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Und jetzt? Sportchef Frank Arnesen (r., mit Coach Oenning) kam vor der Saison zum HSV © getty

Nach dem Fiasko bei den Bayern hängt beim HSV der Haussegen schief. Jetzt soll mit Rajkovic der fünfte Chelsea-Kicker kommen.

Von Reinhard Franke

München - Am Tag danach war das Trainingsgelände verwaist.

Nicht mal ein paar Kiebitze hatten sich dorthin verirrt. Klar, die Fans waren enttäuscht. Das 0:5 bei den Bayern (Spielbericht) hat tiefe Spuren hinterlassen.

Und jetzt steht am kommenden Samstag auch noch das Kellerduell gegen den 1. FC Köln an.

Die Lage beim Bundesliga-Dino ist ernst. Nur ein Punkt aus den ersten drei Spielen, dazu gleich zehn Gegentore - Höchstwert in der Liga (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

HSV-Coach Michael Oenning ist nicht zu beneiden 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag).

Er wird in der Woche allerhand zu tun haben, um sein Team wieder auf Kurs zu bringen. Turbulente Tage stehen bevor. Der Fehlstart der Hamburger treibt aber nicht nur den Fans und Verantwortlichen die Sorgenfalten ins Gesicht.

Beckenbauer reagiert besorgt

"Lichtgestalt" Franz Beckenbauer, der von 1980 bis '82 beim HSV spielte, meldet sich zu Wort. Und wenn sich der "Kaiser" zu Wort meldet, herrscht Alarmstufe rot. Meistens jedenfalls.

"Man hat die Situation unterschätzt und die Spieler, die man geholt hat, überschätzt. Bei solchen Stellungsfehlern und auch Schwächen im Zweikampf: Ich weiß nicht, wie das besser werden soll", orakelte Beckenbauer.

Tatsächlich präsentierten sich die "Rothosen" in München zu wackelig und instabil. Routiniers wie Kapitän Heiko Westermann und Ex-Spielführer David Jarolim, aber auch die von Arnesens Ex-Klub FC Chelsea aus London transferierten Neuzugänge Jeffrey Bruma, Michael Mancienne und Gökhan Töre.

Auch der Norweger Per Skjelbred, per Casting in den Profifußball gerutscht, erwies sich bei seinen ersten 45 Bundesligaminuten noch als fußballerischer Leichtmatrose.

Ein anderer einstiger HSV-Star verfolgte die Demütigung der Hanseaten beim deutschen Rekordmeister via TV und war schlichtweg entsetzt.

Van der Vaart: "Echt peinlich"

Rafael van der Vaart, mittlerweile bei Tottenham Hotspur in London unter Vertrag, konnte nicht glauben, was er da im Fernsehen sah: "Das war ein schrecklicher Auftritt. Mir kam es vor wie Jugendfußball, echt peinlich."

Die Worte des früheren HSV-Regisseurs sind wie eine schallende Ohrfeige für Oenning und seine Spieler. Ganz so schwarz wie van der Vaart sieht es HSV-Sportdirektor Frank Arnesen nicht. Er steht zu Oenning. Noch.

[kaltura id="0_mq8520qj" class="full_size" title="HSV: Oenning bekommt Zeit"]

"Wir müssen uns verbessern", so Arnesen, "und das wollen wir auch. Aber die Zeit müssen Michael Oenning und unserem Stab haben. Doch auch er weiß, dass der Umbruch mit jungen Spielern noch längst nicht geglückt ist.

Die junge HSV-Elf zu unerfahren

Im Gegenteil. Die Frage, die sich alle Fans des Traditionsklubs und das gesamte Umfeld stellen: "Kann der HSV Abstiegskampf?" Der junge Mannschaft mit vielen Spielern aus der eigenen Jugend ist Abstiegskampf nicht gewohnt.

Vor der Saison holte Arnesen von seinem Ex-Verein Chelsea vier Spieler an die Elbe: Offensiv-Talent Gökhan Töre ist Neuzugang Nummer drei aus London: Jacopo Sala, Michael Mancienne, Gökhan Töre und Jeffrey Buma.

Die Bosse des Bundesliga-Dinos halten noch zu Oenning, dagegen haben sie offenbar in das Spielermaterial nicht allzu viel Vertrauen. Arnesen will noch in den nächsten Tagen doch noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen.

Rajkovic soll aus Chelsea kommen

Das Objekt der Begierde: Slobodan Rajkovic. Und er kommt - wie könnte es anders sein - aus Chelsea. Damit wäre der Fünferpack aus London perfekt.

Der Innenverteidiger aus Serbien steht seit 2005 bei den Blues unter Vertrag, war in den letzten Jahren jedoch nach Belgrad, Eindhoven, Enschede und Arnheim ausgeliehen.

Nun also soll der 22-Jährige für den HSV die Kohlen aus dem Feuer holen. Geht das gut?

Der Wechsel scheint so gut wie perfekt. Arnesen: "Es passiert etwas in den nächsten Tagen. Noch möchte ich aber keine Namen kommentieren. Ich rede erst über Spieler, wenn sie hier sind."

"Müssen kreativ sein"

Auch HSV-Boss Carl Edgar Jarchow bestätigte derartige Überlegungen: "Es kann durchaus, dass wir noch etwas tun. Wir müssen dabei aber kreativ sein."

Es ist das Mindeste, was der Hamburger SV in den nächsten Tagen sein sollte.

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