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So gut wie in Spanien: Der Noch-Wolfsburger Diego, hier mit Vater-Berater Djair da Cunha (r.) © imago

Der Wechsel der Diva steht kurz vorm Vollzug und könnte den "Capitano" nach Wolfsburg treiben. Friedrich ist abgeschoben.

Von Christian Paschwitz

München - Diego und der VfL Wolfsburg: Es ist eine der nervigsten Transfer-Hängepartien des Sommers.

Doch nun kommt finale Bewegung in die Personalie um den aussortierten Spielmacher, der seit seiner Flucht im Abstiegs-Finale keine Zukunft mehr hat bei den "Wölfen".

Diegos Wechsel zu Atletico Madrid steht kurz vorm Vollzug - und das könnte womöglich den bei Bayer Leverkusen eine Reservisten-Rolle fristenden Michael Ballack zu den Niedersachsen treiben.

Der Reihe nach: Wie die spanischen Zeitungen "Marca" und "AS" übereinstimmend berichten, ist sich Diego mit dem Primera-Divison-Klub grundsätzlich einig.

Diegos Vater verhandelt

"Mit dem Spieler ist alles klar. Es fehlt allein noch die Einigung zwischen Wolfsburg und Atletico", wird Diegos Vater und Berater Djair da Cunha zitiert, der die Verhandlungen in der spanischen Hauptstadt führt.

Im Raum steht eine Ablösesumme von 10 Millionen Euro. Diego dürfte dem Vernehmen nach aber Abstriche von seinem Jahresgehalt von fünf Millionen Euro in Kauf nehmen.

Ein Knackpunkt bei den Verhandlungen zudem: Der VfL will Diego verkaufen, die Spanier drängen auf eine Ausleihe mit anschließender Kaufoption.

Galatasaray offenbar raus

Wie immer es auch kommt: Offenbar aus dem Rennen im Transfer-Poker ist Galatasaray Istanbul.

Der türkische Spitzenklub soll sich laut "Bild"-Zeitung zwar mit Diego zu Verhandlungen getroffen haben.

Zudem soll der Brasilianer getwittert haben, er könne es in Wolfsburg "nicht mehr aushalten, nicht zu spielen".

In der "Wolfburger Allgemeinen Zeitung" erklärte der 26-Jährige nun aber: "Das habe ich nie gesagt, ich twittere nicht und bin auch nicht bei Facebook."

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Ballack in Leverkusen unzufrieden

Trotzdem hoffen die "Wölfe" auf einen raschen Abgang.

Denn erst wenn Diego nicht mehr auf dem Lohnzettel steht, kann Felix Magath seine bemerkenswerte Einkaufs-Tour fortzusetzen.

Nachdem der VfL-Coach in der Vorwoche den arbeitslosen Thomas Hitzlsperger verpflichtet hatte und zum Null-Tarif die Verteidiger Sotirios Kyrgiakos (FC Liverpool), Hrvoje Cale (zuletzt vereinslos) und vermutlich auch Chris kommen, könnte der VW-Klub nun womöglich noch mehr Geld in die Hand nehmen.

Und mit dem Diego-Erlös etwa Michael Ballack von Bayer Leverkusen holen?

Berater bringt Schärfe rein

Ballacks Berater Michael Becker jedenfalls heizt die Diskussion um die Rolle des Ex-Nationalspielers an, indem er nun Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler kritisierte:

"Wenn Völler ihm damals vor dem Wechsel nach Leverkusen gesagt hätte, dass er nur Ergänzungsspieler ist, wäre seine Entscheidung vielleicht anders ausgefallen."

Im vergangenen Sommer sei Ballacks Wechsel vom FC Chelsea nach Wolfsburg sozusagen in trockenen Tüchern gewesen.

Doch Völler habe Ballack damals zu einem erneuten Engagement bei Bayer überredet. "Und das für weniger Gehalt, als er es in Wolfsburg bekommen hätte", so Becker.

Magath: "Wir brauchen erfahrene Spieler"

"Ich hätte ihn damals gerne geholt", bestätigt Magath.

Und der VfL-Boss, beim FC Bayern einst Ballacks Trainer, nährt die Spekulationen weiter:

"Noch sind wir nicht vollständig. Man muss ja abwarten, ob uns noch jemand verlässt. Wir brauchen erfahrene Spieler, die die Mannschaft verstärken."

Ein Anforderungsprofil, das Ballack trotz seines sinkenden sportlichen Sterns noch immer erfüllt in der Situation der Wolfsburger, bei denen nach dem 1:4 in Mönchengladbach Krisenstimmung herrscht.

In die zweite Reihe abgeschoben wird beim VfL mit Arne Friedrich dagegen derzeit ein aktueller Nationalspieler. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Friedrich in die Reserve

Der Innenverteidiger, der wegen eines Bandscheibenvorfalls die gesamte Vorbereitung ausfiel, wird zunächst Einheiten mit dem U-23-Team absolvieren, teilte der Verein mit.

Nicht gerade ein Zeichen gesteigerter Wertschätzung für jemanden, der 82 A-Länderspiele absolviert hat.

Auch wenn Magath dazu erklärt:

"Bei langzeitverletzten Spielern ist es üblich, nicht gleich bei der Lizenzspielermannschaft einzusteigen, wo Tempo und Beanspruchung höher sind. Wenn die Stabilität erreicht ist, wird er wieder zum Bundesligateam stoßen."

Kjaer ohne Zukunft

Friedrich zählt mit zu den letzten beim VfL verbliebenen und noch nicht wieder abgeschobenen Transfers, die unter Magaths Vorgänger und Ex-Manager Dieter Hoeneß realisiert worden waren.

Wie auch Simon Kjaer:

Laut italienischen Medien steht der Transfer zum AS Rom kurz bevor. Im Training lässt Magath den Dänen schon gar nicht mehr in der Innenverteidigung spielen.

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