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Claudio Pizarro (2. v. r.) schoss gegen Freiburg sein 143. Bundesliga-Tor © getty

In Bremen herrscht nach dem positiven Start in die Bundesliga wieder gute Stimmung. Ein Stürmer könnte Werder aber noch verlassen.

Von Tobias Wiltschek

München - So schnell kann's gehen.

Noch vor drei Wochen gab das Auftreten von Werder Anlass zu größter Sorge.

In beschämender Manier schieden die Bremer bereits in der 1. DFB-Pokalrunde beim Drittligisten Heidenheim aus.

Kein Elan im Spiel nach vorn, eklatante Abwehrschwächen: So präsentierte sich das Team von Thomas Schaaf eine Woche vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Komplett anderes Bild

Drei Pflichtspiele später bietet sich ein komplett anderes Bild.

Die Bremer haben offenbar ihr lange vermisstes Erfolgsrezept wieder gefunden und die Stimmung in der Hansestadt gedreht.

Dank ihres offensiven Spiels stürmten sie mit sieben Toren aus den ersten drei Bundesliga-Partien auf den fünften Platz.

Mertesacker mahnt

Kapitän Per Mertesacker sieht allerdings auch noch eine Menge Arbeit auf die Mannschaft zukommen.

"Wir sind noch kein Top-Team, müssen uns erst wieder dahin entwickeln", warnt der Innenverteidiger vor zu großer Euphorie. Denn "unser Defensiv-Verhalten ist einfach zu schlecht".

Sicher, zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison hat die Tabelle noch keine große Aussagekraft.

Eine positive Tendenz ist nach dem spektakulären 5:3-Sieg über den SC Freiburg (Bericht) dennoch nicht zu übersehen.

[kaltura id="0_ns0mkcxn" class="full_size" title="Arnautovic bleibt in Bremen"]

Pizarro kommt in Schwung

Werder versprüht wieder den Tordrang, mit dem sich die Mannschaft unter Schaaf einst in die Herzen der Fans und in die erweiterte europäische Spitze gespielt hat.

Großen Anteil daran hat Claudio Pizarro, der immer besser in Schwung kommt und gegen die Freiburger zum ersten Mal in dieser Saison von Anfang an spielte.

"Ich bin noch nicht ganz fit und war am Ende sehr müde. Dennoch: Ich habe ein Tor geschossen, das war gut", sagte der Peruaner nach seinem ersten Saisonspiel.

Allofs lobt Arnautovic

Doch nicht nur der Stürmer beeindruckte gegen Freiburg. Auch die zuletzt heftig in die Kritik geratenen Aaron Hunt und Marko Arnautovic bewiesen ansteigende Form.

"Wenn er so weitermacht, dann hat er eine gute Chance, sich zu einem guten Profi zu entwickeln", lobte Klaus Allofs "Bad Boy" Arnautovic, der seine Wechselabsichten mittlerweile ad acta gelegt hat.

"Ich weiß, dass sich Marko in Bremen sehr wohlfühlt und dass er sich mit Werder Bremen identifiziert", meinte der Werder-Manager und schob damit Gerüchten über einen Wechsel des Österreichers zum PSV Eindhoven einen Riegel vor.

Wagner vor dem Absprung?

Bei Sandro Wagner sieht das offenbar aus.

Der Stürmer gehörte im Testspiel am Dienstag gegen Fenerbahce Istanbul (0:1) nicht einmal zum Kader und musste sich von seinem Coach harte Kritik gefallen lassen.

"Jeder kann sich zeigen. Und wenn das nicht klappt, hat man sich nicht qualifiziert", giftete Schaaf in Richtung von Wagner.

Laut "Kreiszeitung Syke" soll es bereits ein Gespräch zwischen Manager Allofs und dem Berater von Wagner über einen Transfer gegeben haben.

Stammspieler bleiben Werder treu

Die beiden Stammspieler Per Mertesacker und Tim Wiese bleiben indes in Bremen. 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

"Wir sind auf einem guten Weg, haben mehr Qualität als im letzten Jahr. Im Winter können wir über meine Zukunft reden", hält der Torwart sogar eine Vetragsverlängerung für möglich.

Mertesacker, der wie Pizarro in der Vorbereitung verletzt ausfiel, will seinen Vertrag bis 2012 ebenfalls erfüllen.

"Es ist mein Plan hierzubleiben", entgegnete der Nationalspieler den zuletzt immer wieder aufkommenden Spekulationen über einen Wechsel nach England oder zu Paris St. Germain.

Naldo vor Comeback

Grund für sein Bekenntnis könnte auch die Hoffnung sein, dass bald die von "Merte" angesprochenen Probleme in der Defensive gelöst werden.

Denn mit dem Brasilianer Naldo steht der etatmäßige Partner von Mertesacker in der Innenverteidigung nach langer Verletzungspause kurz vor dem Pflichtspiel-Comeback.

Im Test gegen Fenerbahce spielte der Brasilianer schon 90 Minuten durch und könnte in Hoffenheim in die Startelf zurückkehren.

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