vergrößernverkleinern
Neuer hat in Pflichtspielen für den FCB erst ein Tor kassietr - nach seinem Patzer gegen Gladbach © imago

Die verbesserte Abstimmung zwischen Offensive und Defensive gilt als Grund für den guten Start. Doch echte Gradmesser kommen erst.

Von Christian Stüwe und Christian Ortlepp

München - Ein paar Bälle schlug er mit dem Fuß weg, ein paar Flanken pflückte er runter, ansonsten erlebte Bayern-Torwart Manuel Neuer in Kaiserslautern einen geruhsamen Nachmittag.

Auch am Sonntag beim Freundschaftskick beim TSV Pähl blieb der Nationalkeeper ohne Gegentor, der Ehrentreffer für den Heimatklub von Thomas Müller fiel erst in der zweiten Halbzeit, als Hans-Jörg Butt den Platz zwischen den Pfosten übernommen hatte (NEWS: 22:1 gegen Müller-Klub).

Seine Handschuhe werde er künftig aber trotzdem mitbringen, erklärte Neuer im Gespräch mit SPORT1.

"Die ziehe ich immer an", sagte der 25-Jährige augenzwinkernd, um dann wieder ernst zu werden: "Wir wollen immer zu Null spielen. Das ist unser Ziel und das haben wir bisher gut gemacht."

Fünf Spiele ohne Gegentor

Das kann man in der Tat so sagen. Seit fünf Pflichtspielen hat Neuer kein Tor mehr kassiert (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Abwehr, in der vergangenen Saison noch Achillesferse der Bayern, scheint stabilisiert.

Neben Philipp Lahm hat sich etwas überraschend Holger Badstuber als Fixpunkt in der Abwehr etabliert. Der 22-Jährige spielte bisher in der Innenverteidigung durch.

Jerome Boateng stellt auch in München seine Vielseitigkeit unter Beweis. Der Neuzugang verteidigte sicher in der Zentrale und überzeugte zuletzt in Kaiserslautern als rechter Verteidiger (Nachbericht).

Auch Daniel van Buyten scheint nach der schwachen letzten Saison wieder zu alter Stärke gefunden zu haben.

Abstimmung zwischen Offensive und Defensive passt

[kaltura id="0_lk2u1jej" class="full_size" title="Lahm: "Würde gern mit Völler Kaffe trinken""]

"Wir sind sehr kompakt, stehen gut, arbeiten viel. Die Stürmer machen sehr gut mit, sodass wir wenig zu tun haben", sagte Badstuber der "tz".

Offenbar liegt das neue Erfolgsgeheimnis der Bayern tatsächlich im verbesserten Zusammenspiel zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen.

"Das Umschalten von Offensive auf Defensive hat die Mannschaft überragend umgesetzt. Wir hatten schon vorne sehr viele Balleroberungen", sagte Trainer Jupp Heynckes, der am Betzenberg die beste Saisonleistung seiner Mannschaft ausgemacht hatte.

Zwölf Tore in fünf Spielen

"Wir haben vorne kapiert, dass es ohne unsere Defensivarbeit nicht geht", sagte Angreifer Müller: "Das ist unser Geheimnis. Dann schauen die Abwehrspieler auch besser aus."

Heynckes freute sich vor allem, dass das Pressing in Kaiserslautern "hervorragend funktioniert" habe.

"Wenn auch die Stürmer verteidigen, sind die Abwehrspieler besser geschützt. Das war in der vergangenen Saison nicht immer so", sagte Heynckes bei LIGA total!.

Den verstärkten defensiven Bemühungen zum Trotz, haben die Angreifer des Rekordmeisters das Toreschießen nicht vergessen.

Robbens Rückkehr ungewiss

Zwölf Tore erzielte die Mannschaft in den letzten fünf Spielen. Und das ohne Superstar Arjen Robben.

Eine Schambeinentzündung setzt den Niederländer derzeit außer Gefecht. Robben fehlte in Kaiserslautern und er sagte auch die Länderspielreise mit der Elftal ab.

Heynckes hatte gehofft, den 27 Jahre alten Tempodribbler in zwei Wochen wieder im Kader für das Heimspiel gegen den SC Freiburg begrüßen zu dürfen.

Doch Robbens Rückkehr scheint unklar.

"Es gibt nichts Neues"

"Es gibt nichts Neues", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger zu SPORT1: "Es ist schwierig festzulegen, wann er wieder einsatzfähig sein wird."

An Training mit der Mannschaft oder fußballspezifische Übungen ist derzeit offenbar nicht zu denken.

"Er muss Tag für Tag seine Stabilisierungsübungen machen", berichtet Nerlinger.

"Jetzt ist totale Ruhe gefragt", hatte Heynckes bereits vor der Auswärtsreise nach Kaiserslautern gesagt.

Königsklasse als Gradmesser

Gegen die braven Pfälzer wurde Robben nicht vermisst, doch schon bald warten schwerere Aufgaben auf die Münchner, bei denen der quirlige Außenspieler dringend benötigt wird.

Schon in knapp zwei Wochen reisen die Münchner zum Champions-League-Auftakt nach Villarreal, Ende September steht das Heimspiel in der Königsklasse gegen Manchester City an.

Duelle mit Angreifern wie Nilmar, Giuseppe Rossi, Edin Dzeko, Carlos Tevez oder Sergio Agüero werden auch zeigen, was die Fortschritte in der Abwehr der Bayern wirklich wert sind.

Seine Handschuhe, soviel scheint sicher, wird Manuel Neuer in diesen Spielen auf jeden Fall brauchen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel