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Van Gaals erfolglosen Vorgänger Jürgen Klinsmann bekam bei gleicher Gelegenheit ebenfalls sein Fett ab: "Da haben wir für zigtausend Euro Computer gekauft. Da hat er den Profis in epischer Breite gezeigt, wie wir spielen wollen. Wohlgemerkt wollen"
Uli Hoeneß (r.) und Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann arbeiten seit Juli zusammen © getty

Bayern verpasst die Herbstmeisterschaft und schickt Glückwünsche nach Hoffenheim. Allerdings nicht ohne Seitenhiebe.

Von Mathias Frohnapfel

München - In der Weihnachtszeit wird man gönnerhaft. Das ist auch bei Uli Hoeneß nicht anders.

"Ich gratuliere den Hoffenheimern. Sie haben in der Vorrunde hervorragende Arbeit geleistet", schickte der Manager von Bayern München ernstgemeinte Glückwünsche in den Kraichgau.

"Die Bundesliga ist dadurch noch interessanter geworden. Hoffenheim spielt modernen Fußball und wird auch in den nächsten Jahren für Furore sorgen."

Doch Hoeneß wäre nicht er selbst, wenn er nicht im gleichen Atemzug den Anspruch auf die dauerhafte Vormachtstellung seines Klubs erheben.

"Egal, wie viele Schritte die Hoffenheimer tun - wir tun mindestens die gleichen. Und dann wird - auch in dieser Saison - die größere Schrittlänge entscheiden."

"Ab Februar geht unser Angriff verstärkt weiter"

Auch Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge formulierte es gemäß dem Motto "Freut euch, solange ihr noch Grund dazu habt".

"Gratulation an den Klub und alle Verantwortlichen", sagte er. "Aber eines ist klar: Ab Februar geht unser Angriff auf die Meisterschaft verstärkt weiter."

Bei Punktgleichheit haben die Münchner das um vier Teffer schlechtere Torverhältnis. Ihren Bossen zufolge spricht der Trend aber klar für die Bayern.

Hoeneß hatte "fantastische Leistungen" seiner Roten zum Ende der Hinrunde gesehen. Seine Erkenntnis: "Die Mannschaft ist topfit und hat einen unglaublichen Willen.".

Lob für Klinsmann

Dass sich die Münchner trotz dieser beiden Pluspunkte in Stuttgart in der Schlussminute noch einen 2:1-Vorsprung aus der Hand nehmen ließen (Nachbericht) focht ihn nicht an.

Auch Rummenigge mochte sich dadurch die Laune nicht verderben lassen. Seine Analyse: "Das Konzept von Jürgen Klinsmann hat in den letzten drei Monaten prima gegriffen."

Mit Genugtuung betonte der FCB-Vorstandschef die beeindruckende Serie von 16 ungeschlagenen Spielen.

Stolz auf Champions-League-Auftritt

Dazu wartet am Freitag mit der Champions-League-Auslosung das Schmankerl der Hinrunde. Der Deutsche Meister hat dank des souveränen Gruppensiegs (Gruppe F) beste Möglichkeiten. Schließlich wird das Star-Ensemble das Achtelfinal-Rückspiel zu Hause bestreiten.

Für die europäische K.o.-Runde sieht Rummenigge die Mannschaft bestens gerüstet. "Wir müssen uns international vor keiner Mannschaft verstecken."

Ein Kompliment gab es daher auch von Bundestrainer Joachim Löw. "Die Bayern haben in den letzten drei Monaten sehr konstant gespielt." Von starken Leistungen in Europas Luxusklasse profitiere letztlich die ganze Bundesliga.

Klinsmann: Der Rhythmus stimmt

Sein Amtsvorgänger Jürgen Klinsmann genießt derweil, dass sich die Münchner Mannschaft immer mehr in die von ihm gewünschte Richtung entwickelt. Die Bayern spielen zumeist offensiv und druckvoll, auch wenn Mängel in der Defensive weiter sichtbar sind.

"Nach den Schwierigkeiten zu Beginn sind wir Ende September in den Rhythmus gekommen und seitdem ungeschlagen", meinte der neue Bayern-Coach (Trainerporträt) zufrieden.

Weihnachtsurlaub in Kalifornien

Der Schwabe hebt am Montag bereits zum Weihnachtsurlaub nach Kalifornien ab.

Mit nach Amerika nimmt der 44-Jährige ein gutes Gefühl nach den ersten fünf Monaten als Bayern-Cheftrainer.

Denn: "Ich darf für einen der besten Klubs der Welt arbeiten, was auch mit vielen Emotionen verbunden ist, aber auch viel Arbeit und Akribie erfordert."

Auch Hoeneß dürfte in den Weihnachtsferien wie in jedem Jahr ein wenig Abstand zur Arbeit gewinnen. Das jüngste öffentliche Wortgefecht mit Hoffenheims Trainer hat er deshalb angeblich auch schon so gut wie vergessen.

"Ich bin nicht nachtragend", meinte er. "Ich wünsche Rangnick selbstverständlich alles Gute und viel Gesundheit."

Zur Weihnachtszeit wird man eben gönnerhaft.

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