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Arjen Robben (l., hier gegen Hamburgs Son) war oft eher am Ball und erzielte einen Treffer © getty

Die Münchner setzen ein Ausrufezeichen. Robben und Ribery glänzen, die HSV-Defensive präsentiert sich wie die eines Absteigers.

Aus der Allianz Arena berichtetMathias Frohnapfel

München - Einen solch desolaten Auftritt wie beim 0:6 im Frühjahr wollten die HSV-Spieler in München unbedingt vermeiden.

Es blieb beim guten Willen.

Denn der FC Bayern besiegte die Hamburger locker und lässig mit 5:0 (3:0) und holte sich damit mächtig Schwung für das Rückspiel der Champions-League-Playoffs in Zürich (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Münchner Tore erzielten vor 69.000 Zuschauern in der Allianz Arena Daniel van Buyten (13.), Franck Ribery (17.), Arjen Robben (34.), Mario Gomez (56.) und Ivica Olic (80.).

Auf den HSV kommen indes ganz schwere Zeiten zu 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag).

Ohne Übertreibung: Die Abwehr der Norddeutschen präsentierte sich wie die eines Absteigers. Und nach drei Saisonspielen hat der HSV nur einen Punkt auf dem Konto.

"Mit jedem Tor, das wir bekommen haben, haben wir ein Stück Selbstvertrauen verloren. Wir haben dann die einfachsten Dinge nicht hinbekommen, das war erschreckend und darf nicht vorkommen. Das war eine derbe Niederlage, die richtig weh tut", bilanzierte HSV-Coach Michael Oenning.

Seine defensive Marschroute blieb genauso erfolglos wie die Tatsache, dass der HSV-Trainer sein Team nach dem 2:2 gegen Hertha BSC auf drei Positionen umstellte. Schwer wog zudem der Ausfall von Stürmer Mladen Petric (Grippe).

Oennings Pendant auf Müncher Seite, Jupp Heynckes, war sehr zufrieden: "Besonders freut es mich, dass wir nicht nur eine Fülle von Torchancen erarbeitet, sondern wieder zu Null gespielt haben. Wir haben nichts zugelassen. Das darf man nicht nur darauf reduzieren, dass der HSV schwach war", resümierte er.

Rotation auf drei Positionen

Der Altmeister konnte anders als befürchtet auf Mario Gomez zurückgreifen, der Stürmer stand trotz einer kleineren Blessur in der Startelf.

Allerdings rotierte der Bayern-Trainer nach dem Zürich-Spiel auf drei Positionen: Thomas Müller kehrte für Toni Kroos in die Zentrale der offensiven Dreierreihe zurück, Anatoliy Tymoshchuk spielte im defensiven Mittelfeld statt Luiz Gustavo.

Und in der Innenverteidigung bekam Jerome Boateng gegen seinen Ex-Klub eine Verschnaufpause verordnet, für ihn begann Routinier Daniel van Buyten.

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Und der Belgier rechtfertigte seinen Einsatz schon nach 13 Minuten. Wie mit Federn unter den Füßen sprang der Hüne höher als die gesamte HSV-Abwehr und köpfte nach Robbens Freistoß das 1:0.

Robben überragend

Robben leitete auch den nächsten Treffer ein. Mit einem blitzschnell ausgeführten Einwurf überraschte er die schläfrige HSV-Abwehr.

Müllers Zuspiel von der Grundlinie landete bei Ribery, der Dennis Diekmeier austanzte und das zweite Bayern-Tor folgen ließ (17.).

Die Bayern reihten in der ersten Hälfte Chance an Chance, Gomez hatte aber ebenso mit einem Flugkopfball kein Glück wie Müller (33.) mit einem Pfostenschuss (41.).

Von den Hamburger Kampfansagen ("Sind kein Fallobst") war zu diesem Zeitpunkt wenig übrig, lediglich Jansen, Urheber des Obst-Zitats, hatte eine nennenswerte Möglichkeit vor der Pause.

Die Münchner zogen indes auf 3:0 davon. Trotz Rückenschmerzen befeuerte vor allem Robben das FCB-Spiel und traf nach einem herrlichen Sololauf (34.) über rechts aus spitzem Winkel. Dennis Aogo und Jansen bestaunten diese Aktion als Statisten.

Bajuwarische Dominanz

Nach der Pause setzte sich die bajuwarische Dominanz fort, von einem Kabinengang Uli Hoeneß? ist in diesem Zusammenhang aber nichts überliefert.

Zugleich hatte das Minutenzählen für Gomez ein Ende: Im dritten Saisonspiel gelang dem Torschützenkönig der Vorsaison aus kurzer Distanz sein erstes Erfolgserlebnis (56.).

Ein bisschen stand dennoch weiterhin der alte Gomez auf dem Platz, in Slapstick-Manier verstolperte der Nationalspieler kurz danach den nächsten Treffer allein vor dem leeren Tor.

Doch die Bayern schalteten trotz des 4:0 nicht zurück. Heynckes verschaffte Robben einen Sonderapplaus und Sprechchöre, als er den Ballkünstler für David Alaba auswechselte.

Olic setzt Schlusspunkt

Zudem kam Ivica Olic (für Ribery) kam zu einem Einsatz gegen seinen früheren Klub. Und auch Sturm-Talent Nils Petersen (für Gomez) durfte noch Einsatzminuten sammeln. Der HSV verschanzte sich weiter, vermochte trotzdem das fünfte Bayern-Tor nicht verhindern.

Olic ließ per Kopfball dem bemitleidenswerten Jaroslav Drobny keine Chance, es war der Schlusspunkt eines souveränen Bayern-Auftritts.

"Wir waren sehr konzentriert und sind kompakt aufgetreten. Das war unsere beste Saisonleistung. Wenn alle in Topform sind, dann werden wir noch besser spielen", kündigte Heynckes an.

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