vergrößernverkleinern
Nils Petersen wechselte vor der Saison von Cottbus nach München © getty

Nils Petersen sieht sich nach seinem Champions-League-Debüt auf einem guten Weg. Bei SPORT1 spricht er über den Start beim FCB.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - In 45 Minuten hatte er zwei gefährliche Abschlüsse gezeigt. Und sich vom Kollegen Franck Ribery einige Tipps abgeholt, wie er sich besser für die Pässe des Kreativgeists anbieten kann.

Doch diese Aktionen waren nicht der Hauptgrund, warum FCB-Talent Nils Petersen nach seinem Champions-League-Debüt beim 1:0-Sieg in Zürich (Spielbericht) ein begehrter Gesprächspartner war.

Denn nach der Verletzung von Ivica Olic ist der 22-Jährige plötzlich neben Top-Stürmer Mario Gomez der einzige verbliebene Angreifer im Kader.

FCB verzichtet auf Neuverpflichtungen

Auch Gomez plagten zuletzt immer wieder kleinere Blessuren. Nachrüsten wollen die Bayern dennoch nicht mehr, wie der Verein nun mitteilte.

"Ich habe vollstes Vertrauen in unseren bestehenden Spielerkader," sagte Trainer Jupp Heynckes. Außerdem sei Bayerns medizinische Abteilung überzeugt, "dass Ivica Olic in absehbarer Zeit wieder zur Mannschaft zurückkehren wird."

Eine Neuverpflichtung hätte Nils Petersen ohnehin keine Sorgen gemacht.

"Ich habe damals beim FC Bayern unterschrieben, ohne zu wissen, ob Miroslav Klose bleibt. Es ist doch völlig normal, dass beim FC Bayern immer eine große Konkurrenzsituation herrscht", sagte er am Dienstag in Zürich. "Es liegt an jedem Akteur selbst, sich so positiv darzustellen, dass der Trainer nicht an einem vorbeikommt."

Heynckes schränkt ein

Und die Bayern halten viel von der Neuverpflichtung aus Cottbus.

Das gilt, auch wenn Jupp Heynckes auf SPORT1-Nachfrage einschränkt: "Es ist ein Unterschied, in der Ersten Liga zu spielen - auch für einen Torschützenkönig der Zweiten Liga. Und es ist ein Unterschied, beim FC Bayern und bei mir zu trainieren."

Der athletische Stürmer scheint mit all diesen Neuheiten aber gut klarzukommen.

"Sehr intensiv gearbeitet"

"Er hat sehr intensiv und sehr viel gearbeitet", befindet der Bayern-Coach und fügt an: "Nils Petersen hat etwas, das man nicht lernen kann, große Torjägerqualitäten vor dem Tor." Seine Marke von 25 Treffern für Energie in der Vorsaison war so ein ideales Bewerbungsschreiben.

Aus Heynckes' Sicht kann Petersen daher noch "sehr wertvoll" für den Rekordmeister werden.

[kaltura id="0_bwzu8th3" class="full_size" title="Bayern legt nicht mehr nach"]

Der Jungspund selbst gibt sich bescheiden, begreift seinen Start in München vor allem als Lernphase. Im SPORT1-Interview spricht er darüber, die Besonderheiten von Trainer Heynckes und seine Aufgaben auf dem Platz.

SPORT1: Herr Petersen, Sie sind jetzt zwei Monate beim FC Bayern. Wie sehen Sie Ihre Entwicklung?

Nils Petersen: Als junger Spieler muss ich mich in jedem Training, in jedem Testspiel anbieten und in jeder Spielminute, die ich bekomme. Ich freue mich natürlich über das Vertrauen, das der Trainer mir schenkt. Die Bank hat so viel Qualität, da kann jeder reinkommen.

SPORT1: Sie wurden gegen den HSV eingewechselt, haben gegen Zürich eine Halbzeit gespielt. Mit welchen Vorgaben gehen Sie auf den Platz?

Petersen: Ich will die Zeit so gut wie möglich nutzen, mich in die Mannschaft bestmöglich einzufügen. Meine Aufgabe ist es, im Sturm so zu arbeiten, wie es Mario macht.

SPORT1: Das Champions-League-Debüt muss ein ganz besonderer Moment für Sie gewesen sein, oder? (DATENCENTER: Champions League)

Petersen: Für solche Spiele bin ich zum FC Bayern gekommen (444983DIASHOW: Die Bilder des Spiels). Aber so etwas vergisst man natürlich nicht so schnell. Ich habe auch direkt mein Trikot eingesteckt als Erinnerung. Nach dem Einsatz bin ich noch heißer auf mehr Spiele.

SPORT1: Wie fühlen Sie sich beim FC Bayern?

Petersen: Super. Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, von Tag zu Tag merke ich, dass ich qualitativ besser werde, viel lerne. Der Trainer und die Mitspieler geben mir viel mit auf den Weg, ich versuche die Erfahrung aufzunehmen, um dann auch im Spiel zum Einsatz zu kommen.

SPORT1: Hätten Sie sich München und das Leben hier so vorgestellt?

Petersen: Mir wurde schon vorher berichtet, dass München gefühlt alles andere als eine Großstadt ist, man hat das Gefühl, dass man immer kurze Wege hat. Ich fühle mich sehr wohl, habe mich gut eingelebt, die Stadt ist schön. Ich habe bisher nichts bereut.

SPORT1: Und wie ist die Zusammenarbeit mit Trainer Jupp Heynckes?

Petersen: Ich denke, man muss vor ihm den Hut ziehen. Viele Trainer reden mit ihren Spielern, doch so wie bei ihm habe ich das noch nicht erlebt. Er holt sich jeden Einzelnen ran und spricht mit ihm. Jeder bekommt so das Gefühl, er ist wichtig und spielt eine gute Rolle. Natürlich gibt es auch lobende und kritische Worte, das macht er sehr gut. Das gibt ein gutes Gefühl.

SPORT1: Mit etwas Glück hätten Sie schon gegen den HSV Ihren ersten Assist verbuchen können, als Sie kurz vor Abpfiff schön Bastian Schweinsteiger freigespielt haben.

Petersen: Ja, schade, das hätte ein Tor sein können. Aber natürlich ist kurz vor Spielende die Konzentration nicht mehr so hoch. Es geht aber darum, dass wir gewinnen, nicht ob ich einen Assist oder ein Tor mache.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel