vergrößernverkleinern
Joel Matip (l.) kam 2000 vom VfL Bochum zu Schalke 04 © getty

Schalke schüttelt bei den 05ern eine schwache Hälfte ab und dreht dann richtig auf. Farfan bringt die Wende. Die Torhüter patzen.

Mainz - Die Nachricht vom Verbleib ihres Weltstars Raul hat die Königsblauen offenbar beflügelt.

Die heftig kritisierten Profis von DFB-Pokalsieger Schalke 04 haben sich drei Tage nach der Blamage im Play-off-Hinspiel zur Europa League bei HJK Helsinki (0:2) durch eine leidenschaftliche Aufholjagd rehabilitiert.

Die Schalker erkämpften sich am 3. Spieltag nach einem 0:2-Rückstand noch einen 4:2 (0:2)-Erfolg beim FSV Mainz 05 und dreht erstmals seit 2001 (5:3 gegen Unterhaching) einen solchen Halbzeit-Rückstand (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Auch wenn es blöd klingt, wir habe in der ersten Minuten recht gut begonnen. Dann haben wir eine halbe Stunde gespielt, die gar nicht geht. Das war lethargisch und ohne Emotionen. Aber die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt und ist dafür belohnt worden", bilanzierte Trainer Ralf Rangnick bei "sky".

Raul beflügelt

Andreas Ivanschitz (8.) und Elkin Soto (12.) trafen zunächst für die Mainzer, die zuvor saisonübergreifend fünf Siege in Folge eingefahren hatten.

Der Niederländer Klaas-Jan Huntelaar (57.), Kapitän Benedikt Höwedes (64.), Joel Matip (82.) und der Ex-Mainzer Christian Fuchs (90.) erzielten die Tore der Schalker, deren Stürmerstar Raul kurz vor Anpfiff den Spekulationen um seine Zukunft ein Ende gemacht hatte. 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag)

"Ich bleibe definitiv auf Schalke und werde meinen Vertrag erfüllen", sagte der 34-Jährige, der im Sommer 2010 von Real Madrid nach Gelsenkirchen gewechselt war.

Blitzstart von Mainz

Vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften neuen Mainzer Arena erwischten die Schalker den besseren Start.

Das Team von Trainer Ralf Rangnick, der die angeschlagenen Höwedes und Kyriakos Papadopoulos von Beginn an auflaufen ließ, bestimmte die ersten Minuten.

Mit der Herrlichkeit der Schalker war allerdings schon nach acht Minuten vorbei. Die Mainzer nutzten ihre erste Möglichkeit zur Führung. Nach einem zweifelhaften Freistoß von Zoltan Stieber war der Österreicher Ivanschitz zur Stelle.

Fährmann patzt

Das Team von Trainer Thomas Tuchel, der zuvor alle vier Duelle gegen Rangnick für sich entschieden hatte, spielte nach der Führung wie aufgedreht und legte wenige Minuten nach dem ersten Treffer das zweite Tor nach.

Schalkes Torwart Ralf Fährmann patzte bei einem Schuss von Sami Allagui, der Kolumbianer Soto brachte den Abpraller im Tor unter.

Mainz bleibt gefährlich

Die Schalker, bei denen Stürmer Jefferson Farfan nach über sechswöchiger Pause wieder auf der Ersatzbank saß, wurden in dieser Phase nahezu überrannt. Ivanschitz vergab die Chance zum dritten Treffer (15.).

Erst Mitte der ersten Hälfte konnten die Gäste, in deren Reihen die früheren Mainzer Lewis Holtby und Christian Fuchs standen, das Spiel wieder ausgeglichen gestalten.

Dennoch blieben die Gastgeber das gefährlichere Team, Allagui vergab eine weitere gute Möglichkeit kurz vor der Pause (44.).

Farfan überragend

Nach dem Seitenwechsel kamen die Schalker mit mehr Elan aus der Kabine. Raul setzt mit seinem Kopfball ein erstes Ausrufezeichen (47.).

Die offensivere Ausrichtung der Gäste, bei denen Farfan und Julian Draxler zu Beginn des zweiten Durchgangs in die Partie kamen, bot den Mainzern Platz für schnelle Gegenstöße.

Der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting vergab die beste Chance in dieser Phase (54.).

Matip vollendet

Besser machte es Huntelaar nach guter Vorarbeit von Holtby und Raul auf der Gegenseite.

Der niederländische Nationalstürmer hatte aus kurzer Distanz allerdings auch kaum Mühe. Der Anschlusstreffer beflügelte die Gäste, die auf den Ausgleich drängten.

Den hätte fast der Mainzer Marco Caligiuri durch eine missglückte Kopfball-Rückgabe besorgt (63.). Die daraus entstandene Ecke nutzte Höwedes per Kopf. Matip vollendete schließlich nach einer Unkonzentriertheit der FSV-Abwehr zum 3:2.

Müller mit Schwächen

Bei den letzten beiden Treffern sah auch FSV-Schlussmann Heinz Müller nicht gut aus.

"Wenn man so dominiert und 2:0 führt, dann muss man das Spiel nach Hause bringen. Dafür gibt es keine Entschuldigung", haderte Müller mit der verschenkten Führung.

Beste Spieler aufseiten der Mainzer waren Soto und Kapitän Nikolce Noveski. Bei den Schalkern konnten Höwedes und der eingewechselte Farfan überzeugen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel