uns und an einen Sieg geglaubt. Wenn wir entschlossener nach vorne gespielt hätten, wäre mehr für uns drin gewesen. Wir haben uns das Leben im Angriff selbst schwer gemacht", analysierte Werder-Coach Thomas Schaaf.

Auch Wiese beobachtete dies von seiner Position: "Wir haben nach vorne zu wenig gemacht. Natürlich sind wir enttäuscht."

Mit einer Aktion haderte Schaaf zudem besonders. Angesprochen auf ein vermeintliches Foul an Marko Arnautovic im Strafraum, konterte er: "Das war eine eindeutige Sache. Das können sie alle Fragen, die daran beteiligt waren."

Der Elfmeterpfiff bleibt aber aus. Vielleicht war die tragische Figur dieses Abends ja auch ein anderer und Ballack eigentlich der zufriedene Jubilar.

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