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Michael Ballack (r.) kehrte 2010 vom FC Chelsea zu Bayer Leverkusen zurück © dpa

Gegen Bremen geht der Star-Poker von Leverkusen-Trainer Dutt auf, sowohl Ballack als auch Rolfes erhalten Lob. Das Thema bleibt.

Leverkusen - Die herzliche Umarmung von Robin Dutt mit Simon Rolfes nach Spielende war nicht gespielt.

Der Cheftrainer von Bayer Leverkusen wusste, bei wem er sich bedanken musste. (Bericht)

Kapitän Rolfes, der 84 Minuten auf der Ersatzbank schmoren musste und für Michael Ballack eingewechselt wurde, bereitete das Siegtor von Michal Kadlec (86.) zum 1:0 (0:0) gegen Werder Bremen mit seiner artistischen Rückgabe vor. 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag)

"Ballack hat's vorbereitet, und Rolfes hat das Tor vorbereitet", sagte Dutt und lobte sein Kapitäns-Wechselspiel, das am Ende mit dem erlösenden ersten Pflichtspieldreier in dieser Saison belohnt wurde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dutt schmallippig

Die Freude über den schwer erkämpften Sieg gegen die Hanseaten war dem Coach allerdings schnell vergangen, als er auf seine Aussage in der vergangenen Woche ("Rolfes und Ballack wird es in unserem Dreier-Mittelfeld nicht gleichzeitig geben. Sie sind beide Strategen, zu ähnliche Spielertypen") angesprochen wurde.

"Wenn sie es ja verstanden haben, brauche ich es nicht zu wiederholen", äußerte der sichtlich eingeschnappte Dutt schmallippig und verweigerte weitere Ausführungen auf der Pressekonferenz zu diesem Thema.

Offensichtlich ist dem Ex-Freiburger aufgegangen, dass ihm mit seiner frühzeitigen Festlegung, dass Rolfes und Ballack nicht zusammenspielen können, ein Eigentor unterlaufen ist - und dies ohne Not.

"Nicht in Stein gemeißelt"

Zu Recht fragen Kritiker, was der Bayer-Coach denn mache, wenn er aufgrund von Verletzungssorgen nur Ballack und Rolfes für die beiden Sechserpositionen zur Verfügung hat?

Dutt ruderte jedenfalls am Sonntag zurück: "Das ist der Status quo - in Stein gemeißelt ist das nicht."

Lob für Ballack

Ballack, der bei der Pokalpleite in Dresden (3:4 n.V.) beim Stande von 3:0 für Bayer eingewechselt wurde und beim 0:2 zum Bundesliga-Auftakt in Mainz 90 Minuten auf der Bank saß, zeigte gegen Bremen eine schwache Leistung, wurde aber vom Trainer in Schutz genommen.

Er sprach von einer "ordentlichen Leistung" des 34-Jährigen, der für Rolfes sogar die Kapitänsbinde überstreifen durfte. Am Ende habe "Balle" selbst um die Auswechslung gebeten, "weil er sehr hart gearbeitet hat", so Dutt.

Daum kritisiert Ballack-Entscheidung

Gelöst ist damit aber das Problem Ballack/Rolfes keineswegs. Ex-Bayer-Coach Christoph Daum redete auf "Sky" Tacheles:

"Wenn man einen Michael Ballack holt, dann weiß man, dass das kein Ergänzungsspieler ist, sondern ein absolut gestandener Spieler, der eine Mannschaft führen kann. Dem muss ich das Vertrauen aussprechen, den muss ich unterstützen. Ansonsten brauche ich Michael Ballack nicht zu verpflichten."

Schon Dutt-Vorgänger Jupp Heynckes tat sich schwer, auf den ehemaligen Nationalmannschafts-Kapitän zu setzen. Franz Beckenbauer hatte unlängst erklärt, dass Ballacks Qualitäten im heutigen Fußball nicht mehr gefragt seien.

Schaaf: "Ärgern, ärgern, ärgern"

Dutt machte am Sonntag nochmals klar, dass Namen bei ihm nicht zählen: "Wir sind Bayer 04 Leverkusen, ein Champions-League-Verein. Wer nicht damit umgehen kann, bei Bayer 04 auf der Bank zu sitzen, der hat hier nichts verloren."

Nicht zufrieden war indes Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. "Wenn man in der oberen Tabellenhälfte mitmischen will, muss man solche Spiele wenigstens unentschieden spielen. Das Fazit heute lautet ganz klar: Wir müssen besser werden."

Ähnlich klang Werder-Trainer Thomas Schaaf: "Wir hätten mit einem Punkt nach Hause fahren können, jetzt heißt es: ärgern, ärgern, ärgern."

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