Die Rückendeckung der Hamburger Bosse für Trainer Oenning ist ehrenhaft. Die nackten Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache.

Die nackten Fakten sprechen ein vernichtendes Urteil:

Platz 18, 14 Gegentore nach vier Spielen, kein Sieg, schlechtester Saisonstart der Vereinsgeschichte.

Der Hamburger SV steht nach dem 3:4 im Kellerduell gegen dem 1. FC Köln da, wo er im Moment hingehört: Am Tabellenende.

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Natürlich muss man nach vier Spielen nicht den Trainer entlassen, auch wenn die Länderspielpause ein günstiger Zeitpunkt dafür wäre.

Die Rückendeckung für den glück- und erfolglosen Trainer Michael Oenning durch die HSV-Bosse ist ehrenhaft.

Nachvollziehbar ist er aber nur dann, wenn die Vereinsführung gute Gründe für eine rasche Wende sieht.

Und da müssen die Verantwortlichen mehr wissen als das breite Fachpublikum.

Denn die bisherige Ausbeute von Oennings Arbeit gleicht einem Armutszeugnis.

Dabei ist die Kompetenz des langjährigen Assistenz- und Nachwuchstrainers unbestritten.

Nur hat er davon bislang wenig bis nichts in seiner Amtszeit bei den Hanseaten umgesetzt. Gerade mal ein Pflichtspielsieg ist ihm seit der Beförderung im Frühjahr gelungen.

Fast noch eklatanter als die magere Punktezahl ist aber die Art und Weise, wie seine Mannschaft auftritt: Beim HSV stimmt es vorne und hinten nicht.

Bis jetzt ist es ihm unter anderem nicht gelungen, eine Lösung für die riesigen Löcher in der Defensive zu finden.

Und das mit einem Kader, der ungeachtet des Umbruchs im Sommer und des deutlich reduzierten Etats noch immer gespickt ist mit Nationalspielern und von der Qualität eigentlich den meisten Bundesliga-Rivalen überlegen sein sollte.

Hinzu kommt, dass der mit Lobeshymnen empfangene neue Sportdirektor Frank Arnesen bisher ebenfalls wie eine Fehlbesetzung wirkt.

Die Zusammenstellung des neuen HSV ist ihm jedenfalls gründlich misslungen. Fast könnte man angesichts der fünf Neuzugänge von Chelsea denken, er kenne sich nur bei seinem Ex-Klub aus.

So wächst mit jeder weiteren Pleite die Angst der Fans, dass der Bundesliga-Dino tatsächlich erstmals in seiner Historie absteigen könnte.

Viel Zeit bleiben Oenning und Arnesen jedenfalls nicht mehr für die Wende.

Geht die Talfahrt so rasant weiter, dürften spätestens in der nächsten Länderspielpause Mitte November Konsequenzen unvermeidlich sein.

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