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Lukas Podolski musste nach einer Grippe gegen Lautern zuschauen © getty

Wechselgerüchte aus der Türkei versetzen den FC in Alarmbereitschaft. Das Remis gegen Kaiserslautern tritt in den Hintergrund.

Köln - Beim 1. FC Köln hätte ein Anflug von Ruhe einkehren können.

Das 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern (Bericht) hatte die Situation des neuen Trainers Stale Solbakken immerhin nicht entscheidend verschärft 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag).

Es sah also nach einer halbwegs entspannten Woche vor dem Kellerduell beim Hamburger SV aus (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Am Sonntagmorgen aber verursachte ein Gerücht über Publikumsliebling Lukas Podolski am Geißbockheim Wirbel.

Galatasaray Istanbul, hieß es in türkischen Medien, stehe kurz vor der Verpflichtung des Nationalspielers, der von Solbakken als Kapitän abgesetzt worden war.

Im Internet kursiert sogar ein Foto, auf dem Galatasaray-Trainer Fatih Terim vor einem Flipchart steht - darauf stehen einige Namen, aber nur "Podolski" ist rot geschrieben.

Podolski halten "ohne Wenn und Aber"

Die gesamte Kölner Vereinsspitze sah sich daraufhin genötigt, in alle Richtungen zu dementieren. Nichts gehört, nichts geplant, nichts gesehen, lautete der Tenor.

"Wir wollen Lukas Podolski ohne Wenn und Aber halten. Es gibt weder ein Interesse noch eine Chance für Gespräche", sagte Sportdirektor Volker Finke nach dem Training.

"Vor drei oder vier Tagen hatte ich einen Anruf von einem angeblichen Unterhändler", sagte Finke. Dieses Gespräch sei "sehr kurz" gewesen.

Es könne zwar sein, dass sich Unterhändler des türkischen Spitzenklubs in Köln aufhalten - aber: "Wir haben keinen Termin, ich habe keinen Termin. Wir denken an so etwas nicht."

Solbakken: "Er geht nicht zu Galatasaray"

Trainer Stale Solbakken verwies auf zwei Telefonate mit Podolski und erklärte: "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass Lukas nicht zu Galatasaray wechselt. Er ist ein Spieler für einen großen Klub."

In diese Kategorie ist der FC momentan sicherlich nicht einzuordnen.

Spielweise gibt "Mut und Auftrieb"

Solbakken verpasste auch im dritten Anlauf den Befreiungsschlag.

Doch der nach Erfolgen dürstende FC hat nach dem ersten Punktgewinn der Saison zumindest neue Lebensgeister.

"Auftrieb und Mut" gebe das Ergebnis, sagte Mittelfeldspieler Sascha Riether: "Natürlich haben wir zwei Punkte verloren. Aber wir haben Herz gezeigt, da war ein ganz anderer FC auf dem Platz. Wir sind noch da."

Das ist auch Solbakken. Und die Rote Laterne. Und die 22 Jahre andauernde Durststrecke gegen Kaiserslautern hat ebenfalls weiter Bestand.

Chancenverwertung nervt den FC

Torschütze Mato Jajalo bekannte daher, dieses Unentschieden fühle sich wie eine Niederlage an.

"Wenn man so viele Chancen nicht macht, kann man nur enttäuscht sein", sagte der Kroate: "Aber es ist besser, einen Punkt zu haben als keinen."

Sicher, und der FC zeigte sich im Vergleich zu den Auftaktpleiten gegen Wolfsburg (0:3) und auf Schalke (1:5) auch verbessert.

Er glaube, dass die Spieler sein System nun verstehen, sagte Solbakken. Ohne den verletzten Stammkeeper Michael Rensing und den fiebrigen Lukas Podolski wäre ein Sieg verdient gewesen.

Sereno soll direkt helfen

Stattdessen tritt der FC auf der Stelle. Das sei "sehr, sehr schade", sagte Martin Lanig. "Aber wenn wir so weiterspielen, werden wir in den nächsten Wochen auch gewinnen."

Dabei wird der ehemalige Mannschaftskapitän Youssef Mohamad wohl nicht mehr helfen.

Die Transferposse um den Abgang des Libanesen nach Dubai zu Al Ahli scheint beendet. Im Portugiesen Henrique Sereno, der auf Leihbasis vom FC Porto kommt, ist bereits Ersatz gefunden.

Lautern lobt Trapp

Kaiserslautern sucht keinen Ersatz, aber seine Form. "Damit müssen wir leben. Kevin Trapp hat super gehalten, er hat uns den Punkt in zwei, drei Situationen festgehalten", sagte Innenverteidiger Martin Amedick.

"Kevin hat in einem sehr emotionalen, intensiven Spiel erneut seine Klasse unter Beweis gestellt und uns den Punkt gerettet", meinte auch Cheftrainer Marco Kurz.

Und analysierte weiter: "Leider haben wir zu früh den Ausgleich kassiert und haben dann unerklärlicherweise zehn Minuten vor der Halbzeit völlig die Ordnung verloren. Wir können uns glücklich schätzen, mit einem Unentschieden in die Pause gekommen zu sein."

Jetzt kommt der FC Bayern

"Es gilt sicherlich, einiges zu verbessern in den nächsten Partien", ergänzte Amedick.

Beginnen sollten die Pfälzer damit bereits am kommenden Wochenende. Denn dann kommt Rekordmeister Bayern München auf den Betzenberg.

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