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Der 1. FC Köln drehte erstmals seit über 10 Jahren auswärts ein 0:1 © getty

Die Geißböcke sind gegen defensiv desolate Hamburger das glücklichere Team. Der HSV sichert Oenning trotzdem den Verbleib zu.

Hamburg - Dank der Joker-Tore von Christian Clemens und Kevin McKenna hat der 1. FC Köln im Kellerduell gegen den Hamburger SV den ersten Saisonsieg gefeiert.

In der 84. Minute war der 20-jährige Clemens zunächst zum 3:3 erfolgreich, vier Minuten später traf der Kanadier McKenna zum 4:3 (2:2)-Endstand für den Geißbock-Klub.

FC-Trainer Stale Solbakken verließ mit seinem Team den letzten Tabellenplatz und kann durchatmen, dagegen ist der defensiv erneut desolate HSV jetzt Ligaschlusslicht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Coach Michael Oenning musste sich nach dem Schlusspfiff "Oenning-raus!"-Rufe anhören - HSV-Boss Carl-Edgar Jarchow versicherte aber direkt bei LIGA total!, dass der Verein die Trainer-Diskussion "nicht führen" würde.

446208(DIASHOW: Der 4. Spieltag).

Podolski auf der Bank

Nachdem der HSV durch ein Tor von Milivoje Novakovic (49.) 1:2 zurückgelegen hatte, drehten Neuzugang Slobodan Rajkovic (59.) und Heung Min Son (62.) innerhalb von drei Minuten zunächst das Spiel. Doch in der Schlussphase schlugen die Rheinländer zurück.

In der ersten Halbzeit hatten Mladen Petric (11.) per Foulelfmeter und Adil Chihi (21.) zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen.

Sowohl Oenning als auch Solbakken setzten in der Startelf auf ihre Neuzugänge in der Innenverteidigung. Beim HSV begann Rajkovic neben Westermann, beim FC Henrique Sereno neben Geromel.

Der durch eine Grippe geschwächte Lukas Podolski musste hingegen zunächst auf der Bank Platz nehmen, kam aber mit Beginn der zweiten Hälfte.

Westermann früh im Brennpunkt

Die Hamburger Mannschaft von Oenning machte vor 51.289 Zuschauern in der Hamburger WM-Arena zu Beginn Dampf.

Beim Spiel des Tabellen-Vorletzten gegen den Letzten zeigte sich vor allem HSV-Kapitän Heiko Westermann gleich hellwach. Nachdem der Abwehrspieler in der 8. Minute mit einem 30-Meter-Schuss zunächst noch an Rensing-Vertreter Miro Varvodic im FC-Tor scheiterte, stand zwei Minuten später die Latte im Weg.

Westermann war nach einem Freistoß aus sechs Metern frei zum Kopfball gekommen.

Strittiger Strafstoß

Die Führung für den HSV fiel nur wenige Sekunden später.

Nach gestrecktem Bein von Kölns Kapitän Pedro Geromel im Strafraum gegen Dennis Aogo entschied Schiedsrichter Florian Meyer auf einen überaus strittigen Strafstoß, den Mladen Petric eiskalt verwandelte.

Es war bereits sein neunter Treffer im sechsten Spiel gegen die Kölner.

Nur kurz geschockt

Die Gäste zeigten sich allerdings nur kurz geschockt, übernahmen erstmals in der Partie die Initiative und kam zum verdienten Ausgleich.

Slawomir Peszko setzte sich auf links durch, brachte den Ball von der Grundlinie aus an den Fünfmeterraum, wo Adil Chihi keine Mühe hatte, den Ball ins Tor zu schieben (21.). Die große Chance zur Führung bot sich dem HSV. Der Schuss von Son konnte aber pariert werden (27.).

Podolski bereitet erste Kölner Führung vor

Im zweiten durfte dann auch Lukas Podolski bei den Kölnern ran. Und gleich sein erster Ballkontakt endete mit der Führung für den FC. Seine Hereingabe verwertete Novakovic (49.) aus kurzer Distanz, nachdem Keeper Jaroslaw Drobny daneben griff.

Der HSV zeigte sich allerdings keineswegs geschockt. Nach einem Freistoß von Aogo traf der überragende Son zunächst nur die Latte, der Abpraller landete bei Neuzugang Rajkovic, der aus dem Gewühl im Strafraum heraus nur noch einschieben brauchte (59.).

Nur drei Minuten später schickte HSV-Abräumer Robert Tesche Son steil. Der nahm den Ball perfekt an, umkurvte den überforderten Außenverteidiger Andrezinho und zog aus elf Metern mit links ab - keine Chance für FC-Torhüter Varvodic.

Defensivschwächen rächen sich

Der HSV drängte weiter. Westermann stand bei seinem vermeintlichen Treffer (68.) allerdings im Abseits, Per Skjelbred traf aus 20 Metern nur die Latte.

Am Ende aber rächten sich die defensiven Schwächen der Hamburger, die besonders in der Außenverteidigung und bei Standards virulent waren.

Clemens hatte beim Ausgleichstreffer nach einer Ecke Platz und Zeit, sanft abzuziehen. Das Kölner Siegtor leitete ein Patzer von Drobny ein, der nach einem Freistoß ohne Not herauslief und den Ball vor McKennas Füße boxte.

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