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Mittelfeldstar Raffael (l.) spielt seit 2008 bei Hertha BSC © getty

In einer rasanten Partie gelingt Berlins Brasilianer gegen Stuttgart das Last-Minute-Tor des Tages. Eine lange Serie ist beendet.

Berlin - Raffael hat den Bann gebrochen: Hertha BSC Berlin hat in der Bundesliga den ersten Heimsieg seit mehr als zwei Jahren errungen.

Die Mannschaft von Trainer Markus Babbel siegte dank des Treffers des Brasilianers in der 86. Minute mit 1:0 (0:0) gegen den VfB Stuttgart und feierte damit gleichzeitig den ersten Sieg der Saison (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Aufsteiger, der seit dem 8. August 2009 (1:0 gegen Hannover 96) ohne Liga-Heimsieg war, verbesserte sich mit nur fünf Punkten aus den ersten vier Spielen auf dem zehnten Platz, während die Schwaben mit nur vier Zählern nunmehr einen Rang hinter den Berlinern stehen.446208(DIASHOW: Der 4. Spieltag)

"Ich war in bis zur Pause mit der Leistung nicht zufrieden. Das ist Überlebenskampf, deshalb war das für mich zu wenig", ärgerte sich Babbel.

"Die Fans haben uns so toll unterstützt, deshalb wollten wir ihnen den Sieg schenken. Wir hatten wie auch der VfB viele hochkarätige Chancen. Aber wir sind letztendlich als glücklicher, aber auch verdienter Sieger vom Platz gegangen", sagte der Trainer.

Lell freut Bannbruch

"Defensivspieler Christian Lell ergänzte: "Die Heimserie war vorher kein Thema. Wir wollen nicht zurück, sondern nach vorn schauen. Wenn man aber gewinnt, und zusätzlich den Bann gebrochen hat, ist es umso schöner."

Vor 52.232 Zuschauern im Berliner Olympiastadion erarbeiteten sich die Stuttgarter in der Anfangsphase schnell Feldvorteile.

Der VfB versuchte es zunächst mit hohen Bällen in den Strafraum, allerdings bekamen die Gäste diese nicht unter Kontrolle. In der Folge gestalteten die Berliner die Begegnung kurzzeitig ausgeglichener, ohne jedoch zu überzeugen.

Raffael verstolpert

Als Patrick Ebert Raffael mustergültig an der Strafraumgrenze freispielte, verstolperte der Mittelfeldspieler leichtfertig den Ball und wurde problemlos am Schuss gehindert (12.).

Ansonsten fehlte es den schwachen Hauptstädtern größtenteils an Ideen und Mitteln. Coach Babbel, der vor dem Spiel für Unruhe sorgte, als er "dem Berliner an sich" in einem Interview wegen der hohen Erwartungshaltung Größenwahn vorwarf und auch die Medienlandschaft der Stadt scharf attackierte, konnte mit dieser Leistung nicht zufrieden sein.

Verweigerter Elfer sorgt für Wirbel

Zudem hatten die Hausherren Glück, als der oft zu langsame Kobiashwili kurz vor der Pause Martin Harnik von den Beinen holte und ein durchaus gerechtfertigter Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Jochen Drees ausblieb (40.).

"Er geht ziemlich ungestüm rein und spielt den Ball nicht, sondern rutscht mir in die Wade rein", analysierte der Österreicher das Foul: "Es war kein hartes Foul, aber so darf er nicht reingehen ? es hätte Elfmeter geben müssen."

Labbadia ärgert Schiri

Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia war mit der Leistung des Unparteiischen gar nicht zufrieden: "Wir haben uns sehr über den Schiri geärgert."

Die Schwaben versuchten ihr Offensivspiel zumeist über Nationalspieler Cacau und Shinji Okazaki aufzuziehen, und hatten in den ersten 45 Minuten mehr vom Spiel.

Die besten Gelegenheiten boten sich dem VfB, als Okazaki nach einem Freistoß an die Latte köpfte (28.) und Cacau freistehend vor dem Tor scheiterte (29.).

Ulreich rettet

Nach dem Seitenwechsel spielten die Gäste weiter mutig nach vorn und zwangen die Hertha in die eigene Hälfte. Doch wie schon in der ersten Halbzeit konnten sich die Berliner befreien.

Zwingende Torchancen blieben jedoch auf beiden Seiten Mangelware, bis sich Ramos eine Gelegenheit bot, als er mit einem Kopfball an VfB-Torhüter Sven Ulreich scheiterte (69.).

Labbadia musste auf den gelb-rot-gesperrten Khalid Boulahrouz verzichten, bei den Berliner fehlte Maik Franz aufgrund eines Nasenbeinbruchs aus dem letzten Spiel in Hannover.

Für ihn rückte Roman Hubnik in die Innenverteidigung. Außerdem stand Stürmer Pierre-Michel Lasogga bei den Herthanern erstmals in der Startaufstellung. Nach einer schwachen Leistung könnte sich das in der nächsten Woche wieder ändern.

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