SPORT1-Experte Thomas Helmer positioniert sich in der Führungsspieler-Debatte. HSV-Coach Oenning wirft er ein Versäumnis vor.

Hallo Fußball-Freunde,

die Debatte um die Führungsspieler im modernen Fußball bleibt aktuell. Ich bin jedenfalls überzeugt, Führungsspieler werden auch heute noch benötigt.

Wir sehen es am Beispiel Lionel Messi: Messi ist super. Allerdings würde er nie so dominierend wie in Barcelona durchspazieren, wenn er in einer Mannschaft nicht auch Spieler hätte, die ihn führen und ihn in schwierigen Situationen unterstützen.

Dahinter stehen ein System und eine Führungsstruktur, die gewachsen sind. Das muss es in einer erfolgreichen Mannschaft geben!

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Vereinsmannschaft oder die Nationalmannschaft handelt.

Meine Meinung ist: Du kannst die Führungsrolle einnehmen, ohne dass du rumpolterst wie verrückt.

Beim Hamburger SV muss noch einges wachsen - der HSV hat an diesem Spieltag in München mit dem 0:5 eine herbe Pleite kassiert.

Beängstigend war dabei, dass die elementaren Dinge gefehlt haben.

Es fängt mit der Aggressivität an. Dass die Hamburger spielerisch vielleicht nicht so stark sind wie der FC Bayern und noch nicht eingespielt sind, ist okay. Doch der HSV ist ja auch nicht in die Zweikämpfe gekommen.

Die HSV-Bosse werden weiter Geduld mit ihrem Trainer Michael Oenning haben.

Allerdings hatten alle Vereine eine relativ lange und ruhige Vorbereitung. Da kann man eine ganze Menge trainieren und einüben. Gegen Bayern wirkte die Mannschaft in den Zweikämpfen einfach nicht spritzig.

Das ist das Einzige, was ich dem Trainer vorwerfen kann. Grundsätzlich schätze ich Oenning sehr, er hat eine sehr klare und fundierte Meinung. Das wissen sie auch beim HSV. Natürlich fehlen im Moment die Mittel und vielleicht auch die Spieler.

Die HSV-Bosse haben erkannt, wie kritisch die Situation ist, und machen sich nichts vor. Sie hoffen einfach, dass die Zeit dazu dient, diese Mannschaft in die Spur zu kriegen.

Eine Trotzreaktion hat immerhin der 1. FC Köln nach dem Gegentreffer gegen Kaiserslautern gezeigt.

Diese Reaktion war super, das muss man ganz ehrlich sagen.

In der Vorwoche gab es beim FC ja einigen Wirbel um den Wechsel von Youssef Mohamad.

Und Sportdirektor Volker Finke war zu Mohamads Aufenthalt nicht wirklich im Bilde. Erst mal würde ich sagen: Geografie mangelhaft.

Ich glaube, Volker Finke ist auch ein großes Thema beim 1. FC Köln. Das ganze Verhältnis mit dem Präsidium und dem Trainer scheint mir nicht ganz glücklich.

Bis demnächst,Euer Thomas Helmer

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer wird sich in dieser Saison als Experte im Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Strunz und Mario Basler abwechseln.

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