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Rudi Völler führte die DFB-Auswahl bei der WM 2002 ins Endspiel © getty

Bayer-Sportdirektor Völler erneuert im KIA Doppelpass seine Kritik an Philipp Lahm und äußert sich zu einem möglichen Ballack-Wechsel.

München - Rudi Völler hat die Kritik an Philipp Lahms Aussagen noch einmal erneuert und den Nationalmannschaftskapitän scharf attackiert.

"Ich will es nicht dramatisieren, nur gibt es einfach Dinge im Fußball-Geschäft, die sich nicht gehören. Philipp hat Menschen schlecht gemacht, die ihm auch geholfen haben", sagte der ehemalige DFB-Teamchef im Kia Doppelpass auf SPORT1.

Gleichzeitig schloss Völler einen Wechsel Michael Ballacks vor dem Ende der Transferperiode nicht aus.

"Wenn es ein Angebot gäbe ? da bin ich auch offen und ehrlich ? würden wir uns zusammensetzen und eine vernünftige Lösung finden", sagte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen.

Lob für Bankdrücker Ballack

Völler forderte, dass der 34-Jährige sein Reservistendasein "akzeptieren" solle: "Es gibt im Moment eben Spieler, die ein bisschen stärker sind. Da muss er sich gedulden. Das es nicht so läuft, wie er sich das vorgestellt hat, ist halt Profifußball."

Allerdings glaubt Völler nicht an einen Abschied des 99-maligen Nationalspielers: "Im Moment habe ich nicht das Gefühl, dass er gehen will."

Ballack gehe mit seiner Situation in Leverkusen sehr gut um, führte Völler weiter aus.

Völler vor Vertragsverlängerung

Zudem kündigte der Sportdirektor an, kurz vor der Verlängerung seines Vertrags zu stehen.

"Ich habe eine enge Bindung zu Bayer Leverkusen, das ist anders als mit anderen Vereinen. Wenn man so eine enge Bindung hat, bei der man sich ja schon fast das Bayer-Kreuz eintätowiert hat, dann reicht manchmal auch nur ein Handschlag."

Völler ergänzte: "Da muss nicht groß unterschrieben werden. In vielen Dingen sind wir uns einig, wie lange wird man dann sehen. Für mich ist es nicht so dramatisch ob es ein, zwei oder drei Jahre sind. Hauptsache, man fühlt sich gut aufgehoben, die Arbeit wird gewürdigt, und wir haben Erfolg."

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Kritik an Klinsmann "ungeheuerlich"

In der Diskussion um Lahms Buch-Veröffentlichung nahm Völler seinen Nachfolger als Teamchef in Schutz.

"Klar haben Jürgen Klinsmann oder ich auch Fehler gemacht. Natürlich gibt es Dinge, die man kritisieren kann. Aber das ist völlig überzogen. Was er über Jürgen Klinsmann gesagt hat, finde ich ungeheuerlich - über einen, dem er viel zu verdanken hat. Das ist höchst unanständig", so Völler.

Und weiter: "Er hat auf eine gewisse Art und Weise Menschen schlecht gemacht, bei denen es überhaupt keinen Grund gibt."

Klärendes Gespräch beim Kaffee?

Der Weltmeister von 1990 bot Lahm indirekt jedoch ein bereinigendes Gespräch an: "Ich hätte kein Problem, mit ihm ein Kaffee zu trinken und mich mit ihm über das Buch zu unterhalten. Dann könnte er mir auch erklären, warum er das Buch geschrieben hat."

Lahm erklärte sich bei SPORT1 ebenfalls zu einem klärenden Gespräch mit Völler bereit (VIDEO).

Zu einer möglichen Absetzung Lahms als Kapitän der Nationalmannschaft hielt sich Völler zurück: "Ich bin nicht in der Situation, das zu fordern."

Lahm hatte Völler in seinem am Montag erscheinenden Buch mangelnde Spielvorbereitung und fehlendes taktisches Training vorgeworfen.

Strunz schlägt sich auf Völlers Seite

Unterstützung erhielt Völler von SPORT1-Experte Thomas Strunz. "So etwas gehört sich nicht, so etwas ist respektlos", sagte der Europameister von 1996.

"In der Fußballszene hat er sich ein riesiges Eigentor geschossen. Ich werde Philipp Lahm jetzt mit anderen Augen sehen", so Strunz.

Und weiter: "Ich habe es selbst erlebt, als Lothar Matthäus 1996 sein Tagebuch geschrieben hat. Danach war die Personalie Lothar Matthäus innerhalb der Mannschaft eine vollkommen andere. Er hatte nicht mehr das Standing, er war einfach verbrannt."

Zufriedenheit über Leno

Zuversichtlich zeigte sich Völler hinsichtlich Leverkusens Torhüter-SItuation: "Rene Adler wird leider noch bis November ausfallen. Da war es einfach wichtig, dass wir Ruhe reinbringen und waren von Bernd Leno überzeugt."

Völler verteidigte den Transfer: "Wir wussten, dass nicht jeder Beifall klatschen würde. Es ist einfacher einen erfahrenen Torhüter zu holen und nicht einen jungen Spieler, der so noch nicht im Rampenlicht stand. Dann muss man halt mal eine mutige Entscheidung treffen. Bis jetzt hat es sich gelohnt."

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