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Auch der Dortmunder Götze (M) muss in Leverkusen vom Platz © getty

Leverkusen und Dortmund trennen sich in einer hektischen Partie Remis. Bayers Torwart hält überragend. Zwei Spieler sehen Rot.

Leverkusen - Rote Karte für Mario Götze und Michal Kadlec, viele Aufreger, aber kein Sieger:

In einem hitzigen Westschlager trennen sich Vizemeister Bayer Leverkusen und Titelverteidiger Borussia Dortmund 0:0.

Den Punkt hatte der Werksklub vor allem dem 19 Jahre alten Torwart Bernd Leno zu verdanken, der in der zweiten Halbzeit etliche hochkarätige Chancen der Westfalen zunichte machte.

Kadlec sah wegen groben Foulspiels an Götze in der 64. Minute Rot.

BVB-Jungstar Götze ließ sich zu einer Tätlichkeit gegen Hanno Balitsch in der 77. Minute hinreißen und musste ebenfalls vorzeitig vom Platz 446208 (DIASHOW: Der 4. Spieltag).

Klopp und Kehl legen sich mit viertem Referee an

Außerdem schickte Schiedsrichter Wolfgang Stark Dortmunds Co-Trainer Zeljko Buvac auf die Tribüne.

Zudem legten sich nach Schlusspfiff BVB-Trainer Jürgen Klopp und Sebastian Kehl, der vergeblich auf seine Einwechslung gewartet hatte, noch mit dem vierten Unparteiischen an.

Da dieser sich den Vorfall noch notierte, könnte beiden eine nachträgliche Strafe drohen.

Hummels im Glück

Glück hatte dagegen BVB-Verteidiger Mats Hummels, dass er nicht auch noch vom Platz gestellt wurde.

Der Nationalspieler hatte bereits die Gelbe Karte, als Stark bei einem Foul an Renato Augusto auf Freistoß entschied, die Rote Karte aber in der Brusttasche ließ.

"Ich wollte den Schuss blocken und berühre ihn leicht. Wenn er pfeift, muss er mich auch runterstellen", räumte Hummels ein.

Klopp wütend über Götze-Ausschluss

Ganz und gar nicht einverstanden war Klopp mit der Roten Karte gegen Götze:

"Der Platzverweis war natürlich nicht berechtigt. Beide verhakeln sich. Mario ist so ziemlich der Letzte, der eine Tätlichkeit begehen würde."

Während Götzes Gegenspieler Balitsch das ebenso beurteilte ("Ich habe nichts gespürt, ich habe auch nicht reklamiert"), sah das Schiedsrichter Stark völlig anders und monierte zudem ein Spucken Götzes in Richtung seines Gegenspielers.

Klopp widersprach dem vehement: "Spucken lasse ich schon gar nicht gelten."

Der Coach sah "ein leistungsgerechtes Unentschieden, beide Mannschaften hätten gewinnen können".

Eine Meinung, die sein Gegenüber teilte. "Bis zur Roten Karte waren wir die klar bessere Mannschaft in einem tollen Spiel. Am Ende ist das Remis aber gerecht", sagte Robin Dutt.

Leverkusen ohne Ballack

Seit fünf Spielzeiten hat Bayer damit kein Heimspiel mehr gegen die Westfalen gewinnen können (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Leverkusener, bei denen der ehemaligen DFB-Kapitän Michael Ballack einmal mehr 90 Minuten auf der Bank verbrachte, blieben aber immerhin im neunten Heimspiel in Folge ungeschlagen.

Dagegen wartet Dortmund seit Ende Februar (3:1 in München) auf einen Auswärts-Dreier.

Mit jeweils sieben Punkten liegen die beiden Champions-League-Teilnehmer im oberen Tabellendrittel.

Dortmund rangiert wegen der besseren Tordifferenz auf Platz vier, Leverkusen zwei Ränge dahinter.

Auasverkaufte BayArena

30.210 Zuschauer in der ausverkauften BayArena erlebten von Beginn an eine starke Vorstellung der Gastgeber, die bereits nach fünf Minuten eine große Chance vergaben.

Nach blendender Vorarbeit von Kapitän Simon Rolfes scheiterte Andre Schürrle am reaktionsschnellen BVB-Torhüter Roman Weidenfeller, der auch in der Folgezeit noch einige Male eingreifen musste.

Die Gäste waren in einer temporeichen Begegnung zunächst um Ordnung bemüht, konnten aber bei ihren Vorstößen kaum für Gefahr sorgen, da der letzte Pass meist zu ungenau war.

Leverkusen, das seine bislang letzte Heimniederlage zum Rückrundenstart der vergangenen Saison gegen den BVB kassiert hatte, war in seinen Aktionen zwingender.

Kießling, Schürrle und auch Sidney Sam waren immer wieder brandgefährlich.

Weidenfeller mit Glanzparade

In der 24. Minute verhinderte Weidenfeller mit einer weiteren Glanzparade das 1:0 für Bayer, als er den Ball nach einem Kopfball von Stefan Reinartz über die Latte lenkte.

Der BVB wirkte gehemmt und konnte auch aus seinen vielen Standards kein Kapital schlagen.

Auch nach dem Seitenwechsel behielten die Hausherren das Heft des Handelns in der Hand.

Dortmund mühte sich sich zwar, aber weder Jungstar Götze noch Ilkay Gündogan konnten großartig Akzente setzen.

Leno mit Reflex gegen Pisczek

In der 53. Minute ließ dann aber Dortmunds Japaner Shinji Kagawa seine Gefährlichkeit aufblitzen, sein Schuss verfehlte aber knapp das Ziel.

Sieben Minuten später war es erneut Kagawa, der an Bayer-Torwart Leno scheiterte.

Stuttgarts Leihgabe zeigte in der 67. Minute und 76. Minute noch zweimal sein ganzen Können.

Zunächst verhinderte er mit einem Reflex gegen Lukasz Pisczek die BVB-Führung, ehe er einen Schuss von Kagawa glänzend parierte und so den Punkt für Bayer festhielt.

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