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Serdar Tasci (r.) gewann mit dem VfB 2007 die Deutsche Meisterschaft © imago

Beim VfB liegen nach zwei Partien in Folge die Nerven blank. Die Spieler giften sich gegenseitig an. Ein Wechsel zerschlägt sich.

München/Stuttgart - Serdar Tasci wollte sein Verbalscharmützel mit Sven Ulreich gar nicht beschönigen.

Doch was der Nationalspieler des VfB Stuttgart zum Duell mit dem Torhüter nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Hertha BSC (Bericht) sagte, machte die ganze Sache nur noch schlimmer.

Fußball, meinte Tasci, "ist doch keine Frauensportart, oder?"

Fußball und Frauen - spätestens seit der WM sollte wohl auch dem letzten Macho klar sein, dass das passt, spotteten sogar Anhänger der Schwaben nach Tascis verbalem Ausrutscher.

Als hätte der VfB nach drei Spielen ohne Sieg und zwei Niederlagen in Folge nicht schon genug Ärger.

Cacau trennt Streithähne

Vorausgegangen war Tascis verbalem Fehltritt eine "Redeschlacht", bei der aber selbst versierteste Lippenleser nicht viel Schlimmeres als ein "Ey, was willst du, Alter?" von Tasci in Richtung Ulreich ausgemacht hatten. 446208(DIASHOW: Der 4. Spieltag)

Dennoch musste Kapitän Cacau die Streithähne trennen. "Es ging um eine Situation im Spiel, über die beide verschiedener Meinung waren. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen das in der Kabine klären", sagte der Stürmer.

Trainer Bruno Labbadia versuchte, den Vorfall herunterzuspielen. "Dass sich nach so einem Spiel nicht alle in den Armen liegen, ist normal."

Boulahrouz legt sich mit Bah an

Weil aber die "Bild am Sonntag" zwei Tage darauf von einem weiteren Spielerduell berichtete, entstand der Eindruck, dass es beim VfB intern brodelt.

Khalid Boulahrouz und Mamadou Bah seien am Samstag im Training aufeinander losgegangen, hieß es da. "Da hat keiner jemanden körperlich angegriffen. Es ging etwas härter zu als sonst, weil der ein oder andere unzufrieden war", sagte ein VfB-Sprecher.

Labbadia sprach von "zu viel Gift" in einem Trainingsspiel, weshalb er die Einheit "ins Läuferische verlegt" habe.

Laufen statt Streiten - auch eine Art des Umgangs mit der Unruhe.

Ohne Wille und Mut

Die war nach der unglücklichen Niederlage in der Hauptstadt aufgekommen.

Stuttgart war besser, hätte nach einem Foul von Levan Kobiashvili an Martin Harnik einen Strafstoß bekommen müssen, und verlor durch ein spätes Tor von Raffael (86.).

Pech - aber nicht nur.

"Unsere Spieler haben ohne Willen und ohne Mut agiert", kritisierte Sportdirektor Fredi Bobic.

Angst im Hinterkopf

Vier Punkte nach vier Spielen - mancher sieht sich da schon an die Lage in der Vorsaison erinnert, als der VfB zum gleichen Zeitpunkt drei Zähler hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Jetzt sind wir wieder Mittelmaß", sagte Harnik, Tasci meinte gar: "Natürlich haben wir im Hinterkopf, dass wir wieder hinten reinrutschen könnten."

Grygera-Wechsel zerschlagen

Gut möglich, dass die Verantwortlichen vor Ende der Wechselfrist deshalb noch einmal aktiv werden. "Mein Fehler war, dass ich die paar Stinkstiefel, die es gab, nicht rasiert habe", sagte Hertha-Coach Markus Babbel vor dem Spiel über seine VfB-Zeit.

Khalid Boulahrouz, einer, der immer mal wieder für Unruhe sorgt, steht angeblich vor einem Wechsel zu Juventus Turin. Der Tausch mit Zdenek Grygera, von dem italienische Medien berichteten, kommt aber nicht zustande: Grygera wechselt zum FC Fulham nach England.

"Stand jetzt machen wir nichts mehr", hieß es außerdem von Seiten des VfB.

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