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1899-Stürmer Ryan Babel (l.) spielte zwischen 2007 und 2011 für den FC Liverpool © getty

Mit einem kaum gefährdeten Sieg über Augsburg zeigt Hoffenheim, dass die Akustik-Affäre keinen Einfluss auf das Team hat.

Augsburg - Schrille Töne sind von 1899 Hoffenheim nach der Akustik-Affäre nicht zu hören - in der Ruhe liegt die Kraft.

"Das war die Antwort auf die Querelen der Woche. Die Mannschaft hat sich nicht beeindrucken lassen. In der Imagebildung hat uns das zurückgeworfen - aber sportlich nicht", sagte 1899-Manager Ernst Tanner.

Still und leise nahm man im Kraichgau zur Kenntnis, dass der Überraschungssieg gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund mit einem 2:0 (1:0) beim Neuling FC Augsburg (Spielbericht) vergoldet wurde (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Lobgesang kam ausschließlich vom Gegner. "Was diese Mannschaft an Qualität hat, das kann ich mit Augsburg nicht erreichen. Die haben Spieler, die hat der liebe Gott genetisch so gut zusammengestellt, dass sie immer etwas Überraschendes machen können", sagte FCA-Trainer Jos Luhukay.

Beck: "Es entstand kein Hype"

1899-Coach Holger Stanislawski hatte es so richtig genervt, dass in den letzten Tagen nie ein Wort über Fußball verloren wurde. Kapitän Andreas Beck aber war nach dem Erfolg vom Samstag gar nicht so unglücklich darüber.

"Die Berichterstattung hatte den Vorteil, dass kein Hype entstanden ist", sagte Beck. Auch die Augsburger Fans nahmen die Diskussion über die Beschallung der Dortmunder Fans noch einmal auf.

"Gegen mangelnde Fußballkompetenz, hilft auch keine Hochfrequenz", stand auf einem Banner.

"Es herrscht ein anderer Wind"

Von mangelnder Kompetenz konnte aber keine Rede sein - im Gegenteil, die Hoffenheimer Mannschaft bot den einen oder anderen Knalleffekt.

"Bei uns herrscht ein anderer Wind als letztes Jahr", sagte Beck, wollte sich aber nicht entlocken lassen, was möglich sein könnte: "Von Siegesserien lassen wir uns nicht mehr blenden, diese Saison wollen wir konstant spielen."

"Stani" zufrieden

Stanislawski war insgesamt zufrieden mit der Leistung der Mannschaft, besonders die erste Hälfte hatte es ihm richtig angetan. "Die Art und Weise, wie wir da gespielt haben, erfreut mein Trainerherz. Wir haben nur zu wenig aus der Überlegenheit gemacht", sagte er.

Hoffenheim dominierte Ball und Gegner, war aber zu verspielt. Nur deshalb sprang zunächst nicht mehr als das 1:0 von Ryan Babel heraus (5.).

"Waffe" Babel trifft endlich wieder

Der Torschütze war einer der stärksten Spieler an diesem Tag. Endlich einmal, wird man in Hoffenheim sagen. Seit seinem Wechsel vom FC Liverpool zu 1899 hatte Babel zuvor zumeist enttäuscht.

"This was a besserer Babel", sagte der niederländische Nationalspieler. Sein Trainer erwartet weitere starke Auftritte. "Wenn er noch zielstrebiger wird, ist er eine absolute Waffe. Er hat enorme Fähigkeiten, die er aber noch zu selten nutzt", sagte Stanislawski.

Neben Babel ragten Torwart Tom Starke und Sejad Salihovic heraus. Starke verhinderte den Ausgleich, als er einen Foulelfmeter von Sascha Mölders parierte (59.). Salihovic verwandelte dagegen vom Elfmeterpunkt und entschied in der 75. Minute das Spiel 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag).

Sehr überhebliche Kraichgauer

In der zweiten Halbzeit bekam Hoffenheim vorgeführt, dass es auch noch einige schiefe Töne im Zusammenspiel gibt, manchmal fehlt der Rhythmus. Im Gefühl der Überlegenheit hätte 1899 den Sieg fast noch aus der Hand gegeben.

"Wir haben uns fahrlässige Fehler erlaubt, die leicht hätten bestraft werden können", sagte Beck. "Das Spiel hätte kippen können. Wir dürfen nie vergessen, dass es in den 90 Minuten darum geht, Tore zu schießen", kritisierte Stanislawski.

FCA sorgt sich um Verhaegh

Augsburg lässt sich von der ersten Bundesliga-Niederlage der Vereingeschichte nicht beeindrucken. Die Schwaben schöpfen vor allem aus der starken zweiten Halbzeit Mut.

"Mehr kann die Mannschaft nicht leisten, wir waren da auf Augenhöhe", sagte FCA-Manager Andreas Rettig gelassen.

Sorgen macht aber Kapitän Paul Verhaegh, der mit einer wohl schweren Knieverletzung ausgewechselt werden musste. "Ich habe Angst, dass er die gesamte Hinrunde ausfällt", sagte Luhukay.

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