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Hannovers Jan Schlaudraff (r.) gewinnt das Kopfballduell gegen Berlins Kobiashvili © dpa

Die Spitze vor Augen und nach Pintos Freistoß-Tor in Front lässt Hannover gegen Hertha die Zügel schleifen - und kriegt die Quittung.

Hannover - Die Europapokal-Helden von Hannover 96 haben die Tabellenführung in der Bundesliga verpasst.

Das Team von Trainer Mirko Slomka hat durch das 1:1 (1:0) gegen Hertha BSC Berlin in der Schlussphase zwei Punkte verspielt 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag).

Sergio Pinto brachte die Niedersachsen in einer intensiven, aber nicht hochklassigen Partie, mit einem direkt verwandelten Freistoß (33.) in Führung, bevor Pierre-Michel Lasogga (83.) den verdienten Ausgleich für die Gäste erzielte, die ihren zweiten Saisonpunkt verbuchen konnten.

Drei Tage nach der starken Leistung im Qualifikations-Hinspiel zur Europa League gegen den FC Sevilla (2:1) blieb Hannover lange blass. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dem Team steckte die kräftezehrende Partie gegen den spanischen Topklub sichtlich in den Knochen. Vom schnellen Umschalten und direktem Passspiel, der großen Stärke der 96er, war vor 41.200 Zuschauern zunächst nicht viel zu sehen.

Zudem mangelte es an Ideen, um die Defensive der Berliner zu knacken.

Pfiff sorgt für viel Wirbel

Am Ende sorgte ein nicht gegebenes Tor (89.) zum möglichen 96-Sieg wegen eines angeblichen Foulspiels nach einem Freistoß von Christian Pander für Aufregung.

"Wenn ich mir die Fernsehbilder anschaue, können wir froh sein, dass wir kein Gegentor bekommen haben", gab selbst Hertha-Coach Markus Babbel zu und sprach am Ende von einem verdienten Punktgewinn seiner Mannschaft.

"Wir haben zu Beginn zu viel Angst gehabt, haben hinten zwar gut gestanden, aber zu wenig Druck nach vorn aufgebaut. Das haben wir in der zweiten Halbzeit viel besser gemacht", so Babbel weiter.

Berliner Mauer löchrig

Bezeichnenderweise war es eine Standardsituation, die zum 1:0 führte. Pinto traf mit einem Freistoß-Aufsetzer aus 28 Meter.

Bei dem Schuss präsentierte sich die nachlässig postierte Berliner Mauer löchrig - und so machte Torhüter Thomas Kraft keine gute Figur.

Auch seine Mannschaftskollegen blieben vieles schuldig, besonders die nötige Aggressivität.

Unter der Woche hatte es bei Hertha im Training noch eine handfeste Rangelei gegeben. Die Brüder Raffael und Ronny waren mit Christian Lell heftig aneinandergeraten.

Der Rest der Mannschaft hatte alle Mühe, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen.

Hertha beschränkt sich auf Konter

Trainer Markus Babbel hatte angekündigt, diese Energie mit ins Spiel nehmen zu wollen. Doch davon war zunächst nichts zu sehen.

Die Hertha beschränkte sich Konter und deutete Torgefahr lange nur an.

Mit zunehmender Spieldauer bekamen die Hausherren das Spiel immer mehr unter Kontrolle. Außerdem machte sich die Hereinnahme von Didier Ya Konan bezahlt.

Der Ivorer kam in der 60. Minute für Mohammed Abdellaoue und sorgte mit seinen Positionswechseln für Verwirrung in der Berliner Abwehr.

Treffer wegen Abseits nicht anerkannt

Die erste große Chance zum 2:0 vergab aber Manuel Schmiedebach. Der defensive Mittelfeldspieler fasste sich in der 67. Minute ein Herz und schlenzte einen Weitschuss nur ganz knapp am Tor vorbei.

Nur zwei Minuten später köpfte der kurz zuvor eingewechselte Christian Pander freistehend am Tor vorbei. Außerdem vergab Moritz Stoppelkamp noch eine gute Chance, aber sein Versuch war einfach zu ungenau.

In der Schlussphase wollte Hannover das Spiel nur noch kontrollieren, 96 ging kein Risiko mehr ein, was Hertha zum Ausgleich nutzte.

Pech hatten die 96er, dass ein Treffer wegen eines angeblichen Fouls durch Ya Konan (89.) nicht gegeben wurde.

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