vergrößernverkleinern
Ilkay Gündogan
Mittelfeldmann Ilkay Gündogan spielte zwischen 2009 und 2011 beim 1. FC Nürnberg © getty

Trotz des Sieges gegen Nürnberg läuft das Uhrwerk des BVB noch nicht rund. Ilkay Gündogan erklärt im SPORT1-Interview die Gründe.

Von Christian Arias Losada

Dortmund - Nuri Sahins Fußstapfen bei Borussia Dortmund sind groß - das weiß Ilkay Gündogan nur zu gut.

Der Neuzugang vom 1. FC Nürnberg hat die undankbare Aufgabe, die Nachfolge des zu Real Madrid abgewanderten Sahin zu übernehmen, der mit seinem schnellen Spiel großen Anteil am Meistertitel gehabt hat.

Undankbar, weil Gündogan eigentlich kaum Zeit zur Verfügung steht, sich in die Abläufe und Mechanismen des komplexen BVB-Spiels einzuarbeiten.

Ganz abgesehen davon, dass er pausenlos mit seinem Vorgänger verglichen wird - und entsprechend kritisiert.

Auch gegen den Gündogans Ex-Verein Nürnberg blitzte der perfektionierte Klopp-Fußball aus der Meistersaison nur in Ansätzen auf. 443246(DIASHOW: Der 3. Spieltag)

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Keine Zeit zur Eingewöhnung

Das weiß auch Gündogan, dem das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive - eine Spezialität seines Vorgängers - noch schwer fällt (BERICHT: Spaßfußball spezial gegen Krisensymptome).

Doch für den 21-Jährigen steht am kommenden Samstag gegen Vizemeister Bayer Leverkusen bereits die nächste Bewährungsprobe vor der Tür.

Bei SPORT1 spricht Gündogan über die Begegnung mit seinen Ex-Verein, die Schwierigkeiten im Spiel des BVB und seine Erwartungen für die Partie in Leverkusen.

SPORT1: Das Spiel gegen Ihren Ex-Verein Nürnberg war für Sie sicherlich etwas ganz besonderes, oder?

Ilkay Gündogan: Ja, auf jeden Fall. Es war ziemlich ungewohnt. Vor allem war es aber sehr wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben. In der ersten Hälfte war die Partie relativ ausgeglichen, aber aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient.

SPORT1: Hat es Sie überrascht, dass Nürnberg auswärts so druckvoll war? Oder konnten Sie ihrem Trainer vor dem Spiel noch ein paar wichtige Tipps geben, wo der Club wirklich stark ist?

Gündogan: Tipps musste ich ihm nicht geben. Der Trainerstab wusste schon selbst, wie er den Gegner einschätzen sollte. Trotzdem wussten wir, dass Nürnberg spielerisch ein sehr unangenehmer Gegner ist - das haben sie in der ersten Halbzeit auch gezeigt. Uns haben zu Beginn die Mittel gefehlt.

SPORT1: Wo genau lagen die Schwierigkeiten des BVB?

Gündogan: Wir hatten zu wenig Bewegung in unserem Spiel nach vorne und mussten dann zu viele lange Bälle spielen, was wir eigentlich nicht häufig machen wollen. Selbst als wir gute Angriffe fuhren, haben wir die Bälle am Nürnberger Strafraum zu schnell verloren ? so waren keine vernünftigen Torchancen möglich. Unsere Reaktion in der zweiten Halbzeit war umso besser. Wir sind mit dem 2:0 zufrieden.

SPORT1: Hat Jürgen Klopp aufgrund der ersten Halbzeit taktisch in der Pause etwas umgestellt?

Gündogan: Taktisch haben wir nichts umgestellt. Aber wir wussten, dass wir eine Schippe drauflegen müssen. Was wir in der ersten Hälfte gespielt haben, war einfach zu wenig. Wenn wir unsere Leistung abrufen, sind wir für jeden Gegner sehr unangenehm zu spielen. So war es auch für Nürnberg - deswegen geht der Sieg in Ordnung.

SPORT1: Als in der 82. Minute Sebastian Kehl eingewechselt wurde, hat der Trainer Sie kurz zur Seitenlinie gerufen. Was hat er Ihnen gesagt? Eine neue Rolle für die letzten Minuten?

Gündogan: Ja, er hat mir gesagt, dass Sebastian Kehl auf meine Position geht ? also als zweiter "Sechser". Dafür bin ich nach vorne auf Shinji Kagawas Position gerückt, der auch den Platz verließ.

SPORT1: Könnten Sie sich vorstellen, öfter auf dieser offensiven Position zu spielen?

Gündogan: Das weiß ich nicht, solche Entscheidungen trifft der Trainer - da halte ich mich raus. Ich fühle mich im Team einfach wohl und werde Tag für Tag weiter versuchen Gas zu geben, damit ich weiterhin spiele.

SPORT1: Am Samstag steht das schwere Spiel in Leverkusen an. Was nehmen Sie sich vor?

Gündogan: Wir wollen als Mannschaft in Leverkusen wieder ein gutes Spiel machen. Wenn wir abrufen, was wir können, werden wir auch gegen Bayer etwas mitnehmen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel