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Marko Pantelic spielt seit 2005 für Hertha BSC Berlin © getty

Nach dem Heimerfolg gegen Karslruhe wird in Berlin der neue Hinrunden-Rekord gefeiert. Nur einer will davon nichts wissen.

Von Thorsten Deppe und Andreas Ziepa

München/Berlin - Die Hertha-Spieler standen geschlossen vor der Ostkurve des Berliner Olympiastadions und ließen sich feiern:

Mit einem 4:0-Kantersieg gegen den Karlsruher SC verabschiedete sich der Hauptstadtklub von seinen Fans erfolgreich wie nie in die Bundesligapause.

Der sechste Heimsieg in Folge bedeutete einen neuen Vereinsrekord: Erstmals haben die Berliner zum Ende der Hinrunde 33 Punkte auf dem Konto.

Es herrschte ausgelassener Jubel an der Spree.

Auch Kapitän Arne Friedrich lobte gegenüber Sport1.de den hervorragenden Jahresabschluss. "Wir haben in vielen Spielen Klasse gezeigt. Die Wenigsten haben mit uns gerechnet. Und wir haben einige Spiele gewonnen, wo wir gar nicht wussten, wie wir das gemacht haben."

Favre tritt auf Euphoriebremse

Nur einer trübte die vorweihnachtliche Jubelstimmung. "Einige haben nicht genug für die Mannschaft gearbeitet. Das geht nicht. Der KSC war viel besser, deswegen sollten wir alle schön ruhig bleiben", erregte sich Hertha-Coach Lucien Favre.

Der Schweizer ließ sich berechtigterweise nicht vom Ergebnis und Platz drei in der Tabelle blenden.

Denn nach dem Führungstreffer von Maximilian Nicu zog sich seine Mannschaft komplett zurück und verlegte sich nach nur acht Minuten aufs Kontern.

Den Kopf verloren?

Sebastian Freis und Edmond Kapllani scheiterten nach der Pause nur knapp am starken Jaroslav Drobny.

"Ich sehe noch viel Arbeit", sagte Favre daher. "Unter Druck dürfen wir nicht den Kopf verlieren."

Erst das 2:0 durch den eingewechselten Valeri Domovchiyski (74.) brach den Willen der Karlsruher. Gegen dann konsternierte Badener erzielten Fabian Lustenberger (86.) und Raffael (88.) die restlichen Treffer.

Chance zur Reaktion

Bereits kommenden Donnerstag kann die Mannschaft noch vor der Winterpause die Forderungen des Trainers in die Tat umsetzen.

"Es wird schwer. Aber wenn wir bereit sind, zu leiden, dann ist alles möglich", meinte Favre.

Nur mit einem Sieg bei Olympiakos Piräus ist das Überwintern im UEFA-Cup noch zu realisieren. Der Erfolg ist aber vor allem deshalb so wichtig, da kommende Saison der Etat wegen verminderter Fernseheinnamen wohl um sieben Millionen gekürzt werden muss.

Pantelic will bleiben

Auch ein Pantelic-Transfer zur Winterpause würde noch Geld in die Vereinskasse spülen, doch der Torjäger sagte auf Nachfrage von Sport1.de: "Nein", das sei nicht das letzte Spiel für die Hertha gewesen.

Trotzdem flossen beim Serben, der in eine Hertha-Fahne gewickelt war, die Tränen, als die Fans aus der Ostkurve speziell ihn feierten. "Ich würde gerne noch mindestens sechs Monate bleiben", sagte er.

Manager Dieter Hoeneß vertagt die Entscheidung aber vorerst: "Wir werden wahrscheinlich im Januar ein Gespräch führen und dann wird man sehen."

Die Abhängigkeit in Berlin von Pantelic scheint nach vier Treffern durch andere Spieler ohnehin erstmal vorbei.

Miller will vergessen

Karlsruhe hingegen stürzte nach der überragenden Hinserie der Vorsaison ab auf Platz 15 und steht nur wegen der mehr erzielten Tore vor Cottbus und nicht auf einem Relegationsplatz.

"Wir müssen in der Winterpause die Zeichen für eine bessere Rückrunde stellen", sagte KSC-Trainer Edmund Becker.

Torhüter Markus Miller nannte daher das Rezept fürs neue Jahr: "Alles analysieren, vergessen und bei Null anfangen, denn viel schlimmer kann es fast nicht mehr werden."

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