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Marvin Compper erzielte bislang in 45 Bundesligaspielen ein Tor © getty

Bei Sport1.de spricht Marvin Compper über Hoffenheims Herbstmeisterschaft, seine eigene Entwicklung und die Ziele nach der Winterpause.

Aus Mannheim berichtet Matthias Becker

Mannheim - Es passiert nicht oft, dass Marvin Compper richtig schlecht aussieht.

Aber in der 40. Minute des Heimspiels von 1899 Hoffenheim gegen den FC Schalke 04 war es doch einmal so weit.

Halil Altintop steckte den Ball am Hoffenheimer Strafraum ungehindert durch zu Gerald Asamoah, der locker zum 1:0 einschieben konnte.

Von Compper war weit und breit nichts zu sehen, obwohl Asamoah mitten durch das Hoheitsgebiet des Innenverteidigers und Nationalspielers spazierte.

Parallele zum 1. FC Kaiserslautern

Dank Selim Tebers perfektem Freistoß zum Ausgleich hatte Comppers Versäumnis nur begrenzt negative Folgen: Hoffenheim ist trotzdem Herbstmeister geworden.

Das gelang als Aufsteiger bisher nur dem 1. FC Kaiserslautern. Das Ende des Lauterer Aufsteiger-Märchens ist bekannt: Im Sommer 1998 feierten die Pfälzer die Deutsche Meisterschaft.

"Wenn Platz eins herauskommt, wäre das natürlich wunderschön. Aber so weit wollen wir gar nicht nach vorne schauen", gibt sich Compper zurückhaltend. Im Interview mit Sport1.de spricht er zudem über die Schwierigkeiten der Rückrunde und die Vorbildfunktion des Hoffenheimer Offensiv-Fußballs.

Sport1.de: Herr Compper, herzlichen Glückwunsch zur Herbstmeisterschaft. Warum sind Sie gegen Schalke nicht so gut ins Spiel gekommen wie gewohnt?

Marvin Compper: Na ja, wir haben gegen Schalke 04 gespielt. Die galten vor der Saison immerhin als Meisterschaftskandidat. Man darf nicht denken, dass wir alle Mannschaften regelmäßig an die Wand spielen.

Sport1.de: Ist es ein weiterer Fortschritt, dass Ihre Mannschaft so ein Kampfspiel wie gegen Schalke inzwischen auch annehmen kann?

Compper: Sicherlich. Wir haben in der Hinrunde jetzt ein paar Mal bewiesen, dass wir dagegen halten können und uns nicht den Schneid abkaufen lassen, wie es noch in der Rückrunde der Zweiten Liga der Fall war. Wir sind verdient zu dem Punkt gekommen und hätten sogar noch das zweite Tor machen können, wobei die richtig großen Chancen in der zweiten Halbzeit gefehlt haben.

Sport1.de: Sie sind jetzt Herbstmeister. Wurde denn in der Kabine gefeiert?

Compper: Nein, das nicht. Wie immer nach einem Erfolg hatten wir eine kleine Sitzung. Der Trainer hat uns zu einer hervorragenden Hinrunde gratuliert. Wir sollen jetzt alle in den verdienten Urlaub gehen und dann wieder mit dem gleichen Elan in die Rückrunde starten.

Sport1.de: Als Herbstmeister muss man sich zum Thema Meisterschaft befragen lassen. Was ist das Saisonziel?

Compper: Das Ziel ist, so viele Punkte wie möglich zu holen. Wenn dabei dann Platz eins herauskommt, wäre das natürlich wunderschön. Aber so weit wollen wir gar nicht nach vorne schauen. Wir wollen gut in die Rückrunde starten und direkt da anfangen, wo wir aufgehört haben.

Sport1.de: Wird es in der Rückrunde schwieriger, weil sich die Gegner auf Hoffenheim eingestellt haben?

Compper: Auf der einen Seite wissen jetzt alle wie wir spielen, auf der anderen haben wir uns innerhalb der Hinrunde aber auch unheimlich verbessert und dazugelernt. Wir sind reifer und besser geworden. Wenn wir das weiter machen, werden wir auch in der Rückrunde Antworten haben.

Sport1.de: Inzwischen wird der Hoffenheimer Spielstil sogar international sehr beachtet und gelobt. Viele sagen, so etwas hat die Bundesliga gebraucht.

Compper: Das kann schon sein. Für uns war es von Vorteil, das einige Gegner von unserer Art zu spielen überrascht waren. Aber wir müssen das hohe Tempo auch in der zweiten Saisonhälfte halten.

Sport1.de: Ist das möglich?

Compper: Ich hoffe schon. Wir müssen jetzt ein bisschen runterkommen und uns entspannen. In der Vorbereitung auf die Rückrunde müssen wir uns dann voll reinhängen, dann wird das auch gehen.

Sport1.de: Wie fällt Ihre persönliche Bilanz der Hinrunde aus?

Compper: Ich bin natürlich sehr zufrieden, denke aber auch, dass nicht nur ich, sondern wir alle noch besser sein und uns in allen Bereichen verbessern können. Die Zufriedenheit ist deshalb nicht zu groß.

Sport1.de: Man merkt aber, dass Sie auf dem Platz viel Spaß haben.

Compper: Das stimmt. Es ist eine nette Mannschaft, es ist einfach ein Vergnügen, mit den anderen Jungs zusammen zu spielen.

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