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Dennis Aogo hat bereits sieben Länderspiele für Deutschland absolviert © getty

Nach der 0:5-Pleite beim FCB geht Dennis Aogo mit dem HSV hart ins Gericht. Bei SPORT1 sucht er nach Gründen für die Talfahrt.

Von Andreas Kloo

München - Es war für Dennis Aogo ein gebrauchter Tag.

Schon nach sieben Minuten fegte er derart rabiat Arjen Robben von den Sohlen, dass Schiedsrichter Michael Weiner gar nichts anders übrig blieb, als ihm Gelb zu zeigen.

"Dennis hat sich dadurch selbst aus dem Spiel genommen. Er hat kein gutes Spiel gemacht", schimpfte HSV-Trainer Michael Oenning nach der 0:5-Pleite (Spielbericht).

Und natürlich sah Aogo bei Robbens Sololauf alles andere als gut aus. Richtig einschreiten konnte der 24-Jährige nicht, er war ja schon gelbbelastet.

"Es brennt der Baum"

Mit einem Punkt findet sich nun der HSV im Tabellenkeller wieder, David Jarolim sagt ohne Umschweife: "Es brennt schon der Baum", während Marcell Jansen im Heimspiel gegen den 1. FC Köln bereits ein "kleines Finale" erkennen wollte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und das am vierten Spieltag.

Beim gesamten HSV-Team war der Schock riesig, in München in dieser Form die Grenzen aufgezeigt bekommen zu haben 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag).

"Mit jedem Tor, das wir bekommen haben, haben wir ein Stück Selbstvertrauen verloren", klagte Trainer Michael Oenning.

Im SPORT1-Interview spricht HSV-Verteidiger Aogo über die Folgen der Schmach von München und sucht nach Gründen. Zudem geht er auf das Duell mit Superstar Robben ein.

SPORT1: Herr Aogo, im Rückblick auf die 0:5-Pleite: War die defensive Ausrichtung gegen den FC Bayern das falsche Mittel?

Dennis Aogo: Wir haben mit einem ganz normalen 4-4-2-System mit zwei Viererketten auf einer Linie gespielt. Unsere Aufgabe wäre es gewesen, in der Defensive schnell zu verschieben und die Räume eng zu machen. Leider haben wir all das vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben.

[kaltura id="0_mq8520qj" class="full_size" title="HSV Oenning bekommt Zeit"]

SPORT1: Woran lag das? War die Mannschaft zu ängstlich?

Aogo: Wir kamen sicherlich nicht mit riesigem Selbstvertrauen hierher. Dann haben wir auch noch zwei frühe Tore bekommen und standen schon wieder mit dem Rücken zur Wand. Das hat uns nicht gerade geholfen, um ins Spiel zu finden.

SPORT1: Mit Arjen Robben hatten Sie auf der linke Seite so ihre Probleme. Wie schätzen Sie Ihre Leistung gegen ihn ein?

Aogo: Wenn's hochkommt, hatte ich genau eine Szene, in der ich Mann gegen Mann gegen ihn gehe, das war die Szene beim 0:3. Dieses Duell habe ich leider verloren, was nicht passieren darf. Ansonsten zog Roben oft in die Mitte und war da dann der freie Mann.

SPORT1: Waren Sie in der angesprochenen Szene zum 0:3 durch die frühe Gelbe Karte etwas gehemmt?

Aogo: Nein, überhaupt nicht. Ich komme sogar noch an den Ball, aber dann stolpert ihm die Kugel ans Schienbein und rollt ihm wieder genau in den Lauf. Eine etwas unglückliche Situation, aber diese Szenen machen einen Arjen Robben so stark. Ich war in der Situation eins gegen eins gegen ihn. Und dann ist es für jeden Abwehrspieler schwer, ihn zu halten.

SPORT1: Wie ist die Leistung der Bayern aus Ihrer Sicht zu bewerten? Sind sie wirklich so stark, wie es das Ergebnis zum Ausdruck bringt oder haben die Münchner von der HSV-Schwäche profitiert?

Aogo: Die Bayern haben eine große Qualität, das weiß jeder. Für mich sind sie auch Meisterschaftsaspirant Nummer eins. Aber wir haben es ihnen auch zu einfach gemacht. So kann man nicht Fußballspielen. Es sah teilweise so aus wie ein Trainingsspiel.

SPORT1: Das Köln-Spiel hat jetzt beinahe schon Endspiel-Charakter, bei einer Niederlage muss man sich wohl auf Abstiegskampf einstellen.

Aogo: Am 4. Spieltag gab es bislang noch nie ein Endspiel. Dennoch sollten wir mit dem großem Ehrgeiz daran gehen, dass wir zu Hause gewinnen müssen. Es ist wichtig, dass man sich schon am Anfang der Saison Punkte holt. Da stehen wir bislang überhaupt nicht gut da. Deshalb müssen wir gegen Köln unbedingt einen Dreier einfahren.

SPORT1: Der Druck wird gegen Köln groß sein. Kommen denn die jungen Spieler damit zurecht?

Aogo: Das darf keine Ausrede sein. Druck gehört in der Bundesliga dazu. Da muss jeder mit klarkommen.

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