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Symbolisch: Hannovers Christian Schulz liegt im Duell mit Robert Tesche am Boden © getty

Viel Frust, wenig Punkte und jede Menge Baustellen: Hannover hinkt seinen Ansprüchen hinterher. Bielefeld ist hingegen voll im Soll.

Hannover - Nach dem 1:1 (1:0) gegen Arminia Bielefeld zum Abschluss einer verkorksten Hinrunde ist bei Hannover 96 an besinnliche Weihnachten kaum zu denken.

Mit großen Ambitionen und Träumen von Europa waren die Niedersachsen in die Saison gestartet, jetzt hat man mickrige 17 Zähler auf dem Konto, überwintert auf Rang 13 und ist der Zweiten Liga näher als dem UEFA-Cup.

Das enttäuschende Remis gegen Arminia Bielefeld war da fast schon sinnbildlich.

"Wie ein Rückblick auf die Vorrunde"

"Dieses Spiel war wie ein Rückblick auf die Vorrunde", bilanzierte 96-Trainer Dieter Hecking. "Wir hatten gute wie schlechte Phasen und uns am Ende sicherlich mehr erhofft."

Nur 17 Punkte nach der Hinrunde seien "nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir haben in der ganzen Saison noch keinen Rhythmus drin gehabt", erklärte der Coach und ergänzte:

"Wir haben die Winterpause förmlich herbeigesehnt und müssen jetzt die Vorbereitung nutzen, um hart zu arbeiten und grundlegende Dinge zu überdenken."

Hausgemachte Probleme

So war es nicht allein das ausgeprägte Verletzungspech, das die Niedersachsen in der angestrebten Weiterentwicklung immer wieder behinderte. Zahlreiche Problemfelder schuf man sich selbst.

Da waren die Suspendierung von Mittelfeldspieler Hanno Balitsch, die erst nach öffentlichem Druck erfolgte Umstellung auf ein System mit zwei Spitzen und ein nicht unbedingt glückliches Händchen auf dem Transfermarkt.

Neue Stars auf der Bank

Gegen Bielefeld saßen in Mikael Forssell, Jan Schlaudraff und Mario Eggimann die vor der Saison gefeierten Neuverpflichtungen zunächst allesamt nur auf der Bank.

Er hoffe, dass der Kader zum Start der Vorbereitung am 4. Januar "endlich mal komplett" sei und vertraue der Mannschaft, erklärte Hecking.

Auf die Nachfrage, ob er glaube, nach der Winterpause auch weiter mit Balitsch und dem von einigen Vereinen umworbenen Szabolcs Huszti zu arbeiten, sagte Hecking: "Davon gehe ich aus."

Symptomatischer Gegentreffer

Gegen Bielefeld hatte Jiri Stajner die Gastgeber vor 36.672 Zuschauern mit 1:0 in Führung gebracht (32.), doch anstatt den Vorsprung auszubauen oder wenigstens zu halten, musste man am Ende sogar um das Remis zittern.

"Das 1:1 hat uns nach hinten raus verunsichert. Es ist symptomatisch für uns, so ein Tor zu kassieren", sagte Hecking.

Nach dem Ausgleich durch Artur Wichniarek (59.), der sein zehntes Saisontor und damit nun zwei Drittel aller Bielefelder Treffer erzielte, hatten die Gäste durchaus Chancen auf den Sieg - es wäre der erste auf fremden Platz in nun 25 Versuchen nacheinander gewesen.

Frontzeck voller Stolz

"Ich kann die leidige Diskussion über die vermeintlichen Auswärts-Deppen nicht mehr hören. Wir haben uns das gesamte Jahr lang nicht wie Deppen präsentiert", sagte Arminia-Coach Michael Frontzeck.

"Nach der Pause hat meine Mannschaft ein sehr gutes Spiel gezeigt. Zum Sieg fehlten nur Kleinigkeiten", erklärte Frontzeck und hatte noch mehr Lob für seine Mannschaft parat: "Überhaupt war es mit dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison ein sehr erfolgreiches Jahr für den Verein. Wir können ein Stück weit stolz sein auf dieses Jahr."

"Sind auf dem richtigen Weg"

Trotz der mageren Ausbeute von 14 Punkten reicht es im derzeitigen Schneckenrennen um den Klassenerhalt für Platz 14.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", meinte Frontzeck und Wichniarek ergänzte: "Eigentlich müssen wir vier, fünf Punkte mehr haben. Aber wir stehen nicht auf einem Abstiegsplatz. Insofern haben wir unsere Zielsetzung momentan erfüllt."

Für ihn sei wichtig, dass "wir über dem Strich stehen" und "die Art und Weise, wie wir hier aufgetreten sind", so Frontzeck: "Nach der Winterpause werden wir genau da anfangen wo wie heute aufgehört haben."

Arminen aufgepasst: Hier gibt es eine echte Arminia-Rarität zu gewinnen.

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