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Kevin Großkreutz erzielte gegen Nürnberg sein drittes Saisontor © getty

Jürgen Klopp genießt, wie sich Dortmund gegen Nürnberg zu drei Punkten beißt - obwohl der Meister auch Schwächen offenbart.

Von Martin Hoffmann und Christian Arias Losada

Dortmund/München - Eine einzige Niederlage genügte - und das K-Wort kreiste schon über Borussia Dortmund.

"0:1 in Hoffenheim verloren - harmloser Warnschuss oder Beginn einer Krise?", fragten die Regionalzeitungen vergangene Woche bereits.

Und sie hätten nicht mehr nur gefragt, hätte es einen weiteren Rückschlag gegeben.

Was am Ende rauskam, war stattdessen ein Beleg Dortmunder Krisensicherheit 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag).

"An einem guten Tag, wo es locker läuft kann jeder gewinnen. Aber an solchen Tagen, wo es ans Eingemachte geht, kann es nicht jeder", würdigte Coach Jürgen Klopp bei LIGA total! den 2:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg.

"Durchbeißen" habe sich sein Team müssen, bemerkte der BVB-Trainer: "Ich habe an so etwas besonders viel Spaß."

Es ist ein Verständnis von Spaß, für das man Trainer sein muss. Für den gemeinen Zuschauer war der Dortmunder Auftritt über weite Strecken das ziemlich genaue Gegenteil von Spaßfußball (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Es war ein zähes Ringen gegen kompromisslos verteidigende Gäste - und eines, in dem der BVB trotz der gewohnten Laufleistung (128 Kilometer) speziell in der ersten Hälfte nicht gut aussah.

Zu wenig Bewegung

"Zu eindimensional und nicht zwingend genug im Spiel in die Spitze", sah Klopp sein Team.

Verteidiger Mats Hummels erkannte gegenüber SPORT1 das Problem, dass "wir sehr, sehr viele Bälle viel zu leicht abgeben und dadurch in der Defensive hinterherlaufen müssen".

"Zu wenig Bewegung in der Offensive", kreidete der ehemalige Nürnberger Ilkay Gündogan sich und seinen neuen Teamkollegen an.

Kein Raum zur Entfaltung

So harmlos wie in den ersten 45 Minuten hatte das eigene Publikum die Dortmunder lange nicht erlebt.

Keinen Raum zur Entfaltung fanden die Offensivkünstler Mario Götze und Shinji Kagawa. Nirgendwo.

"Sie haben uns das Leben richtig schwer gemacht", stellte Götze gegenüber SPORT1 fest.

Lewandowski öffnet die Dose

Nicht schwer genug jedoch: Ein stark durchkombinierter Konter über den sich steigernden Götze und Lukas Piszczek - und das 1:0 durch Robert Lewandowski war da.

"Das war für heute, wie der Trainer es immer so schön nennt, der Dosenöffner", freute sich Hummels.

Es war die Wende hin zu einem "Arbeitssieg", den Kevin Großkreutz mit seinem dritten Saisontor zum 2:0 besiegelte.

"Noch nicht bei 100 Prozent"

Ein Erfolg, den Großkreutz bei SPORT1 dann auch als "verdient" empfand: "Arbeit gehört immer dazu und die haben wir angenommen."

Dass die Dortmunder ihre Arbeit aber auch besser erledigen können, leugnete keiner: "Noch nicht bei 100 Prozent", sieht Großkreutz die Mannschaft.

Während Hummels mahnte, man möge beim nächsten Gegner Leverkusen "besser spielen als heute".

Hecking "maßlos enttäuscht"

Zumal schon das kleinere Kaliber Nürnberg Verwundbarkeit beim BVB ausmachte.

"Wir haben nicht nur in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe mit dem BVB gespielt", fand Trainer Dieter Hecking, der sich über die Niederlage "maßlos enttäuscht" zeigte.

Was sich nicht auf die Leistung von Patrick Rakovsky bezog.

Lob für Rakovsky

Der kaum 18 Jahre alte Ex-Jugendkeeper von Schalke 04 legte vor der 78.000-Zuschauer-Kulisse ein grundsolides Debüt hin.

Rakovsky bekrittelte zwar an sich selbst, dass er bei Großkreutz' 2:0 "einen Tick" weiter hinten hätte stehen können.

Von Hecking gab es dagegen uneingeschränktes Lob für den Vertreter des verletzten Raphael Schaefer: "Er hat es hervorragend gemacht."

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