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Sven Ulreich (l.) und Bernd Leno bestritten gemeinsam die Saison-Vorbereitung © getty

Vor Bernd Lenos Rückkehr nach Stuttgart spricht sein Ex-Coach Menger über die Torwart-Talente des VfB. Dutt hofft auf Tipps.

Von Reinhard Franke und Mathias Frohnapfel

München - So schnell kann es gehen. Bis vor einer Woche trainierte Bernd Leno noch in Stuttgart.

Als zweiter Mann hinter der Nummer 1 des VfB, Sven Ulreich. Dann wurde er aufgrund Leverkusens Notsituation auf der Torwartposition an Bayer ausgeliehen.

Beim 1:0-Sieg gegen Bremen feierte Leno sein Debüt in der Werkself und überzeugte (Spielbericht: Bayer siegt beim Leno-Debüt).

Am Samstag spielt der 19-Jährige wieder in Stuttgart. Mit Bayer muss er beim VfB antreten (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Dabei wird Leno auch den Mann wiedersehen, der ihn bis zuletzt täglich zum Schwitzen brachte: Stuttgarts Torwarttrainer Andreas Menger. Der sieht Lenos Wechsel nach Leverkusen bei SPORT1 ausschließlich positiv:

"Leno hat in Leverkusen die Chance bekommen auf höchstem Niveau zu spielen. Wir sind mit Sven Ulreich sehr zufrieden und da war für Bernd Leno im Moment die Möglichkeit gering bei uns zu spielen, darum wollten wir den Jungen fördern", erklärt er das Ausleih-Geschäft 441123(DIASHOW: Der 2. Spieltag).

"Er kann woanders spielen, gehört aber immer noch dem VfB. Das ist eine schöne Win-Win-Situation für alle Beteiligten", fügt Menger hinzu.

Dutt befragt Leno

Eine Win-Win-Situation könnte es allerdings auch für Gegner Leverkusen sein. Trainer Robin Dutt erwartet sich wertvolle Tipps von seinem neuen Torhüter.

"Ein, zwei Fragen wird er mir zum Gegner schon beantworten müssen", kündigt Dutt an, " aber sonst werde ich ihn in Ruhe lassen." (BERICHT: Lenomenal - vom VfB II zum Adler-Erbe)

Ruhig bleiben wollen auch die Stuttgarter Verantwortlichen. Menger betont, dass man trotz zwei solch begabter Torhüter nicht abheben will: "Mit Ulreich und Leno sind zwei sehr große Torwarttalente beim VfB. Wir sind aber nicht so vermessen und sagen, dass unsere Jungs die besten Torhüter sind und die anderen gibt es nicht."

Dritter Mann in der Hinterhand

Er fügt dennoch mit ein bisschen Stolz in der Stimme hinzu: "Unsere zwei Jungs gehören mit Sicherheit zu den Keepern, die in der Bundesliga mit am talentiertesten sind."

Und der VfB hat gar schon ein drittes Torhüter-Juwel in der Hinterhand, den 17-jährigen Odisseas Vlachodimos.

Der Nachwuchsmann holte sich mit dem deutschen U-17-Team bei der WM in Mexiko Rang drei und erwies sich dabei als starker Rückhalt.

Bescheidene Ziele, große Vorbilder

Seine Ziele klingen zwar noch relativ bescheiden, wenn er sagt: "Ich möchte beim DFB weiter Leistung bringen und auch in meinem Verein VfB Stuttgart im nächsten Jahr den Sprung in die zweite Mannschaft schaffen."

Aber große Vorbilder hat er schon jetzt, wie er bei SPORT1 verrät: "Auf der Linie ist Reals Torhüter Iker Casillas ein Vorbild für mich. Unser Nationaltorwart Manuel Neuer hat eine sagenhafte Ausstrahlung. Sein Auftreten und die Art, wie er mitspielt, sind schon toll. Da kann ich viel lernen."

Lob für Torhüter-Ausbildung

Menger sieht aber nicht nur in Stuttgart, sondern auch in Deutschland allgemein eine gute Entwicklung bei den Torhütern. Er muss es wissen. Seit acht Jahren arbeitet er als Torwarttrainer, bis zum Sommer bei Eintracht Frankfurt, nun für den VfB Stuttgart.

Für den 1. FC Köln und den MSV Duisburg absolvierte er insgesamt 53 Spiele in Bundesliga und Zweiter Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Den Grund für die vielen guten Torhüter in Deutschland sieht er in der guten Ausbildung. "Jeder muss besonders in jungen Jahren in den U-Mannschaften auf höchstem Niveau seine Leistung abrufen. Das ist auch ein Vorteil für die Jungs", erklärt Menger.

Generationenwechsel läuft

Einen weiteren Grund glaubt er im Generationswechsel zu erkennen - nach dem Abgang von Oliver Kahn und Jens Lehmann. Die Liga spricht jetzt über Hannovers Ron-Robert Zieler, Gladbachs Marc-Andre ter Stegen, Lauterns Kevin Trapp, Schalkes Ralf Fährmann und eben Ulreich und Leno.

Menger sagt: "Das sind alles extrem junge Torhüter, die ihre erste oder zweite Saison auf dem Buckel haben. Das ist sicherlich auch der Generation geschuldet. Die älteren wie eben Kahn oder Lehmann haben aus Altersgründen aufgehört und jetzt kommt die nächste Generation."

Anti-Schaufenster-Strategie

Wird über diese neue Generation gesprochen, fallen meist die Namen Zieler und Trapp. Ulreich bleibt da oft außen vor. Das stört Menger nicht.

Im Gegenteil: "Es ist nicht unser Ziel, dass wir jeden dritten Tag die Leute ins Schaufenster stellen. Das haben wir auch gar nicht nötig. Ulreich hat in der letzten Rückrunde richtig gute Leistungen gebracht und einen großen Anteil daran, dass der VfB in der Liga geblieben ist. Auch jetzt in der neuen Saison zeigt er wieder souveräne Leistungen."

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