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Matthias Sammer führte Deutschland 1996 in England zum EM-Titel © getty

Der DFB-Sportdirektor mahnt im Kia Doppelpass in der Führungsspieler-Diskussion zur Sachlichkeit. Bei Bayern sieht er einen Wandel.

München - In der Diskussion um die Führungsspieler im deutschen Fußball hat DFB-Sportdirektor Matthias Sammer im Kia Doppelpass auf SPORT1 zur Sachlichkeit gemahnt.

"Eins darf nicht passieren, dass wir die sachliche Ebene verlieren und über einzelne Personen reden", sagte Sammer in Bezug auf den Anstoß von Oliver Kahn, der namentlich Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger Führungsqualitäten absprach.

Das Thema sei zwar für den deutschen Fußball wichtig, doch sei es falsch, "öffentlich auf einzelne Personen loszugehen. Aber vielleicht hätte man das Thema dann wieder ignoriert."

SPORT1 hat die wichtigsten Aussagen von Sammer zusammengefasst.

Matthias Sammer im Kia Doppelpass über...

die von Oliver Kahn angestoßene Führungsspieler-Diskussion: "Das Thema ist nicht für Sammer oder Kahn, sondern für den deutschen Fußball sehr wichtig. Es war ein Fehler von Oliver Kahn, das namentlich zu benennen. Aber vielleicht hätte man das Thema sonst wieder ignoriert. Ich bin nicht für jemanden und ich bin nicht gegen jemanden - ich bin für den deutschen Fußball."

die Diskussion um die Rolle der Führungsspieler im deutschen Fußball: "Wenn wir über Führungsspieler reden, dann müssen wir darüber reden, dass diese im Nachwuchsbereich des Deutschen Fußball-Bundes Normalität sind. Wir gliedern unsere Spieler mit ihren Charakterfähigkeiten in drei Kategorien: Spieler mit Führungsqualitäten, sogenannte Teamspieler und absolute Individualisten und Freigeister, die man einfach in ihrer Position lassen muss. Mit dieser Kategorisierung sind wir sehr gut gefahren.

Unser Fußball sucht noch seine eigene Identität. Wenn wir diese gefunden haben, wird dieses Thema ad absurdum geführt, weil es sich anders darstellt."

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Jürgen Klopps Aussage dass der BVB weder einen Führungsspieler besitze noch benötige: "Das stimmt überhaupt nicht. Sven Bender hat absoluten Führungsstil. Wenn er noch zwei Jahre in der Bundesliga spielt, wird Jürgen Klopp merken, was er für ein Typ ist. Der größte Führungsspieler, da gebe ich ihm Recht, ist bei Borussia Dortmund im Moment noch Jürgen Klopp."

die Situation beim FC Bayern: "Wichtig ist, dass es handelnde Personen im Verein gibt, die auch in positiven Situationen dafür sorgen, dass die Mannschaft nicht überdreht. Genauso muss man in schwierigen Situationen seine Planmäßigkeit und seine Argumentation beibehalten. Die wahre Leistungsstärke wird sich dann über einen längeren Zeitraum auch in der Tabelle zeigen."

die spielerische Entwicklung des Rekordmeisters: "Sie wirken sehr kompakt und nehmen zunehmend Fahrt auf. Der Anspruch von Bayern ist es nicht, auf den Gegner, sondern auf das eigene Spiel zu schauen. Und das hat sich verbessert."

das 5:0 der Bayern gegen den HSV: "Wenn ich Sportdirektor geworden wäre (beim HSV, Anm. d. Red.), hätten wir nicht 0:5 verloren. Es geht nicht nur darum, dass man auf die Körperhaltung und -sprache achtet, sondern dass auch elementare Abläufe insgesamt noch nicht gut waren. Daran müssen sie intensiv arbeiten und das sollten sie schleunigst tun."

den Bundesliga-Start des Hamburger SV: "Man muss eines sagen: Ich habe das Spiel in Dortmund gesehen und an dem Tag war Dortmund 60 Minuten Weltklasse. Auch Bayern hat den HSV überrannt. In der gesamten Diskussion sollten wir mit einschätzen, dass sie auf zwei übermächtige Gegner gestoßen sind. Das Zwischenspiel gegen Hertha zeigt einfach die Gesamtkonstellation, dass der HSV noch nicht stabil ist."

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