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Bremens Marko Arnautovic (2.v.r.) erzielte in Hoffenheim seinen zweiten Saisontreffer © getty

Bremen bleibt nach dem Sieg in Hoffenheim oben dran. Arnautovic trifft erneut, die Querelen des Sommers scheinen weit weg.

Sinsheim - Erst prügelten sich die Fans im Gäste-Block mit den Ordnern, dann schlugen die schon fast aussortierten Stürmer zu:

Werder Bremen feiert dank der beiden Torjäger Markus Rosenberg und Marko Arnautovic nach dem vierten Spieltag völlig überraschend sein Comeback als Jäger von Rekordmeister Bayern München. (Bericht)

Und am nächsten Wochenende kommt ausgerechnet der taumelnde Hamburger SV zum Derby ins Weserstadion.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir sind mit dem Saisonstart sehr zufrieden. Jetzt wollen wir natürlich oben dranbleiben und auch nächste Woche das Derby gegen den HSV gewinnen. Die stehen ja nun mit dem Rücken zur Wand", sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs. 446208(DIASHOW: Der 4. Spieltag)

Die heftigen Prügelszenen im Bremer Block in der Halbzeitpause hatte Allofs jedoch nicht mitbekommen: "Ich muss erstmal mit unseren Fanbeauftragten sprechen. Aber schön ist sowas sicher nicht."

Bremer Fans hatten sich provozieren lassen und dann wie wild auf die 1899-Ordner eingeprügelt.

Schaaf lobt die Mannschaft

Schön war für die Norddeutschen jedoch, dass nach den Querelen in der Sommerpause zwischen Allofs und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke mittlerweile nur noch der sportliche Erfolg Thema ist.

"Das war alles ein bisschen schlecht moderiert", sagte Allofs zu dem Streit mit einem Zwinkern: "Aber es zeigt sich im Moment eben, dass wir einen viel größeren Konkurrenzkampf haben als im vergangenen Jahr, als wir teilweise nur mit 15 Spielern zu den Auswärtsspielen gefahren sind. Und die Siege geben natürlich Selbstvertrauen."

So sah es auch Bremens launiger Trainer Thomas Schaaf, der nach dem dritten Sieg im vierten Saisonspiel vor allem der Mannschaft ein großes Lob aussprach.

"Wir haben in der Sommerpause weniger geredet, dafür mehr gearbeitet. Das zahlt sich jetzt aus. Wir haben viel mehr Selbstvertrauen, das hat sich auch beim Torabschluss gezeigt", sagte Schaaf, der mit der Hereinnahme des Siegtorschützen Rosenberg neun Minuten vor dessen 2:1 einmal mehr ein glückliches Händchen hatte.

Arnautovic: "So kann es weitergehen"

Vor 28.750 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena hatte zunächst der Österreicher Arnautovic (38.) die Führung von 1899-Regisseur Roberto Firmino (37.) ausgeglichen.

Dann wechselte Coach Schaaf für Arnautovic den schon zum Saisonauftakt gegen Kaiserslautern zweimal erfolgreichen Rosenberg ein, der nach Vorlage von Claudio Pizarro in der 83. Minute erneut den Siegtreffer erzielte.

"Wir sind im Moment da vorne gut drauf. So kann es ruhig weitergehen", sagte Arnautovic, der derzeit Schlagzeilen als Torjäger und nicht mehr als "enfant terrible" macht.

Die große Auswahl im Bremer Angriff könnte in den kommenden Tagen dazu führen, dass der U-21-Europameister Sandro Wagner in die Zweite Liga zu Aufstiegsaspirant Eintracht Frankfurt wechselt.

Die Hessen haben offenbar Interesse.

Dagegen werden Per Mertesacker und Marko Marin wohl bei Werder bleiben, obwohl Allofs betonte: "In den letzten Tagen bis zum Ende der Transferperiode passieren bestimmt noch ein paar verrückte Sachen. Aber es liegen uns noch keine konkreten Angebote vor."

Frust bei Hoffenheim

Während die Norddeutschen vor Beginn der Länderspielpause mit nun neun Punkten in der Tabelle hervorragend dastehen, herrschte in Hoffenheim Frust pur.

Erst die Lärmattacke beim Heimspiel gegen den Meister Borussia Dortmund, nun die völlig unnötige Pleite gegen die Bremer.

"Wir haben das Spiel einfach hergeschenkt. Wir haben super angefangen, in der zweiten Halbzeit aber überhaupt kein Selbstvertrauen mehr gehabt. So kannst Du nicht gewinnen", sagte Kapitän Andreas Beck.

Und auch Trainer Holger Stanislawski wirkte arg bedrückt. "In der zweiten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen, was wir noch in der ersten Hälfte gezeigt haben. Deshalb sind wir selber schuld und haben das Spiel auch verdient verloren", sagte "Stani".

Der Trainer konnte sich aber auch einen Seitenhieb gegen den "Greenkeeper" wegen des furchtbar schlechten Rasens nicht verkneifen: "Da sind Stücke rausgeflogen, die waren so groß wie Australien!"

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