vergrößernverkleinern
"Jürgen hat viel auf den Kopf gestellt, jetzt müssen aber auch die Ergebnisse stimmen. Sonst nützen die Veränderungen nichts." (Präsident Franz Beckenbauer kurz vor dem Saisonstart)
Franz Beckenbauer erzielte in 427 Spielen 60 Tore für den FC Bayern München © getty

Im DSF-Doppelpass spricht der Präsident des FC Bayern über die Entwicklung unter Klinsmann und die aktuelle Personalsituation.

München - Als alles nach einem weiteren Sieg des FC Bayern aussah, kassierten die Münchner in Stuttgart noch den Ausgleich.

"Die Bayern sind doch selbst schuld", erklärte FCB-Präsident Franz Beckenbauer dazu am Sonntag im DSF-Doppepass.

"Sie hatten davor zwei hochkarätige Chancen. Wenn sie da ein Tor machen, ist das Spiel vorbei."

Beckenbauer äußerte sich zudem über die Arbeit von Trainer Jürgen Klinsmann, die Leistung von Torwart Michael Rensing, das neue Vertragsangebot für Kapitän Mark van Bommel, die Situation von Lukas Podolski und Toni Kroos und das Interesse an Ivica Olic.

Franz Beckenbauer im DSF-Doppelpass über...

Bayern-Torwart Michael Rensing beim 2:2 in Stuttgart:

"Wenn der Torhüter rausgeht, muss er den Ball auch halten. So wie er den Ball wegfausten wollte, ist amateurhaft. Auf der Linie ist er ein Super-Torwart, aber er muss das Rauslaufen und das Fausten lernen. Da ist er mangelhaft. Um auf Champions-League-Niveau zu spielen, braucht man einen Spitzentorhüter.

Wir sollten aber Geduld mit ihm haben. Iker Casillas, bei Real Madrid mittlerweile der Startorhüter, hat am Anfang Fehler gemacht, hat sich die Bälle selbst reingehauen. Man hat Geduld gewahrt und ihn spielen lassen, jetzt ist er einer der besten Keeper der Welt. Das wird Rensing auch werden."

zum Ausgleichstor des VfB in letzter Minute:

"Das war ein Torwartfehler. Natürlich gibt es im Strafraum Körperkontakt, das Tor war völlig korrekt. Die Bayern sind doch selbst schuld, sie hatten davor zwei hochkarätige Chancen. Wenn sie da ein Tor machen, ist das Spiel vorbei. Da braucht man sich dann nicht über den Ausgleich zu beklagen."

Jürgen Klinsmanns erstes Halbjahr als Bayern-Trainer:

"Er hat einige Veränderungen zur richtigen Zeit vorgenommen. Klinsmann hatte es zu Beginn schwer. Er konnte die Mannschaft nicht einheitlich vorbereiten und man hat sehr viele Punkte in der Endphase von Spielen hergeschenkt, weil man körperlich noch nicht in der richtigen Verfassung war. Zudem hatte er das Pech, dass ihm Ribery lange ausgefallen ist.

Das sind alles Gründe, warum es am Anfang ein bisschen gestottert hat. Ich denke, dass wir aber sehr zufrieden mit ihm sein können. Jürgen Klinsmann hat den Verein mit seinen Neuerungen aufgemischt. Der Verein hat die Herausforderung, die natürlich mit einem gewissen Risiko verbunden war, angenommen. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Man sieht, dass seine Handschrift fruchtet. Ich bin sehr optimistisch, dass der FC Bayern den Titel verteidigen wird."

Klinsmanns "One-Touch-Fußball-Philosophie":

"Immer direkt spielen zu wollen, ist nicht zum Ziel führend. Das bringt nur einen Ballverlust nach dem anderen. Wenn man situationsabhängig die Möglichkeit hat, schnell nach vorne zu spielen, ist das sicherlich richtig.

Aber im Gegensatz zu Hoffenheim spielen wir den Ball nach vorne, ohne direkt nachzurücken. Die Hoffenheimer gehen im Sprint hinterher und bei Ballverlust im Sprint zurück auf ihre Position. Das ist Fußball!"

das Interesse an HSV-Stürmer Ivica Olic:

"Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sind in Gesprächen. Olic kostet keine Ablöse und ist auch spielerisch ein interessanter Mann für den FC Bayern. Es ist zwar damit zu rechnen, dass er es schwer haben wird, an Toni und Klose vorbeizukommen - aber es gibt in einer Saison immer Chancen, sich in die Mannschaft zu spielen."

die Vertragsgespräche mit Kapitän Mark van Bommel:

"Er hat ein Vertragsangebot vorliegen. Jetzt liegt es an ihm, ob er es annehmen möchte oder nicht. Er ist durch das Kapitänsamt noch selbstbewusster und auch spielerisch besser geworden. Es würde mich freuen, wenn er noch ein Jahr bleibt. Soweit ich informiert bin, läuft das Vertragsangebot über ein weiteres Jahr."

das "Dauerthema" Lukas Podolski:

"Ich glaube nicht, dass man ihn im Winter gehen lässt, man bräuchte einen Ersatz. Ich denke, man wird ihn frühestens zum Saisonende hergeben. Er hat es beim FC Bayern natürlich schwer. Unsere Gegner bieten ihm selten den Raum an, den ein dribbelstarker, schneller Spieler wie er braucht.

Mannschaften, die gegen den FC Bayern antreten, spielen zumeist mit einer sehr defensiven Grundhaltung und machen die Räume eng. Da tut er sich natürlich in der Nationalmannschaft leichter und ist deswegen auch dort erfolgreich."

die Situation von Toni Kroos:

"Grundsätzlich ist Toni Kroos ein großartiges Talent. Er war ja nicht umsonst vor einem Jahr bester Spieler der U-17-WM. Jetzt ist er gerade mal 18, man erwartet zuviel - wahrscheinlich vor allem er selbst und sein Umfeld.

Für wen soll er denn spielen? Er hat genauso wie Podolski einige Granaten vor sich. Ich bin überzeugt, dass er seine Chance beim FC Bayern bekommen wird."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel