HSV-Sportdirektor Arnesen stellt sich nach dem Desaster in München hinter Trainer Oenning. Das Klub-Idol hält es da anders.

"Schrecklich", "desolat", "Lachnummer" - die Kritiken der Hamburger Zeitungen nach der 0:5-Niederlage des Bundesliga-Dinos waren erwartungsgemäß vernichtend. (SPIELBERICHT: Bayern demütigt den HSV)

Deutlich überraschender war da schon die vernichtende Kritik von Uwe Seeler, der in der "Hamburger Morgenpost" sogar forderte: "Die Argumente für Oenning muss ich schnell hören." (NACHBERICHT: Alarmstimmung beim HSV)

Dass ausgerechnet das HSV-Idol den Coach in Frage stellt, sollte für die Verantwortlichen ein Warnsignal sein, hält sich Seeler mit allzu harschen Worten gegen seinen Klub normalerweise hanseatisch vornehm zurück.

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Sportdirektor Frank Arnesen stellte sich nach dem Abpfiff in der Allianz Arena demonstrativ hinter Oenning und garantierte dem Trainer "die Zeit, die er braucht."

Es stimmt, Arnesen und Oenning haben beim HSV einen radikalen Umbruch eingeleitet, da kann nicht alles sofort funktionieren. Auch gibt es einfachere Aufgaben, als zu Saisonbeginn erst in Dortmund und dann in München anzutreten.

Aber so wie sich die Mannschaft lange Zeit beim BVB, beim Heimspiel gegen Hertha BSC und in München präsentiert hat, muss die Frage erlaubt sein: Wie viel Zeit darf der HSV Oenning geben?

Denn die nackten Zahlen in der Bilanz Oennings sind verheerend:

Zehn Spiele haben die Hamburger saisonübergreifend nicht gewonnen. Insgesamt hat der von vielen Seiten als hervorragender Fachmann gelobte Coach mit dem HSV erst ein Bundesligaspiel gewonnen. Der Erfolg im Pokal bei Fünftligist VfB Oldenburg war ebenfalls alles andere als überzeugend. Überhaupt hat Oenning nur vier seiner 28 Partien als Cheftrainer in der Bundesliga gewonnen.

Während der in Köln unter Druck stehende Stale Solbakken wenigstens eine Verbesserung im Auftreten seines Teams ins Feld führen konnte, agierte Oennings Truppe verunsichert, langsam und harmlos.

Im defensiven Mittelfeld findet er keine bundesligataugliche Besetzung. In München wurden Heiko Westermann und vor allem David Jarolim teilweise von den Bayern lächerlich gemacht. Die gesamte Verteidigung ist ein stetes Sicherheitsrisiko, die aus Chelseas Nachwuchsabteilung hinzugekommenen Jeffrey Bruma und Michael Mancienne sind nicht zu beneiden.

Die stärkste Hamburger Leistung lieferte nach Schlusspfiff Marcell Jansen ab, der eingestand: "Wir müssen uns mit Gegnern messen, die in unserer Tabellenregion stehen. Das wird am nächsten Wochenende sein."

Dann spielt der HSV gegen den Köln - den 18..

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