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Er trifft wieder: Mario Gomez wechselte 2009 vom VfB Stuttgart zum FC Bayern © getty

Bayern-Stürmer Gomez spricht nach dem Kantersieg über Hamburg über sein erstes Saisontor, Münchner Potenzial und ein Problem.

Aus der Allianz Arena berichtet Mathias Frohnapfel

München - Die härteste Währung für Stürmer sind Tore. Und die zählen immer gleich viel, egal, ob sie nach einem Sololauf, per Fallrückzieher oder mit der Pobacke erzielt werden.

Insofern war bei Mario Gomez nach seinem Treffer gegen den HSV vor allem eines zu spüren: Erleichterung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit 5:0 hatten die Münchner die hilflosen Hamburger (Spielbericht) auseinandergenommen, der Bayern-Stürmer hatte dabei das vierte Tor erzielt und dabei a) von einer leichten Abseitsposition und b) einer schwachen Torwartparade von Jaroslav Drobny profitiert.

"Jeder war in Bewegung"

Doch Gomez hatte getroffen, der erste Saisontreffer aus dem Spiel heraus ist nach fünf Pflichtpartien perfekt. Zufrieden war der 26-Jährige vor allem aber auch mit dem Auftritt des Teams 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag).

"Wir haben guten Fußball gespielt, jeder war in Bewegung, da ist es für den Nebenmann einfacher, eine Anspielstation zu haben", erklärte er auf SPORT1-Nachfrage.

Im Interview schildert Gomez den Reportern, wie er mit seiner zwischenzeitlichen Torflaute umgegangen ist. Zudem ordnet er die Entwicklung der Bayern ein und erklärt, woran der Rekordmeister noch arbeiten muss.

Frage: Herr Gomez, gegen den HSV haben Sie das zwischenzeitliche 4:0 erzielt. Wie erleichtert sind Sie, dass Sie in dieser Saison nicht noch länger auf den ersten Treffer warten müssen?

Mario Gomez: Es ist klar, dass ich treffen wollte und mit jeder Minute, die vergangen ist, noch mehr treffen wollte. Doch es waren nur zwei Bundesliga-Spiele, ein halbes Länderspiel und ein Champions-League-Quali-Spiel. Das war ja kein Jahr ohne Tor. Ich hatte auch vorher Torchancen, habe mich gut bewegt und mich sehr gut gefühlt.

Frage: Was bedeutet Ihnen der Treffer?

Gomez: Es ist schön, dass ich gegen Hamburg erfolgreich war, noch schöner ist aber die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben. Es werden auch in Zukunft Möglichkeiten kommen, die ich nicht verwerte. Es war ein ziemlicher Hype, was ich auch lustig fand. Ich habe das zwar nicht ganz verstanden, aber wenn man in der vergangenen Saison 28 Tore macht, setzt man eben einen Maßstab und wird daran gemessen.

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Frage: Wie fit haben Sie sich nach der Muskelverhärtung und dem schmerzenden Nerv gefühlt?

Gomez: Schon fit. Ich habe mir gegen Zürich den Nerv etwas weh getan, insofern war die Frage, ob es klappen würde. Es war klar, dass es ein Rennen mit der Zeit werden würde. Der Schmerz ist jetzt auch abgeklungen.

Frage: Haben Sie überlegt, ein Spiel auszusetzen?

Gomez: Nein, der Trainer hat mich gefragt, wie ich mich fühle. Ich sollte noch einen Test machen und wir würden nichts riskieren, weil wir ein großes Programm in den nächsten Wochen vor uns haben.

Frage: In einer Situation, als Sie frei vorm Tor den Ball nicht versenkt haben, mussten Sie selbst schmunzeln. Was ging Ihnen da durch den Kopf?

Gomez:Franck (Ribery, d. Red.) schießt, der Ball prallt zurück, ich bin da, der Torwart liegt aber vor mir, irgendwie berührt er ihn noch und der Ball ging billardmäßig hin und her. Da musste ich lachen.

Frage: Das fällt leichter, wenn man schon ein Tor gemacht hat.

Gomez: Ich habe zuletzt Chancen verballert, jetzt habe ich getroffen und kann wieder lachen. Doch ich habe auch vorher gelacht, habe im Training die Dinger reingemacht und wusste, dass die Tore kommen werden.

Frage: Wie wird der FC Bayern nun die Partie in Zürich angehen?

Gomez: Wir müssen keine Gala hinlegen, auch nicht denken, dass wir Zürich 5:0 schlagen, wir müssen einfach hinfahren, zu Null spielen, nach Hause fahren und wir sind in der Champions League.

Frage: Und wie fühlt es sich an, in der Tabelle vor Dortmund zu stehen?

Gomez: Wir sind ja eigentlich besser als Dortmund, wir haben 5:0 gegen den HSV gewonnen, Dortmund 3:1, das wird bestimmt noch ein Thema in den nächsten Tagen.

Frage: Wie ordnen Sie den Kantersieg denn ein?

Gomez: Wir dürfen nicht vergessen, dass der HSV nicht seinen besten Tag hatte. Doch die Art und Weise, wie wir es gemacht haben, ist sehr gut. Wir haben uns eine Vielzahl an Chancen herausgespielt, nicht durch Glück, sondern durch gute Offensivaktionen. Wir können darauf stolz sein und darauf aufbauen.

Frage: Die Selbstfindung scheint noch nicht zu Ende sein, die Balance zwischen Abwehr und Angriff muss noch weiter verbessert werden, oder?

Gomez: Das ist richtig, wir stehen noch am Anfang der Saison, haben uns aber von Spiel zu Spiel gesteigert. Wir haben immer gut nach hinten verteidigt und spielen jetzt auch besser nach vorn. Man hat gegen Hamburg gespürt, dass jeder Spieler was reißen will.

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