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Rummenigge (l.) warnt vor den Auswirkungen der Finanzkrise, Hoeneß ist sauer auf die DFL © imago

Hinsichtlich der akuten Finanzkrise hofft Karl-Heinz Rummenigge auf die UEFA und schlägt ein neues Lizensierungsverfahren vor.

München - Die Deutsche Fußball-Liga sieht sich massiver Kritik des FC Bayern wegen der Spielansetzung ausgesetzt.

"Das sind Dinge, die nicht gehen. Darüber muss gesprochen werden. Das ist ein absoluter Witz. Das kann in Zukunft nicht mehr so sein", schimpfte Manager Uli Hoeneß nach dem 2:2 beim VfB Stuttgart.

Hoeneß ärgerte sich darüber, dass der Rekordmeister bereits drei Tage nach dem Champions-League-Spiel bei Olympique Lyon (3:2) wieder im Einsatz war, während Rivale 1899 Hoffenheim erst am Sonntag gegen Schalke 04 spielte:

"Die DFL, die ja immer sagt, dass sie so fortschrittlich ist, die setzt ein Spiel Stuttgart gegen Bayern am Samstag an und das Spiel Hoffenheim gegen Schalke am Sonntag.", schimpfte er.

"Ich habe nicht mitgekriegt, dass Hoffenheim oder Schalke irgendwo in der Woche beschäftigt waren. Aber der FC Bayern war in Lyon. Das finde ich total unfair."

"DFL muss einfach felxibler werden"

Auch Karl-Heinz Rummenigge zeigte wenig Verständnis für die Ansetzungen. "Es wäre schön gewesen, wenn man bei der DFL Rücksicht auf einen Champions-League-Teilnehmer genommen hätte", erklärte der Vorstandschef.

"Es wäre berechtigt gewesen, dass wir am Sonntag gespielt hätten und nicht Hoffenheim. Die DFL muss da einfach flexibler werden."

UEFA wegen Finanzkrise zum Handeln aufgefordert

Im Zuge der weltweiten Finanzkrise drängte Rummenigge die UEFA zum Handeln. Er habe UEFA-Präsident Michel Platini aufgefordert, im internationalen Fußball eine Kostenkontrolle einzuführen, sagte Rummenigge der "Welt am Sonntag".

Rummenigges konkreter Vorschlag lautet, "dass in den Vereinen nur noch 50 Prozent des gesamten Umsatzes in Gehälter investiert werden dürfen".

Neues Lizenzierungsverfahren

"Mittlerweile werden teilweise Löhne gezahlt, die irrational und dramatisch hoch sind. Schreiten wir ein, hätten wir über Nacht eine Wettbewerbsgleichheit und würden die Klubs zudem zwingen, profitabel zu arbeiten", erklärt er weiter.

Auch ein ordentliches Lizenzierungsverfahren beispielsweise für die Champions League hält Rummenigge für sinnvoll:

"Dass eben die 32 teilnehmenden Vereine vor Beginn der Champions League ihre Unterlagen einreichen, die dann nach bestimmten Kriterien gesichtet werden. Und ein Kriterium könnte da sein, nur noch eine bestimmte Summe X für Gehälter aufzuwenden."

Gefahr eines Dominoeffekts

Rummenigge warnte zugleich vor finanziellen Abenteuern: "Wir sind angehalten, aufzupassen. Denn wenn erst mal ein großer Klub zusammenbricht, besteht die Gefahr des Dominoeffekts."

"Wir tun alle gut daran tun, die alten Kaufmannsgesetze zu berücksichtigen und das Geld erst einmal zusammenzuhalten", rät er.

Die Bundesliga ist laut Rummenigge auf die angesichts der Krise drohenden wirtschaftlichen Probleme gut vorbereitet.

"Ich hoffe, dass die Krise den deutschen Fußball nicht mit voller Wucht erreicht. Insgesamt sind die deutschen Vereine nicht so schlecht aufgestellt, da wir in der Vergangenheit sehr rational gehandelt haben", sagte er.

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