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Clemens Fritz (M.) wechselte 2006 von Bayer Leverkusen zu Werder Bremen © getty

Der spektakuläre Sieg gegen Freiburg erinnert an alte Bremer Zeiten. Auch eine andere Personalie lässt Werder aufatmen.

Bremen - Werder siegt und "Merte" bleibt.

Nach dem 700. Bundesliga-Erfolg der Vereinsgeschichte gab es bei Werder Bremen gleich doppelten Grund zum Feiern.

"Das war wieder Fußball, den man sich anschauen konnte", sagte Klubboss Klaus Allofs über das turbulente 5:3 (2:1)-Spektakel gegen den SC Freiburg (Spielbericht), das an sportlich erfolgreichere Zeiten der Hanseaten erinnerte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und noch sichtlich aufgekratzt nach dem hart erkämpften Erfolg, schob auch Nationalspieler Per Mertesacker allen Transferspekulationen um seine Person einen Riegel vor.

Wie üblich in diesem Geschäft aber natürlich zeitlich limitiert: "Stand jetzt ist es mein Plan, bis zum Saisonende hierzubleiben", sagte Mertesacker. 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Aus finanzieller Sicht für die Norddeutschen nicht unbedingt die beste Entscheidung - der Abwehrchef könnte 2012 ablösefrei gehen -, sportlich jedoch ist Werder auf den Mannschaftskapitän dringend angewiesen.

"Brauchen Spektakel nicht"

Der 26-Jährige gewann 88 Prozent seiner Zweikämpfe, ein überragender Wert, dennoch kassierte die grün-weiße Defensive drei Gegentore. Mertesacker nannte das "Harakiri-Fußball mit Fehlern, die wir so nicht mehr haben wollten".

Auch Trainer Thomas Schaaf gestand bei LIGA total!: "Das war mit Sicherheit ein Spektakel, aber eins, dass wir nicht unbedingt haben müssen. Wir können das Spiel klarer für uns entscheiden, ruhiger Spielen und den Gegner nicht wieder rankommen lassen."

Offensivabteilung gleicht Abwehrdefizite aus

Der Unterschied zur enttäuschenden Vorjahres-Saison: Mittlerweile kann die Bremer Offensiv-Abteilung derlei Defizite durch eigene Torerfolge mehr als ausgleichen. 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag)

So sieht es auch Mertesacker: "Es ist eben sehr wichtig, dass wir extrem gute Spieler auf der Bank haben."

Diese neu gewonnene Werder-Stärke bekamen die Gäste in der zweiten Halbzeit schmerzlich zu spüren.

Exzentriker Marko Arnautovic, gerade zwei Minuten im Spiel, brachte die Platzherren in der 65. Minute auf die Siegerstraße.

Neues Gefühl für Schaaf

Der noch später eingewechselte Wesley setzte vor 39.201 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion den Schlusspunkt (90.+3) - und hielt den Jubel der Fans sofort mit einer Kamera fest, die er sich von einem Fotografen hinter der Bande ausgeborgt hatte.

Ganz anders als in der jüngeren Vergangenheit stellt sich die Bremer Mannschaft wegen zahlreicher Verletzungen im Team nicht mehr quasi von selbst auf, Trainer Thomas Schaaf hat neuerdings die Qual der Wahl.

Aber der Coach warnte davor, die aktuelle Situation zu idealisieren: "Es ist richtig, dass ich momentan viele Spieler zur Verfügung habe. Man darf aber auch nicht vergessen, dass noch längst nicht alle auf dem gleichen Leistungsstand sind."

Cisse als Freiburger Lebensversicherung

So breit aufgestellt waren und sind die Freiburger bei weitem nicht, in der Hansestadt hielt sie in erster Linie die individuelle Klasse von Papiss Cisse lange am Leben.

Der Senegalese traf in der 7. und 48. Minute und behauptete damit seine Führung in der Torjägerliste. Das dritte Tor für die Gäste erzielte Stefan Reisinger (84.), für die weiteren Bremer Tore zeichneten Clemens Fritz (30.), Claudio Pizarro (34.) sowie Aaron Hunt (87., Foulelfmeter) verantwortlich.

Der neue Trainer Marcus Sorg sah aber ungeachtet der siebten Freiburger Niederlage gegen Bremen nacheinander Ansätze zu besseren Resultaten in der Zukunft:

Sorg: "Haben uns nicht selbst belohnt"

"Wir haben uns wieder nicht selbst belohnt, aber doch ein offenes Spiel geliefert. Wir sind die Partie mutig angegangen und haben Courage gezeigt. Wirkliche Sorgen würde ich mir nur machen, wenn wir keine Torchancen kreieren und unansehnlichen Fußball spielen würden."

Für seinen Verweis auf die Tribüne hatte Sorg bei LIGA total! auch eine Grund parat: "Der vierte Mann hat den Schiedsrichter hergeholt, um einen anderen von der Freiburger Bank auf die Tribüne zu setzen. Der Schiedsrichter hat gedacht, ich bin?s, hat mich dann hochgeschickt und der vierte Mann hatte leider nicht die Courage, das zu revidieren!"

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