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Mario Gomez (mit Müller und Lahm, v.l.n.r.) hat bereits vier Saisontore erzielt © dpa Picture Alliance

Nach seinem Dreierpack gegen Lautern ist Mario Gomez wieder voll da. Auch einer Verletzung trotzt Bayerns Goalgetter.

Von Christian Paschwitz

München - Er ist wieder voll da, daran können selbst Verletzungsprobleme nichts ändern:

Mit drei Treffern beim 3:0 (1:0)-Sieg beim 1. FC Kaiserslautern schoss Mario Gomez den FC Bayern fast im Alleingang zum fünften Pflichtspielsieg in Folge - und nach 476 Tagen oder seit dem 8. Mai 2010 erstmals wieder an die Tabellenspitze (Nachbericht).

Jupp Heynckes wusste nur allzu gut, dass er den aktuellen Höhenflug der Münchner nicht zuletzt Gomez zu verdanken hat.

"Es war vor dem Spiel fraglich, ob Mario überhaupt spielen würde. Er sagt, dass er nach wie vor muskuläre Probleme hat. Wenn er aber immer so spielt, kann er das immer vor dem Spiel äußern", flachste der Bayern-Trainer.

"Das Glück ist zurück"

Gomez, Gomez und nach mal Gomez: Der Dreifach-Torschütze (37. Minute/Strafstoß, 55. und 69.) steht für die reanimierte Effizienz und Lockerheit beim Rekordmeister. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Endgültig vergessen die titellose Vorsaison - und ebenso die Auftaktpleite in diese Spielzeit gegen Borussia Gladbach (0:1). 446208(DIASHOW: Der 4. Spieltag)

"Das Glück ist zurück, der Ball kommt zu mir zurück", kommentierte Gomez die Szene nach dem zunächst verschossenen Handelfmeter, zu dessen Vollendung dann ein Abpraller herhalten musste.

HSV-Spiel der Durchbruch

Es hörte sich fast sinnbildlich an - denn wieder steil nach oben zeigt auch Gomez' Torquote, die den Stürmer im vergangenen Jahr sage und schreibe 39 Pflichtspieltreffer erzielen ließ:

Fünf Tore stehen in den vergangenen drei Pflichtspielen zu Buche - wenngleich Gomez vor dem 5:0-Vorwochen-Triumph über den Hamburger SV noch ohne ein einziges Erfolgserlebnis dastand, er in der Gunst einiger verwöhnter Fans bereits kräftig gesunken war.

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Auch, weil der Stürmer im Champions-League-Playoff-Hinspiel gegen den FC Zürich hochkarätige Chancen kläglich vergab und hinterher angesichts seiner zwischenzeitlichen Null-Treffer-Liga-Bilanz haderte: "Dieses Tor muss jetzt irgendwann kommen, dann folgen auch die anderen Tore."

Heynckes als Motivator

Gomez sollte recht behalten - und lässt durchblicken, dass daran auch Heynckes' Motivationskünste einigen Anteil haben:

"Wenn mir gezeigt wird, dass mich die Mannschaft und der Trainer brauchen, dann ist es auch einfacher für mich", erklärte Gomez im "Aktuellen Sportstudio".

Und ergänzte: "Wenn du oft vor dem Tor bist, triffst du auch ab und zu nicht. Und die ganz einfachen sind oft die schwersten. Dafür mache ich dann auch Dinger, die andere nicht gemacht hätten."

"Bestes Spiel dieser Saison"

Auch angesichts der wiedererlangten Torgefährlichkeit des 26-Jährigen warnt FCB-Coach Heynckes die Konkurrenz schon mal vor: "Das war für mich unser bestes Spiel in dieser Saison. Aber wir können noch besser spielen."

Dabei nimmt Heynckes selbst Gomez in die Pflicht ("Unsere Chancenverwertung muss noch effektiver sein"), während es an der Defensive (sieben Spiele, sechs Siege, alle zu null) nichts zu kritteln gibt.

"Wir dürfen jetzt nicht glauben, dass es von alleine läuft", sieht es Gomez ähnlich.

Absage für die Länderspiele

Im kommenden Liga-Spiel erst am 10. September gegen den SC Freiburg will der Angreifer mit den in die Jahre gekommenen Schienbeinschonern ("Ich versuche den Fouls auszuweichen, dann halten die noch ? auch wenn sie schon ein bisschen älter sind") weiter treffen:

Bis dahin muss Gomez indes die nach wie vor bestehenden Blessuren auskurieren:

Wegen seiner Adduktorenbeschwerden sagte der Goalgetter nun das EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich und das Länderspiel gegen Polen ab. (NEWS)

Nerlinger: "Er braucht die Zeit"

Eine Vorsichtsmaßnahme, nachdem Gomez auch schon in den Tagen vor der Lautern-Partie nicht trainieren konnte - und beim FCK dann doch so glänzte.

"Er hat Muskelprobleme, schon seit Längerem", erklärte Sportdirektor Christian Nerlinger am Sonntag am Rand des Testspiels beim TSV Pähl (NEWS: 22:1 gegen Müller-Klub).

"Ich bin froh, dass Mario die Zeit nutzen kann, um sich auskurieren, weil auch sein Einsatz gegen Kaiserslautern sehr grenzwertig war. In den zwei Wochen wird er sich voll auskurieren können. Diese Zeit braucht er auch", erklärte Nerlinger.

Lockere Einstellung zum DFB-Team

Sein Fehlen im DFB-Team-Aufgebot dürfte dem 47-fachen Nationalspieler (19 Tore) nicht sonderlich schwer im Magen liegen:

"Nach all dem, was in den letzten zwei Jahren in der Nationalelf passiert ist, ist es für mich nicht mehr so wichtig, ob ich von Anfang an spiele oder nicht. Hauptsache, ich bin dabei. Alles andere entscheidet der Trainer", sagte er.

Gedanken an die Königsklasse

Gedanklich ist Gomez derweil schon in der Champions League, wo mit Manchester City, FC Villarreal und dem SSC Neapel schwere Brocken warten:

"Meine erste Reaktion war: Wow, das ist schwer!", so der 26-Jährige. "Aber dann habe ich mir gedacht, darauf habe ich mich gefreut - das werden sechs fantastische Spiele."

In denen Gomez wieder voll da sein will.

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