Nach der Bundesliga-Hinrunde sehen fast alle Teams nur das Positive. Zumal die Liga boomt. Doch Masse bedeutet nicht gleich Klasse.

Der letzte Spieltag vor Weihnachten, und alle wünschen sich frohe Feiertage und gehen schiedlich-friedlich in die Winterpause.

Nur bei den beiden Schlusslichtern Gladbach und Bochum ist der Frust groß, der Rest sieht das Positive:

Bei Cottbus, KSC und Bielefeld ebenso wie die in der Hinrunde grandios enttäuschenden Hannoveraner und Frankfurter ist es die Tatsache, dass sie nicht auf einem Abstiegsplatz stehen.

Bremen und Dortmund schöpfen trotz mehr oder weniger misslungener erster Serie Hoffnung aus den Heimsiegen zum Abschluss, Stuttgart freut sich als Tabellen-10. über den Last-Minute-Ausgleich gegen den FC Bayern.

Auch die Münchner wollen sich trotz verschenkter zwei Punkte im Fernduell um die Herbstmeisterschaft mit Hoffenheim nicht die Laune vermiesen lassen und verweisen auf 16 Spiele in Folge ohne Niederlage.

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Und bei Hertha BSC und dem HSV werden angesichts von nur zwei Punkten Rückstand auf einen Champions-League-Platz ohnehin alle Erwartungen übertroffen.

Auch die Fans sind offenbar zufrieden: Schon vor dem Sonntagsspiel wird der Zuschauer-Rekord für eine Hinrunde um mehr als 100.000 Besucher übertroffen.

Unbestritten: Die Bundesliga boomt!

Doch Masse bedeutet bekanntlich nicht gleich Klasse.

Was auch ein Fußball-Weiser wie Franz Beckenbauer so sieht. Der "Kaiser" begründet den Höhenflug von Hamburgern und Berlinern einfach wie treffend:

"Natürlich liegt es auch daran, dass die ganze Liga schwächelt."

Die Tabelle lügt nicht: Ein Aufsteiger an der Spitze, dahinter ein FC Bayern, der trotz miserablen Saisonstarts problemlos wieder den Anschluss schaffte.

Die Möchtegern-Bayern-Verfolger wie Stuttgart oder Schalke stecken dagegen im Niemandsland.

Und im Tabellenkeller stümpert ein Krisen-Quintett und darf sich trotzdem mit einer Punktausbeute noch Hoffnung auf Rettung machen, mit der man in früheren Zeiten schon fast als Absteiger festgestanden hätte.

Was die Liga wirklich kann, zeigt sie seit Jahren im internationalen Wettbewerb: Bis auf den FC Bayern sind die deutschen Vereine nur zweitklassig.

Aber gerade in diesen harten Zeiten gilt vermutlich ein Zitat von Marcel Reich-Ranicki: "Manches Mal amüsieren wir uns am liebsten unter unserem Niveau."

Hauptsache, es macht Spaß. In diesem Sinne: Frohes Fest!

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