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Jupp Heynckes (r., hier mit Uli Hoeneß) kam aus Leverkusen zum FC Bayern © imago

Vorm Spiel gegen den HSV stellt der Bayern-Coach klar, sich von niemandem reinreden zu lassen - auch nicht von Hoeneß.

Von Reinhard Franke

München ? Die Bayern zwischen Zürich und Hamburg: Wo stehen sie wirklich?

Der glanzlose 2:0-Sieg gegen den FC Zürich (442596DIASHOW: Die Bilder zum Spiel) in der Champions-League-Qualifikation hat nur teilweise Entspannung gebracht. Es gibt einige Baustellen beim Rekordmeister.

Die Torflaute von Mario Gomez, die Degradierung von Thomas Müller zum Bankdrücker und die eigensinnigen Franck Ribery und Arjen Robben.

Vor allem Robben wirkte nach dem Sieg über Zürich genervt, indem er Kritik an der Spielweise übte.

Robben übt Kritik

"Wenn wir so weiterspielen, wird es schwierig", sagte der Holländer. Ein erster kleiner Aufreger. Und zu allem Übel kam dann auch noch die Kabinen-Diskussion um Uli Hoeneß als Störfeuer hinzu.

Der soll in der Halbzeit des Spiels gegen Zürich in die Kabine gekommen sein und habe dort zur Mannschaft gesprochen.

Vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) liegen die Nerven offenbar blank. Gelassenheit sieht anders aus. Dabei könnte man doch nach den zwei jüngsten Siegen, dem 1:0 in Wolfsburg und dem 2:0 gegen Zürich, entspannt sein.

Heynckes spricht Machtwort

Doch weit gefehlt. Vor allem Jupp Heynckes sieht seine Autorität gefährdet - und spricht nun ein Machtwort.

Nach den wilden Spekulationen um Hoeneß' Kabinenbesuch machte der Trainer jetzt seine alleinige Chefrolle klar gemacht - die während des Spiels: "Ich würde es nie zulassen, dass ein Präsident zur Halbzeit zur Mannschaft spricht."

Hoeneß habe sich beim Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Zürich in der Pause zwar "im Lizenzspielbereich" aufgehalten, aber eben nicht in der Spielerkabine, betonte Heynckes.

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"Die Kabine ist Terrain des Trainers"

"Eines müssen Sie wissen: Ich belüge Sie nicht", so Heynckes.

Hoeneß und er sind Freunde, doch auch sein langjähriger Freund dürfe während des Spiels nicht in sein Aufgabengebiet eingreifen, so der 66-Jährige.

Und Heynckes stellte klar: "Die Kabine ist Terrain des Trainers. Da hat niemand anderes etwas zu sagen. Das lasse ich nicht zu. Das habe ich den Herren auch gesagt."

HSV-Sieg soll Ruhe bringen

Die Bayern-Verantwortlichen wirken angezählt und gereizt. Ein souveräner Heimsieg gegen Hamburg könnte da Abhilfe schaffen und etwas Ruhe bringen.

Heynckes weiß das und will am liebsten an die zweite Halbzeit des 2:0-Sieges gegen Zürich "anknüpfen" (Spielbericht). Ein "Aufwärtstrend" sei für ihn erkennbar, doch "wir haben noch Luft nach oben."

Auch Karl-Heinz Rummenigge weiß, wie wichtig eine positive Fortsetzung des Sieges gegen Zürich wäre:

Rummenigge will in der Tabelle klettern

Gegenüber SPORT1 sagte der Vorstandsboss: "Wir haben die letzten beiden Spiele 1:0 und 2:0 gewonnen, auch ganz ordentlich gespielt. Es wäre wichtig, dass wir nachlegen und versuchen, in der Tabelle zu klettern, weil uns drei Punkte sicherlich gut zu Gesicht stehen würden."

Rummenigge weiter: "Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft mit großer Konzentration und Motivation an den Start gehen wird und hoffe, dass sie das am Ende des Tages dann auch in einen Sieg ummünzen kann."

Druck sei beim FC Bayern nichts Neues, aber: "Dieses Spiel hatte natürlich wegweisenden Charakter für die ganze Saison", so Rummenigge. Sich für die Champions League zu qualifizieren sei "einfach ein Muss für den Klub".

Champions League ein Muss für den Klub

Vor allem die zweite Hälfte gegen die Schweizer macht Rummenigge Mut: "Da haben wir gut gespielt, wir haben viele Torchancen herausgespielt und hätten auch leicht höher 4:0 oder 5:0 gewinnen können."

Und weiter: "Das wichtigste ist, dass man Torchancen herausspielt, und das haben wir gemacht. Da gilt es gegen Hamburg weiterzumachen."

Heynckes plant dabei keine großen Umstellungen, auch wenn Robben (Rückenschmerzen), Ribery (Beckenkamm-Prellung) und Gomez (Muskelverhärtung) angeschlagen sind. Am ehesten droht ein Verzicht auf Robben. Heynckes erwartet den HSV eher defensiv. "Sie werden ihre taktische Ausrichtung ganz anders gestalten", prophezeit der Coach.

Hamburg für Boateng "spezielles Spiel"

Die Wichtigkeit eines Dreiers macht auch Gomez noch mal klar: "Wir müssen gewinnen, wir wollen gewinnen und wir werden gewinnen."

Für den früheren Hamburger und Neu-Bayer Jerome Boateng ist das Duell mit den Hamburgern ohnehin ein ganz "spezielles Spiel. Ich war drei Jahre in Hamburg und habe dem HSV viel zu verdanken."

Was den Bayern zupass kommen dürfte: Hamburgs Stürmer Mladen Petric fällt wegen einer Erkältung aus. Für den Kroaten könnten Gökhan Töre oder Eljero Elia hinter der einzigen Spitze Son Heung Min auflaufen.

Oenning ohne Petric

Auf den Flügeln wird HSV-Coach Michael Oenning nach den bisher enttäuschenden Auftritten gegen Borussia Dortmund (1:3) und Hertha BSC (2:2) Ex-Bayer Marcell Jansen und Tomas Rincon aufbieten.

Zudem soll David Jarolim als zweiter "Sechser" neben Heiko Westermann das defensive Mittelfeld mehr Stabilität verleihen.

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